[Talk-de] US-Behörde befürchtet GPS-Ausfälle

Dirk Stöcker openstreetmap at dstoecker.de
Mo Mai 11 13:20:58 UTC 2009


On Mon, 11 May 2009, Tobias Wendorff wrote:

> Dirk Stöcker schrieb:
>> Dass allerdings jemand für LowCost-Empfänger Firmwareupdates anbietet
>> halte ich für sehr unwahrscheinlich. Das lohnt sich einfach nicht.
>> Außerdem sind in den nächsten Jahren viele Veränderungen bei der
>> Satellitennavigation zu beachten, so dass neuere Geräte viel
>> leistungsfähiger sein werden.
>
> Wie gesagt vermute ich auch immer noch einen Kapitalgedanken dahinter.
> Wieso soll ein Hersteller von LowCost-Empfängern ein Update rausgeben,
> wenn er gleich eine neue Serie an Receivern herausbringen kann.

Das ist etwas überspitzt. "Kompatibel" heisst das gleiche Frequenzen und 
ein prinzipiell ähnliches Verfahren genutzt wird. Die komplette 
Signalverarbeitung ist vollkommen verschieden. Da die Softwareentwicklung 
heutzutage die Hauptarbeit ist, aber keiner für Firmwareupdates Geld 
bezahlen würde, wäre es schon komisch, wenn ein Hersteller Updates für 
alte Geräte anbietet.

> Wenn alle drei Systeme nahezu gleichzeitig "online" gehen, dann ist
> es natürlich schlecht für den Hersteller, weil er (wie bei DVD-+R)
> alles in einem Gerät anbieten muss, um am Markt anzukommen.

Nur um das mal klarzustellen. GPS und GLONASS sind beide etwa gleich alt. 
GLONASS ist also schon lange online. Nur war in den 90er Jahren der 
GLONASS-Wartungszustand miserabel (Geldnot) und deswegen hat sich GPS 
durchgesetzt. In den letzten Jahren geben die Russen wieder reichlich Geld 
für GLONASS aus, deswegen ist es jetzt wieder im Gespräch. Im hochpräzisen 
Bereich ist GPS+GLONASS mittlerweile Standard.

>> Genauso unwahrscheinlich ist es aus meiner Sicht übrigens, dass im
>> nächsten Jahr mehr als 10 GPS-Satelliten ausfallen werden (die nominelle
>> GPS-Abdeckung umfasst 21 Satelliten, momentan sind es 31). Der Bericht
>> hat allerdings einen wichtigen Hintergrund: Relativ viele der Satelliten
>> sind älter als 10 Jahre (der älteste 19), so dass die
>> Ausfallwahrscheinlichkeit steigt.
>
> Ich mache mir immer große Sorgen, dass da oben eine Art Kettenreaktion
> passiert: Ein Satellit kollidiert mit einem anderen, dann fliegen
> kaputte Teile zum nächsten, beschädigen den etc. etc.

Das ist extrem unwahrscheinlich. Kaputt heißt nicht, dass der Satellit 
kaputt ist, sondern nur, dass die Primärfunktion nicht mehr erfüllt werden 
kann (z.B. letzte Atomuhr ist kaputtgegangen oder erreicht notwendige 
Genauigkeiten nicht mehr). Die Satelliten sind deshalb weiterhin steuerbar 
und werden auf Parkbahnen/Absturzbahnen gelenkt.

Ciao
-- 
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