[Talk-de] OSM zur Navigation ungeeignet (war: Gratulation)

Sven Sommerkamp s_sommerkamp at gmx.de
Fr Nov 6 17:16:55 UTC 2009


Am Dienstag, 20. Oktober 2009 17:43:17 schrieb Frederik Ramm:
> Hallo,
> 
> Garry wrote:
> > Ich finde es gut und wichtig dass jemand wie Hubert technische
> > Hintergründe einbringt und versucht diese in
> > OSM zu etablieren.
> 
> Irgendwie scheint er aber fuer dieses "Einbringen" ungeeignete Wege zu
> beschreiten bzw. sich mit seiner Rolle als Rufer in der Wueste ("ich
> habs ja immer gesagt") begnuegen zu wollen.
> 
> > Sonst wird OSM doch mehr und mehr zu einem
> > Karten-Mal-Kunstprojekt für das eine
> > keine funktionierende Routing- und ähnliche Anwendungen gibt.
> 
> Ich werde ab jetzt jeden ignorieren, der behauptet, mit der derzeitigen
> Datenstruktur sei kein vernuenftiges Routing moeglich. Das ist einfach
> Quatsch.
> 
> Routing basiert auf einer Reihe von sehr generalisierten Annahmen,
> insbesondere der, dass ein beliebiges Fahrzeug zu einer beliebigen Zeit
> auf einer Strasse der Kategorie "X" eine Durchschnittsgeschwindigkeit
> von "Y" erzielen wird.
> 
> Das Routingergebnis ist nie perfekt, unter anderem, weil die angenommene
> Durchschnittsgeschwindigkeit
> 
> * vom Fahrer aufgrund persoenlicher Vorlieben nicht eingehalten wird
> * vom Fahrzeug aus technischen Gruenden nicht eingehalten wird
> * aufgrund der Verkehrslage nicht eingehalten werden kann
> * aufgrund von Fehlklassifizierungen der Strassen nicht der Realitaet
> entspricht
> 
> Meiner Ansicht nach fallen 1, 2, 3 viel staeker ins Gewicht als 4. Auch
> bei OSM. Aber ueber 1, 2, 3 spricht hier keiner - sondern es wird so
> getan, als ob das Routing jetzt unbrauchbar wuerde, bloss weil irgendwo
> mal 10km "primary" stattdessen als "secondary" getaggt sind oder
> umgekehrt. Das ist doch laecherlich. Wer sich an sowas aufhaengt, dem
> geht es ganz bestimmt nicht um realistisches Routing, sondern um
> irgendwas anderes, bei dem 1, 2, 3 keine Rolle spielen.
> 
> > Dann sollte man vielleicht darüber nachdenken mit OSM unter einem
> > anderen Namen weiterzumachen damit keine
> > weiteren Navi-Interessierten angelockt werden. Sind doch digitale
> > Strassenkarten für den Normalbürger heute fast untrennbar mit
> > "Navi" in den Köpfen verbunden...
Naja, man könnte ein BasisOSM haben und eines für Straßennavigation,  
Seenavigation, Kartenrendering..,-
BasisOSM stellt dann die Grunddaten bereit, die man auf sein OSM 
weiterverarbeiten kann.
Dann kann man optimieren.
Es bestehen auch verschiedene Ansätze für Routing.

Die Einen meinen: Es sollten Radfahrer bis ins letzte Detail über Kreuzungen 
und Radwege die die Seiten wechseln geführt werden.
Das wäre maximal hilfreich.
Das kann ich aus meiner Erfahrung nicht bestätigen.
Es lenkt zu sehr vom eigentlichen Fahren ab.
Denn die Anweisungen prasseln gerade dann so schnell auf mich ein, wenn ich 
all meine Aufmerksamkeit brauche um dieser schwierigen Verkehrssituation 
gerecht zu werden.

Es gibt andere Ansätze.
Es gibt auch Leute die meinen: Viel hilft viel.
Man ist so in der Lage diese grundsätzlich verschiedenen Ansätze voneinander 
zu trennen.
Und zu schauen wer recht hat. 
> 
> "OpenStreetMap - nicht fuer Autofahrer", von mir aus gern. Nicht weil
> ich was gegen Autofahrer haette - sondern um dieses staendige Gejammer
> los zu sein.
> 
> Bitte setze den Begriff "Navi" nicht mit "fuer Autofahrer" gleich.
Ich hätte gern ein Navi für alle!
> 
> > Man könnte in Deine Aussage leicht reininterpretieren
> > "Wir wollen kein (brauchbares) Routing in OSM - Zielgruppe Navi, schaut
> > Euch bitte woanderst um wo Ihr Eure Daten einbringen könnt"
> 
> Die nicht-Autofahrer-Nutzer sind froh ueber OSM und bringen sich
> begeistert und konstruktiv ein, weil sie endlich was haben, was besser
> ist als alles vorherige.
Es ist in manchen Punkten besser als die bekannten Alternativen.
In anderen schießt OSM über das Ziel hinaus und in vielen Dingen ist man sich 
so uneins das das es schwer ist generalisierte Annahmen für die OSM Daten 
anzuwenden.

Der Ansatz sowohl als auch erschwert ganz viele Dinge.
> Die Autofahrer-Nutzer vergleichen mit einem
> gekauften Auto-Navigationsgeraet und finden OSM schlechter. Wenn das ein
> Impuls ist, was zu verbessern - super.
Es wäre (ist), sehr schwer für diese sowas zu erreichen.
Es würde vorraussetzen, das man über bestimmte Arbeitsweisen, Tagging 
Einigkeit erreicht, was mit bisherigen Strukturen totaler Freiheit und ohne 
feste Strukturen Regeln einfach nicht zu machen ist.

Vermutlich wird es in Zukunft Sinn machen weitere OSM Projekte zu gründen, 
die BasisOSM mitverwenden, aber einen anderen STrukturansatz verwenden bzw. 
auf bestimmte Verwendungszwecke optimiert ist.
> Wenn es aber staendig zu diesem
> Rumgemaekel fuehrt und dazu, dass irgendwelche Missionare hier darauf
> rumreiten, ob eine Strasse jetzt die Klasse X oder Y haben muss ("in
> einem Fall dauert die Fahr 5:43, im andren Fall 5:37, das ist doch
> unbrauchbar, wenn das nicht klar definiert ist...") dann muss ich echt
> sagen: Leute, das ist hier nicht der Prinzessin-auf-der-Erbse-Club,
> bitte bettet Euren zarten Hintern woanders.
Dies ist aber ein an sich interessantes Projekt, mit dem potenziell vieles 
noch besser Möglich wäre.

Die Kritik findet statt, um diesem Ziel näher zu kommen und nicht immer wieder 
zwei Schritte vor und einen zurück zu machen.

Ziel dieser Kritik ist nicht, OSM als Projekt Schaden zuzufügen.

Sondern in Punkten besser zu werden die bisher aus meiner und der Sicht 
anderer unbefriedigend gelöst sind.

> 
> Bye
> Frederik
> 
Gruß Sven
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