[Talk-de] Realnamen und Datenschutz

Stephan Wolff s.wolff at web.de
Do Jan 8 01:09:11 UTC 2009


André Reichelt schrieb:
> Martin Koppenhoefer schrieb:
>> Ich wuerde gerne darauf verzichten, meinen Namen mit meinen Tracks
>> verbunden zu sehen. Ich finde es extrem bedauerlich, dass viele ihre
>> Tracks aus Angst nicht hochladen und denke, dass das bei anonymen Tracks
>> anders waere.
> 
> Auf der einen Seite zieht uns herr Schäuble das Grundgesetz aus der
> Tasche und führt bald neue Pässe ein, die schon jetzt als extremst
> unsicher gelten und auf der anderen Seite macht Ihr euch wegen solche
> abstrusen Konstruktionen völlig unbegründet sorgen. Das stößt bei mir
> auf blankes Entsetzen.
> 
Das mit Herrn Schäuble und dem Grundgesetz war anders: man sollte ihm
ein Exemplar zusenden, damit er darin lesen kann.
Meinen Pass nutze ich maximal zweimal pro Jahr und produziere dabei
jeweils einen Datenpunkt, der für staatliche Stellen nutzbar ist. Bei
aktiven Mappern fallen tausende Datenpunkte an, die für jeden auswertbar
sind. Das Argument läßt sich eher umkehren: warum sollte man sich um
den Datenschutz an der Grenze kümmern, wenn die Bürger freiwillig ihr
komplettes Bewegungsprofil in OSM veröffentlichen?

Für welchen Zweck werden denn die Zuordnungen der Usernamen zu den
Tracks überhaupt gebraucht? Schließt irgendjemand Tracks von bestimmten
Nutzern aus (den Track von Hans42 ignoriere ich, weil er schon letzte
Woche verrauschte Daten gespeichert hat)?

Sobald die Presse von einem Datenschutzproblem oder einem Mißbrauchsfall
bei Openstreetmap berichtet, werden dem Projekt viele Helfer verloren
gehen. Das kann man leicht vermeiden, wenn man unnütze personenbezogene
Daten gar nicht erst speichert.

Gruß

Stephan





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