[Talk-de] Weg mit den Map Features

Peter Dörrie peter.doerrie at googlemail.com
Fr Jun 26 13:29:34 UTC 2009


2009/6/26 Sven Sommerkamp <s_sommerkamp at gmx.de>

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> > Du hast keinerlei Recht, den Leuten im Kongo vorzuschreiben, wie sie zu
> > mappen haben.
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> Über sinnvolles abstimmen von solchen Dingen könnten auch Leute im Kongo
> die Dinge an ihre Realität anpassen.
> Wobei ich denke OSM war und ist ein Internationales Projekt und die Art
> Dinge
> zu erfassen sollte eine gewisse Konsistenz auch über alle Grenzen hinweg
> haben.
> Auch jemand aus dem Kongo möchte sich umgekehrt in unseren Karten
> zurechtfinden!


Eigentlich wollte ich mich in diese Diskussion ja nicht einklinken, aber an
dieser Stelle kann ich nicht widerstehen.

Im Kongo war ich zwar noch nicht, dafür aber in einer ganzen Menge anderer
afrikanischer Staaten. Die Vorstellung, dass ein in Europa erdachtes und auf
hiesige Bedingungen abgestimmtes und definiertes tagging-System in Afrika
funktioniert ist schlicht illusorisch. Im Vergleich zu den Ausbaustufen
europäischer Straßennetze müsstest du in Afrika schon mit der Verwendung von
trunk vorsichtig sein, von motorway mal ganz zu schweigen. Trotzdem sind
relativ viele Straßen in diesen Staaten als trunk oder motorway getagt, was
im Vergleich zu dem restlichen Straßennetz auch sinnvoll ist.

Ich würde persönlich zwar auch davor zurück schrecken eine ungeteerte Straße
als motorway zu bezeichnen, bin aber doch der Meinung, dass unterschiedliche
Regionen Flexibilität in der Definition der Schlüssel-Wert Kombinationen
brauchen.

Vor diesem Hintergrund wäre mein konstruktiver Beitrag zu dieser Debatte:

Folgt dem Beispiel Wikipedia und dezentralisiert Entscheidungsstrukturen.
Jedes Land / Region, dass eine ausreichend große Nutzerbasis hat, darf sich
frei für ein von ihr preferiertes "Organisationsmodell" entscheiden. Also
zum Beispiel die deutsche Community für einen "Rat der Weisen", die
Engländer für einen "wohlwollenden Diktator", die Franzosen für reine
Basisdemokratie und die Afrikaner für Anarchie (zufällig gewählte
Beispiele).

Jedes dieser föderalen Systeme kann für seinen "Einflussbereich"
Empfehlungen zum Tagging abgeben, die einzelnen User sind in ihrer
Entscheidung aber weiter frei.

Die internationale Kooperation wird dabei nicht zwingend den Bach runter
gehen. Ich denke ein gute Kultur des voneinander Lernens und eine
gegenseitige Orientierung an praktizierten Konventionen wird sich
automatisch ergeben.

Die gesamte OSM Community in ein einziges "Entscheidungsmodell" zu pressen
wird aufgrund kultureller Unterschiede sowieso nie funktionieren. Glaubt es
oder lasst es.

Grüße,

Peter
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