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Dirk Stöcker openstreetmap at dstoecker.de
Fr Jan 2 13:12:52 UTC 2009


On Fri, 2 Jan 2009, Frederik Ramm wrote:

>> Für die Karte mag das stimmen, aber für die Datenbasis ist es nicht
>> verzichtbar. Statt also jedesmal dagegen zu argumentieren sollte man es
>> vernünftig umsetzen. Es kommt auch so, aber mit mehr Problemen.
>
> Du behauptest, dass es (=Richtungen an Ways) nicht verzichtbar sei,
> lieferst aber keine Gruende dafuer. Ich bin nicht ueberzeugt. Vom "haben
> wir immer so gemacht"-Faktor abgesehen, koennte man eine Einbahnstrasse
> ganz prima durch eine Relation abbilden ("Strasse S ist Einbahnstrasse
> von Node A bis Node B").

Sicher. Das kann das gleiche leisten. Nur hast Du jetzt für ein einfaches 
geometrisches Problem gleich eine zweite Datenstruktur eingeführt. Und 
dass es schwieriger ist, zwei Datenstrukturen parallel auf dem gleichen 
Stand zu halten, ist wohl unstrittig. Der Aufwand für die Editoren liegt 
hier ein Vielfaches über dem zur Richtungsabhängigkeit von Wegen. Und die 
Fehlerquote durch Skripte und einfachere Editoren würde enorm sein.

Und wo der Vorteil davon liegen soll weginterne Informationen an die 
Relation durchzureichen konnte mir noch keiner erklären. Jedem, der dass 
in einer Klassenhierarchie in Software versuchen sollte würde ich aber 
ganz schön den Marsch blasen.

Ein Weg hat implizit eine Richtung. Aus welchem Grund willst Du diese 
zugunsten von komplizierten Regelungen aufgeben? Nur weil es auf der Karte 
nicht sichtbar ist? Ich denke "Wir mappen nicht für Renderer".

>> Himmelsrichtungsorientierte Angaben sind nicht brauchbar. Die lokale
>> Geometrie arbeitet nun mal im Normallfall links/rechts und der Wechsel
>> von lokal auf global ist immer schwer bis unmöglich. Wenn Du lokal auf
>> der Erde noch eine Karte machen kannst, ist die Beschreibung der Erde
>> aus Sicht des Mars schon ein ganzes Stück schwerer. Genauso kann ich für
>> jede nicht-lokale Angabe, die Du vorschlägst immer eine (kurze) Straße
>> zeichnen, die damit nicht abgebildet werden kann.
>
> Auch das kann ich nicht akzeptieren. Wir haben uns, obwohl das "lokal"
> völlig unnötig wäre, darauf festgelegt, alles schön in WGS84-Koordinaten
> (also "absolut") aufzuschreiben. Wenn an einer Strassenkreuzung ein
> Briefkasten steht, dann speichern wir die Koordinaten des Briefkastens
> separat, und nicht "Rechts der A-Strasse an der Kreuzung mit der
> B-Strasse steht ein Briefkasten 3m vom Bordstein entfernt". Letzteres
> waere aber die logische Konsequenz Deiner Argumentation.

Das wäre die zweite Alternative: Massenweise parallele Wege für jede der 
Einzelinformationen. Auch hier stellt sich wieder die Frage: Warum so 
umständlich, wenn es auch einfacher geht (mal davon abgesehen, dass Du 
einige Fälle damit nicht abdecken kannst, z.B. die Einbahnstraße).

P.S. Übrigens ist das genau die Art, wie ich Briefkästen aufnehme: Ich 
setze einen Punkt auf der Straße und sage "Briefkasten links/rechts" ins 
Mikro. Der Mensch denkt selten in Himmelsrichtugen, sondern in Begriffen 
wie vorn/hinten/links/rechts. Dort wo es sinnvoll ist, sollte auch der 
OSM-Datenbestand für solche Angaben spezifiziert sein.

Wenn Du TagWatch mal anschaust, wirst Du sehen, dass links und rechts 
wirklich sehr sehr häufig genutzt werden. Alle, die gegen eine 
Standardisierung sprechen werden das nicht ändern können. Eine 
Standardisierung würde allerdings den Vorteil haben, dass man den 
Wildwuchs eindämmen könnte.

Sachen wie coastlines und oneway wieder aus der Welt zu schaffen ist 
aus meiner Sicht sowieso utopisch.

Ciao
-- 
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