[Talk-de] OSM für Gewässernutzer

Stephan Wolff s.wolff at web.de
Di Jun 16 12:53:10 UTC 2009


Moin, moin,

zu diesem Thema gibt es natürlich schon einige Ansätze in OSM wie z.B. 
die Segler-Seite oder OpenSeaMap. Die Segler1-Wikiseite richtet sich 
offenbar an Fahrtensegler oder Motoryachtfahrer, die über kommerzielle 
Seekarten verfügen und über OSM zusätzliche Informationen im Hafenumfeld 
suchen. OSeaM und FreieTonne wollen die Inhalte der klassischen Seekarte 
übernehmen.

Daneben gibt es viele weitere Gruppen, die an Gewässern interessiert 
sind, wie die Nutzer kleiner Boote (Kajaks, Kanus, Ruderboote, Jollen), 
Surfer, Kite-Surfer, Badende, Schwimmer, Taucher, Angler, Spaziergänger 
oder Naturbeobachter. Für viele wären Informationen über die Form der 
Ufer/Küstenlinie und über Restriktionen bei der Nutzung wichtig, die in 
der OSM-Datenbank noch weitgehend fehlen.

Über die Kennzeichnung der Uferlinie habe ich mir ein paar Gedanken gemacht.
Zwischen der Wasserfläche und der genutzten Landfläche liegt oft ein
einige Meter breiter Streifen, der begehbar oder nicht begehbar, steil
oder flach, bewachsen, natürlich oder künstlich befestigt sein kann.
Meist unterscheidet sich diese Uferzone deutlich von der benachbarten
Landnutzung. In einigen Fällen, wie beim Strand, braucht man natürlich 
keine weiteren Angaben.

Über ein "shoreline"-tag als Linie könnte man das Ufer (etwa zwei Meter 
rechts, links und über der Wasserlinie) klassifizieren:

wall - senkrechte Mauer oder Spundwand (>1m über Wasser)
step - niedrige befestigte Kante (<1m über Wasser)
embankment - befestigte Böschung (15-45° Steigung, meist nicht begehbar)
slip - befestigter flacher Übergang ins Wasser

mud - Matsch, Schlick
sand - fester Sand
stones - größere Steine
rock - Felsküste

wood - dichtstehende Bäume
scrub - Gebüsch
gras - Gras, Rasen
reed - Schilf oder andere Wasserpflanzen

Einige Werte (wall, reed, sand) sind möglicherweise für die allgemeine
Karte interessant, andere würde man nur auf Spezialkarten darstellen.
Zur Kennzeichnung von Kaianlagen gab es hier schon eine Diskussion. Ich 
finde es sinvoller, die physikalischen Eigenschaften der Uferkante 
einzugeben als die Nutzung. shoreline=wall könnte z.B. als stärkere,
schwarze Uferlinie erscheinen.


Sowohl für das Meer wie auch für Flüsse und Binnenseen gibt es viele 
Nutzungseinschränkungen, wie z.B.

- Sperrgebiet auf See mit Tonnen markiert
- zeitweise militärisch genutzte Seegebiete (Schießgebiete / Übungsgebiete)
- Anweisung, 300m Abstand halten, wenn Flagge "B" gesetzt ist
- Fahrwasser
- Seen, die mit Booten entlang eines Flusses durchquert, aber sonst 
nicht befahren werden dürfen
- festgelegte Bereiche für Schwimmer, für Segler, für Surfer und für 
Ruderboote/Kajaks auf Seen oder an der Küste
- aus Naturschutzgründen gesperrte Ufer- und Wasserbereiche
- Privatsee mit öffentlicher Badestelle, die nur von 10 Uhr bis
Sonnenuntergang genutzt werden darf
- Bootsnutzung auf dem See gegen Gebühr
- Badeverbot um eine Stelle mit Klärwassereinleitung
- Badeverbot im Hafengebiet
- Flüsse, die nur ab einem Mindestpegelstand befahren werden dürfen
- Tauchen gegen Gebühr mit vorgeschriebener Mindestausrüstung

Es handelt sich meist nur um wenige Regeln pro Binnensee, Fluss oder
Küstenabschnitt. Allerdings sind die Regeln meist nur als Text in
Verordnungen oder auf Tafeln vorhanden und lassen sich kaum in
OSM-Tags vollständig abbilden. In vielen Fällen dürfte es schon
hilfreich sein, wenn man in einer Karte überhaupt erkennen kann, dass
in einem Gebiet / Flussabschnitt Restriktionen für eine bestimmte
Nutzungsart bestehen, etwa als "swimming=yes, diving=restricted,
canoe=fee". Ein kurzer Text in Landessprache könnte es genauer
erläutern und eine URL auf die zuständige Stelle und aktuelle
Informationen hinweisen.
Ist so etwas in OSM sinnvoll umsetzbar?

Bevor ich die unausgereiften Gedanken auf eine Wikiseite stelle, bitte
ich erst mal hier um Kommentare und Verbesserungsvorschläge.

Viele Grüße

Stephan






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