[Talk-de] Weg mit den Map Features

Heiko Jacobs heiko.jacobs at gmx.de
Sa Jun 27 13:21:42 UTC 2009


Martin Simon schrieb:
>> Ich finde die bestehende highway-Klassifizierung für die Administrative
>> Zuordnung eigentlich ideal, auch weil sie international anwendbar ist.

Eben nicht, weil jedes Land bei der administrativen Einteilung sein
eigenes Süppchen kocht.

> (und ref= ist tatsächlich keine verlässliche Information über die
> Zuordnung, sondern nur ein String...)

Wie denn anders als ein String? Da jedes Land da, wie gesagt, ein
eigenes System hat, lässt sich das nicht vereinheitlichen.
Schon die Verwaltungsgrenzen über die ganze Welt in ein System
zu pressen, ist ein ziemliches Rumgeeier... Das muss man sich nicht
auch noch beim Hauptgegenstand von OSM antun ...
Da immer mehr Bundesstraßen und niedriger verrelationiert werden,
kann man sich für die Relationen meinetwegen ein Zusatztag einfallen
lassen, der das klarer macht. Wobei das m.E. nicht unbedingt nötig ist.
In Deutschland ist der Buchstabe vorne hinreichend aussagekräftig,
wenn man von dem offenbar einen einzigen Fall der Kreisstraßen in
der Umgebung Augsburgs absieht, für die im Wiki aber die Lösung
"As" statt "A" festgehalten ist. Auf andere Länder ist das System
eh nicht übertragbar, denn dort gibt es keine Bundes-, Landes-
oder Kreisstraßen, sondern was anderes, das garantiert nur unter
Verlusten in ein solches System für alle Länder zu pressen ist.

> Das dumme ist halt, daß die Renderer noch immer allein über das
> highway-tag entscheiden, wie "wichtig" eine Straße ist und daß es
> daher extrem schwierig sein dürfte, einen Großteil der Leute davon zu
> überzeugen, ihre Zeit in ein geteiltes tagging zu stecken, das
> momentan in _einigen_ Fällen "falsch aussehende" Ergebnisse liefern
> würde.

In _vielen_ Fällen würde ich mal behaupten.

Der Verlauf von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen ist
a) historisch gewachsen und
b) oft ein Politikum
Ein Zuständigkkeitswechsel ist nicht trivial und oft dienen Einteilungen
als "politisches Faustpfand" für Forderungen nach Umgehungen, die man
nicht aus eigener Tasche zahlen will etc.

Im einen Bundesland wurden schon Bundesstraßen, die eine ganze Ecke
weg von dr Autobahn lagen, zu Landesstraßen herabgestuft (B 6 Bremen -
Bremerhaven - Cuxhaven bspw.), in anderen Bundesländern werden
Bundesstraßen direkt neben die Autobahn als Umgehung gebaut und
bleiben trotzdem Bundesstraßen (B 3 bei Karlsruhe etc.)

Daher bildet die administrative Einteilung heute eher selten Ausbauzustand,
Verkehrswichtigkeit und Verbindungsfunktion vernünftig ab.
Früher war das mal so gedacht. Die Reichsstraßen sollten das Netz
1. Ordnung bilden zwischen den wichtigsten Städten und so weiter abwärts.
Das wurde aber vielenorts von der Entwicklung überrollt und so manche
Bundestraße verbindet heute nur noch Ortsteile, während die besser
ausgebaute Umgehungs-Kreisstraße daneben die eigentliche Verbindungsfunktion
praktisch übernommen hat.

Du nennst ja schon ein Beispiel:

> Sieht man sich z.B. einige wichtige innerstädtische Straßen wie hier
> den Konrad-Adenauer-Damm in Bonn

Im Karlsruher Raum gibt's bspw. die autobahnähnliche K 9657/K 9652
als Südtangente um Karlsruhe drumrum, während die B 10 teilweise
mit nur 1 Fahrspur pro Richtung, die sie sich auch noch mit der Tram
teilt, durch den Ort geht als "Finanzjoker" für so manches
umgesetztes und geplantes Straßenprojekt, das gefälligst der
Bund zahlen soll.
Nordöstlich von KA geht die B3 immer noch durch die Orte Ubstadt
bis Langenbrücken, jeder vernünftige überörtliche Verkehr nutzt
aber die Umgehung K 3575 ab Autobahn, die dann auch folgerichtig
oft "Ersatz-B3" genannt wird...
Sowas findet man alle Nase lang...
Die administrative EInteilung ist es nicht wert, in irgendeiner
Form hervorgehoben zu werden, woraus ja letztlich auch eine
Empfehlung "nimm lieber die rote Straße statt der gelben Straße"
abgeleitet wird von den Benutzern, ob menschlich oder Router.
Es langt der String "B x" auf/neben der Straße.

Aktuelle Verkehrsbedeutung ist das, was m.E. entscheidend ist.
Die Verbindungsfunktion korreliert da stark mit, denn nur das,
was wichtiges verbindet, ist verkehrsbedeutend.

Das System darf durch "Premium-Klassen" wie motorway und trunk
(in .de als autobahnähnlich definiert) ohne Schaden durchbrochen
werden, da sowas i.d.R. auch nur für bedeutende Straßen gebaut wird.
Dort wo noch Autobahnen und ähnliche gebaut werden (sollen),
ist die "Premium-Klasse" halt nicht durchgängig. So sieht man
auch auf erstem Blick, welcheRouten vielleicht kritisch sind,
weil es sich am Übergang knubbelt...

Gruß Heiko "Mueck" Jacobs






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