[Talk-de] OSM als Beispiel für gescheiterte Basisdemokratie

Dirk Stöcker openstreetmap at dstoecker.de
Sa Jun 27 15:48:05 UTC 2009


On Sat, 27 Jun 2009, Ulf Lamping wrote:

>> Der Ruf nach einer starken Hand, die ein "Machtwort" sprechen kann, ist 
>> naiv; wo ein Machtwort ueberhaupt *noetig* ist, haben wir bereits ein 
>> Problem.
>
> Wir haben bereits mehrere solche Probleme.

Nunja, Probleme gehören dazu. Und es ist ja nicht so, dass wir Stillstand 
zu verzeichnen haben. Ich habe mir für Entscheidungen in Softwarefragen 
schonmal 2 Jahre Zeit genommen und das Ergebnis ist es wert. Das der 
Zustand des OSM-Wiki und der Informationsfluss verbesserungswürdig ist 
steht wohl außer Frage.

Nur für mich und z.B. scheinbar auch für Frederik ist das eher ein 
Nebenschauplatz des Krieges.

Nur als Hinweis. weder ich noch irgendeiner den ich kenne hat sich als 
Anfänger je die Mühe gemacht auch nur Teile des MapFeatures-Wiki 
durchzulesen. Das habe ich erst gemacht, als ich es genauer wissen wollte. 
Und zu dem Zeitpunkt hat man schon gelernt mit den Konflikten umzugehen.

Sicher wäre es hilfreich wenn das Wiki den OSM-Zustand darstellen würde, 
der für den Großteil der Objekte in der Datenbank gilt. Nur ist das eben 
nicht einfach. Allerdings haben wir mittlerweile eine ganze Palette von 
Tools, Skripten, Webseiten und Programmen, welche Datenvalidierung machen. 
Ich denke diese haben einen weit größeren Einfluß als die Wikiseiten.

> Ich hatte bereits vor einiger Zeit (Jahren?) angemerkt, daß es ohne
> definierte Entscheidungen zu immer stärkeren Problemen kommen wird weil
> sich das Ganze immer mehr aufsplittert. Genau dies tritt jetzt langsam
> aber sicher an immer mehr Stellen auf.

Ich empfehle Dir das Buch "The Long Tail" von Chris Anderson zu lesen. 
Dort geht es zwar um Musik u.ä., aber die Parallelen sind enorm. Sicher 
ist viel Schrott in OSM und es gibt auch Aufspaltungen. Aber Wenn Du Dir 
die Prozentzahlen anschaust, wirst Du feststellen, dass wahrscheinlich 
weit über 90% der Datenbasis sehr gut nutzbar sind. Irgendwann werden es 
nur noch 50% sein. Diese 50% sind dann aber in Absolutwerten gesehen 
deutlich mehr als die 90% jetzt. Und die anderen 50% sind bei weitem nicht 
nutzlos.

Ciao
-- 
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