[Talk-de] POI mobile editor

Kai Krueger kakrueger at gmail.com
Di Jun 16 18:14:42 UTC 2009


Hallo,

Thomas Treyer wrote:
 > Hallo,
 >
 > es klingt natürlich toll, wenn man irgendwo einen Briefkasten sieht,
 > nur einen Knopf am Handy drücken muss und der POI ist in der OSM
 > Datenbank. Aber wie sieht es mit der Qualität aus? Ein Handy wie das
 > E71 macht gerade in der Stadt große GPS-Messfehler, hervorgerufen
 > hauptsächlich durch Reflexion an Häusern und dem damit verbundenen
 > Mehrwegempfang des GPS-Signals. Und was nützt ein POI, wenn er nicht
 > auf der richtigen Stelle sitzt, sondern auf der falschen Straßenseite?
 > Oder gar in einem Innenhof?

Also deine Bedenken teile ich durchaus und sie sind nicht ganz 
unberechtigt. Wenn die Qualitaet auf innenstadt GPS level ist, dann sehe 
ich es auch als unbrauchbar an. Ich habe zwar oft den Eindruck das mein 
Nokia-Handy GPS zum Teil bessere Genauigkeit bei 
Fussgaengergeschwidigkeit hergibt als mein separater SiRFIII Empfaenger, 
beide liefern z.B. hier in der Londoner Innenstadt aber haeufig 
Abweichungen von mehreren 100m. Das GPS kann sich also locker schon mal 
um einem ein paar ganze Blocks vertun. Wie du schon schreibst also 
voellig unbrauchbar fuer Positionierung von POIs.

Genau desshalb glaube ich aber das ein Mobiler editor fuer POIs wenn er 
richtig gemacht wird so wichtig ist. Denn wenn man den POI vor Ort 
eintraegt kann man viel besser die relative position bestimmen, als z.B. 
ob der Briefkasten jetzt auf der linken oder rechten Seite der Kreuzung 
ist. Wenn man hingegen hinterher zu Hause mit einem messy GPS trace und 
einem geotaged Photo versucht die Position des Briefkasten zu bestimmen 
kann man sich eben nicht immer erinnern wo genau der POI war.

Insofern kommt es sehr drauf an wie man das ganze umsetzt. Was mir 
derzeit fuer GpsMid vorschwebt addressiert glaube ich die meisten deiner 
Punkte, auch wenn nicht unbedinkt alle. Insofern muss man sehen wie 
nuetzlich das ganze wird, order ob es mehr Schaden anrichtet. Ich hoffe 
natuerlich sehr das es mehr Nutzen bringt und die Anzahl der POIs 
erhoehn kann ohne zu viele Fehler einzubringen.


 >
 > Deshalb brauchen wir qualitätssichernde Maßnahmen:
 >
 > 1. Der Mapper muss sehen, was bereits in der Datenbasis ist, bevor er
 > was neues dazufügt.

Das ist moeglicherweise der Punkt an dem meine vorgesehene Loesung am 
meisten haken wird, wobei man das hoffentlich spaeter noch verbessern 
kann. Da das ganze in GpsMid eingebunden sein wird was eine OSM Karte 
anzeigt, bekommt man eine recht gute Uebersicht der derzeitigen Karte. 
Allerdings, verwendet es einen Offlinedatensatz der OSM Daten. Insofern 
sind diese daten natuerlich nur so aktuell wie man das letzte mal die 
Daten auf das Handy kopiert hat. Insofern muss man wenn man mappen will 
GpsMid recht haeufig aktualisieren. In meiner Erfahrung ist die Dichte 
der mapper, zumindestens dort wo ich mappe, noch nicht so hoch das die 
Wahrscheinlichkeit sonderlich hoch ist das ein POI der gestern noch 
nicht drin war jetzt drin ist. Insofern hoffe ich das es nicht zu sehr 
ein Problem ist. In einer zweiten version wird man aber dann mit 
Sicherheit einen Ausschnit von den OSM daten frisch vom Server 
herunterladen muessen, mit dem Aktuellen vorhandenen Satz abgleichen und 
nur dann hinzufuegen wenn der POI nicht schon vorhanden ist.

 >
 > 2. Der Mapper muss sehen, ob die GPS-Position des POI Sinn macht,
 > bevor er den Eintrag in die Datenbasis einträgt.

Ich denke der POI sollte generell nicht direkt von der GPS Position 
genommen werden, sondern manuell relativ zu den bestehenden Strassen und 
POI daten positioniert werden. Die GPS Position sollte einem nur helfen 
in die richtige naehe zu gelangen. Das sollte dann das Problem mit der 
Qualitaet der GPS daten weitest gehend beheben. Ausserdem sollte ein 
mobiler editor auch Leuten zur Verfuegung stehen die kein GPS habe. 
Gerade in gut gemappten gegenden braucht man haeufig GPS nicht mehr.

