[Talk-de] Entscheidungen treffen / Proposal-Prozess

Sebastian Hohmann mail at s-hohmann.de
Do Jan 22 14:32:51 UTC 2009


Frederik Ramm schrieb:
> Das Hauptproblem dabei war, dass die Proponenten dieses ganzen Proposals 
> sich anmassen wollten, aufgrund der paar Stimmen, die da so 
> zusammenkommen, die ganze Datenbank weltweit zu aendern und ueber den 
> Haufen zu werfen, woran sich haufenweise Leute gewoehnt hatten. Da ist 
> meiner Meinung nach einfach politisch sehr unklug vorgegangen worden - 
> da waren vielleicht auch Leute dabei, die dachten, "vote ist vote und 
> wer sich nicht beteiligt der hat halt auch kein Mitspracherecht" oder 
> so. Am Ende kam es zu einer Abstimmung mit recht hoher Beteiligung fuer 
> OSM-Verhaeltnisse, in der das "path"-Proposal grundsaetzlich angenommen, 
> die Abloesung von cycleway/footway aber abgelehnt wurde:
>  

Einen Tag aufgrund eines Abstimmungsergebnisses komplett durch ein 
anderes zu ersetzen, halte ich auch nicht für sinnvoll. Das kann jeder 
Mapper so annehmen oder nicht wie er will.

> Solche Sprueche gehen bei mir zu einem Ohr rein und zum andern wieder 
> raus. Das kommt hier auf der Liste einmal im Monat: "Wenn sich dies und 
> das nicht aendert, wird dies und jenes nie moeglich sein." - Meist geht 
> es dann eben doch irgendwie, zwar nur mit einer 80%-Loesung, aber dafuer 
> ohne gleich eine Revolution anzuzetteln.
> 

Ich kann natürlich nicht für andere sprechen, aber ich möchte keine 
Revolution anzetteln, sondern es "schrittchenweise" verbessern. Mein 
Vorschlag in der ersten Mail mit den Proposals spiegelt eigentlich auch 
das wider, was zur Zeit schon Praxis ist (Proposal zum disktuieren und 
Vorschläge erarbeiten). Nur mit dem Unterschied, wie man entscheidet was 
in die Map Features kommt. Das was du geschrieben hast, dass es reicht 
einen "guten Grund zu haben", das ist ja schon eine "Regel".

>> Ich bin auch erst mal auf den scheinbare definierten Prozeß 
>> reingefallen, und hab ein aufwändiges Proposal ausgearbeitet. Erschien 
>> mir auch sinnvoll, um die Sache möglichst deutlich darzulegen. Jetzt 
>> hör' ich daß ein Proposal mit erfolgreicher Diskussion und Vote auch nix 
>> bringt.
> 
> Das ist m.E. so ein typischer "Anfaengerfehler":
> 
> 1. Du stellst fest, dass Du gern etwas ausdruecken moechtest, wofuer es 
> aber kein etabliertes Schema gibt.
> 2. Du nimmst an, dass es vielen anderen genauso geht, und dass lediglich 
> keiner von denen bislang die Musse oder den Eifer oder die Intelligenz 
> besass, ein Schema aufzustellen und zu etablieren.
> 3. Du machst Dir die Muehe und wunderst Dich, dass es relativ wenige 
> Leute interessiert.
> 
> Es ist ja nicht so, dass es "nichts" bringt. Aber zu dem Konzept 
> gehoeren eben auch die Leute, denen es ein Anliegen ist, diese 
> Information zu erfassen. Und gaebe es derer viele, so haette sich auch 
> schon eine Methode etabliert. Die Annahme, dass die Welt nur auf das 
> Proposal gewartet hat, ist also oft nicht gerechtfertigt.
> 

Man geht eben mit Begeisterung an etwas ran und will es besser machen. 
Daran ist ja nichts falsch. Der "Anfängerfehler" liegt aber auch in der 
durch die Dokumentation im Wiki begründete weit verbreiteten Annahme, 
dass ein Proposal etwas 'formales' ist und der einzige Weg etwas 
vorzuschlagen. Vielleicht ist es für alte Hasen die schon ewig dabei 
sind anders, aber als Anfänger muss man sich eben auf das verlassen was 
im Wiki steht oder was andere einem sagen.

> Grundsaetzlich ist ein Proposal der Art "ich tagge auf diese und jene 
> Weise, und damit habe ich gute Erfahrungen gemacht und nun kann ich 
> diese coole Applikation hier nutzen" viel ueberzeugender als ein "aeh, 
> also, ich koennte mir vorstellen dass es cool waere wenn wir alle in 
> Zukunft auf diese und jene Weise taggen würden, dann könnte irgendjemand 
> bestimmt auch mal eine coole Applikation schreiben...".
> 

Leichter gesagt als getan, wenn man als "Nicht-Programmierer" etwas 
beitragen will. Dann kann man eben nur sagen "Ich tagge auf diese und 
jene Weise und damit habe ich gute Erfahrungen gemacht.". Ist ist man 
kein "Macher" wenn man gewissenhaft Vorschläge ausarbeitet, disktutiert 
und vorstellt? Man handelt doch, statt nur zu sagen "Ich fände es besser 
wenn das anders wäre, ändert da mal was.". Wenn man nur als 
Programmierer ein "Macher" sein kann, dann ist das natürlich schade.

Gruß




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