[Talk-de] Mal aus Sicht eines Mappers

Christian H. Bruhn brogo at arcor.de
Sa Jun 27 14:57:52 UTC 2009


Hallo!

Ich bin kein großer Diskutierer, deswegen halte ich meistens bei
Auseinandersetzungen, die mich nicht elementar betreffen zurück. Ich
lese auch nicht alles Beiträge, insbesondere wenn Diskussionen zu lang
oder zu breit werden.

Ich möchte aber trotzdem mal meinen Standpunkt zu den aktuellen
Diskussionen dokumentieren.

Ich bin erst seit 10 Monaten bei OSM und habe schon einiges gemappt.
In meinem Umfeld gehöre ich sicherlich zu den Top-10-Aktiven.
Allerdings "nur" als Mapper.

Wie ein Weg nun korrekt getaggt wird, ist mir eigentlich relativ egal.
Ob nun als cycleway, path oder wasauchimmer. Ich bin da ziemlich
leidenschaftslos; ich möchte es nur "richtig" machen. Dazu nutze ich
die JOSM-Vorlagen, das Wiki und schaue mir an, was andere Leute
gemappt haben. Dann kommt man darauf, daß es durchaus Unterschiede
gibt. Also legt man sich selbst ein Tagging-Muster an. Irgendwo zu
Beginn habe ich (ich glaube es war auf den Einsteigerseiten im Wiki)
gelesen, daß es gewisser "Wildwuchs" beim Tagging sogar erwünscht ist.
Also sollte es kein großes Problem sein, wenn ich mich auf ein
Tagging-Muster festlege. Ich denke da immer an die Werbung: "So riesig
die Unterschiede wohl nicht sein." "Riesig nicht, aber fein". Am
Anfang muß erst mal eine Datenbasis geschaffen, die man später
verfeinert.

Wenn nun aber gesagt wird, daß ein Radweg nur noch tag XY erfasst
werden sollte, hätte ich da auch kein Problem mit. Es würde wohl auch
gar nicht so schwer sein, alle Radwege in "meinem" Gebiet umzuändern.

Für mich war es enorm, womit ich mich am Anfang alles beschäftigen
mußte, um meine ersten Wege zu erfassen. Da war die GPS-Technik, die
unterschiedlichen GPS-Daten-Formate, Techniken um Zusatzinformationen
zu den Tracks zu erfassen, mit einem Java-Programm umzugehen, die
Bedienung von JOSM, etc. Und dann natürlich das "korrekte" Taggen.

Forum und Mailinglisten waren am Anfang weder bekannt, wären aber aber
auch zuviel Informationen. Man hatte ja schon genug mit den anderen
Sachen zu tun.

Man (bzw. ich) ist also am Anfang froh, wenn man an die Hand genommen
wird, und sich nicht durch etliche widersprüchliche Wiki-Seiten und
Diskussionen kämpfen muß um für sich zu entscheiden, wie man denn nun
einen Weg bezeichnen soll.

Wenn die Unterscheidung ob eine Straße und track oder unclassified
ist, nicht so einfach ist, dann ist das System wohl zu kompliziert für
den Durchschnittsmapper. Wenn nur Spezialisten und Profis feststellen
können, die Straße ein trunk ist oder nicht, dann sollte man
überlegen, wie man es den Amateuren einfacher machen kann. Vielleicht
wäre ein hierarisches System sinnvoll. Der Amateur taggt eindeutig
(!), das was er sieht und der Profi hat die Möglichkeit die
Information mit zusätzlichen Tags zu verfeinern..

Just my 2 Cents.

Christian






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