 >
 > 3. Der Mapper muss die GPS-Position des neuen POI justieren können,
 > bevor er den Eintrag in die Datenbasis macht.

Yup, sehe ich auch so. Wie gesagt, ich wuerde es generell nur manuell 
machen.

 >
 > Ich halte nichts davon, dass man von unterwegs zuerst einen Schrott in
 > die Datenbasis einträgt und dann vielleicht Tage später zuhause die
 > Plausibilität der Eingaben überprüft.

Generell schrott sollte natuerlich nicht hochgeladen werden. Ein paar 
Probleme wenn die Vorzuege ueberwiegen koennte ich jedoch verschmerzen. 
Dazu wuerde fuer mich auch der gelegentliche doppelte POI zaehlen. Aber 
das denke ich muss man sehen wie sich der tradeoff heraus bildet wenn 
man die ersten versionen der editoren hat.

 >
 > Mein Eindruck ist, dass wir zumindest in dem deutschen Teil der OSM-
 > Datenbasis kein Problem mit der Quantität haben, sondern eher mit der
 > Qualität.

Also da ist Deutschland in einer sehr gluecklichen Situation und nicht 
unbedingt repräsentativ fuer die restliche Welt. Z.B. in London, das 
sonst eigentlich auch recht gut gemappt ist, fehlen trotzdem noch, 
wuerde ich sagen, die Mehrzahl der POIs, und metadata wie maxspeed.

Ich sehe das ganze aber auch als ein Moeglichkeit der 
Qualitaetskontrolle. Denn man kann wiederum z.B. auf dem Weg zur Arbeit, 
wenn man ein Fehler entdeckt, den schnell korrigieren.

Wenn nun Tools entworfen würden, die die Quantität vor die
 > Qualität setzen, dann befürchte ich das Schlimmste. Damit meine ich
 > aber nicht GpsMid, hier scheint der Autor sich ja Gedanken um die
 > Qualität gemacht haben. Die einfache Änderung von bereits
 > existierenden Tags ist vielversprechend und entspricht ja meinen drei
 > Forderungen von oben.

:-)

Ganz ohne Probleme ist die derzeite Loesung fuer Ways zwar auch noch 
nicht, daran arbeite ich aber auch noch. Andere sind allerdings auch 
herzlich dazu eingeladen hier mit zu helfen ;-)

 >
 >    Ich möchte mich aber dagegen aussprechen, dass Tools enwickelt
 > werden, die "auf Knopfdruck" irgendwelche POIs neu erzeugen, die dann
 > ohne manuelle Kontrolle in die Datenbasis wandern.
 >
 > Ich hoffe, ich habe jetzt niemanden allzusehr vor den Kopf gestoßen.

Noe, ich denke ein gute und konstruktive Diskussion darueber was man mit 
den limitierten moeglichkeiten normaler Handies sinnvoll anfangen kann 
waere sehr nuetzlich.


 >
 >
 > Thomas Treyer
 >
 >
 >
 > Am 16.06.2009 um 12:28 schrieb Thomas Steiner:
 >
 >> Hallo zusammen,
 >>
 >>> Selber arbeite ich gerade daran die editing faehigkeiten von GpsMid
 >>> zu
 >>> verbessern. GpsMid sollte auf den meisten j2me faehigen Handies und
 >>> somit
 >>> einem Grossteil der derzeit verfuegbaren laufen, also auch dem
 >>> Nokia E71.
 >> wow, super, hört sich gut an. J2ME ist gerade der richtige Umfang
 >> meine ich: können fast alle Handys und kann genug.
 >>
 >>> Die ersten winzigen Schritte sind getan und man kann bereits tags von
 >>> bestehenden Wegen aendern, hinzufuegen oder entfernen. Nicht viel,
 >>> aber
 >> das ist super, aber ich hätte mir noch was schlankeres vrogestellt:

Also die Tatsache das zuerst die editing funktion fuer Way tags 
hinzugefuegt wurde hat mehr was mit der internen Struktur von GpsMid zu 
tun, als notwendiger weise was am meisten sinn macht aus Perspektive des 
Users ;-)

  es
 >> wird nichts empfangen (keine ahnung, wie die OSM da aussieht), man
 >> kann nichts ändern, nur POIs hinzufügen. Dann muss man zwar ev nachher
 >> noch online nacharbeiten, fehler ausbessern und doppeleinträge
 >> löschen, aber das hinzufügen ist so super-easy...
 >> Aber das ist meine Traumwelt...
 >>
 >> Wenn es da Bewegung gibt, würde ich mich sehr freuen, gerne kann ich
 >> mich als Tester betätigen!

Cool, ich werde mich wieder melden wenn ich tatsaechlich was zusammen 
habe. Ein paar tester koennte ich dann mit sicherheit gebrauchen.

 >>
 >> Thomas

Kai

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