[Talk-de] öffentlich aushängende Karten unter Panoramafreiheit (was: Wanderwetter)

Martin Koppenhoefer dieterdreist at gmail.com
Mo Mai 18 16:07:08 UTC 2009


Am 18. Mai 2009 17:49 schrieb Johann H. Addicks <addicks at gmx.net>:
> Was Du nicht darfst ist "Retouchieren". Es besteht ein Veränderungsverbot.
> Du darfst also weder Änderungen im Bild vornehmen, noch die Farben
> "entstellende" nachbearbeiten. Noch irgendwie "Kollagen mit anderen Bildern"
> draus erstellen.

je nachdem, wie weit man geht, oder? Künstler machen das doch
allenthalben (für jede Collage braucht man Vorlagen) und erstellen
damit urheberrechtlich geschützte Werke. Wenn ein eigenständiges Werk
entsteht, muss es irgendwie erlaubt sein.

> Wahl- und Veranstaltungsplakate fallen nicht unter die Panoramafreiheit, da
> sie eben nicht "bleibend" sind.

solange sie das einzige Motiv sind. Wenn sie irgendwie im Hintergrund
erscheinen, ist die Lage doch vermutlich schon wieder anders:
http://www.koppenhoefer.com/dailypic/2002/20020718.jpg
(ist eine Webcam-Aufnahme, also nicht so pingelig sein).


>> Nach meinem Verständnis der Panoramafreiheit gilt diese nicht mehr, wenn man
>> nur ein einzelnes, bestimmtes Objekt ablichtet. So kann es ja AFAIK unter
>> Umständen schon verboten sein, öffentlich ausgestellte Skulpturen oder
>> architektonisch einzigartige Gebäude zu fotografieren (bzw. das Bild dann
>> frei zu verteilen).
>
> Das kenne ich so nicht.
> Die Urteile, die es gibt beziehen sich auf "zwar öffentlich sichtbares
> Kunstwerk, jedoch keine Panoramafreiheit, da nicht vom öffentlich Raum aus
> fotografiert, sondern mit Hilfsmittel wie Trittleiter oder von einem Balkon
> einer Privatwohnung -mit Zustimmung des Anwohners-"
> oder "Skulptur steht war in öffentlichem Park, jedoch keine Panoramafreiheit,
> da der Postkartenverkäufer nicht das direkte Foto des Kunstwerkes
> veröffentlicht hat, sondern das Foto zudem noch künstlerisch durch
> Einfärbung/Retusche etc nachbearbeitet worden ist."

das ist aber auch schon wieder ziemlich unklar, moderne digitale
Cameras sind ja mit "normalen" Fotoapparaten nicht zu vergleichen
(auch bei diesen gab es bereits die Möglichkeit, mit
Shift-und-Tilt-Objektiven, Filtern etc. einen verfremdeten Eindruck zu
erzeugen): es handelt sich gewissermaßen um Bildcomputer, und jedes
"Foto" ist in Wahrheit bereits bearbeitet (Weissabgleich,
Rauschentfernung, Farben, Kompression, etc.). Selbst wenn man von den
diversen (je nach Camera) expliziten Möglichkeiten (Color-Change,
Sepia, etc.) nichtmal Gebrauch macht.

Gruß Martin




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