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Frederik Ramm frederik at remote.org
Mi Nov 11 23:04:34 UTC 2009


Hallo,

Sven Geggus wrote:
> Nun zum Grund für dieses Posting. Ich möchte euch auf einen Artikel
> von Kristian Köhntopp aufmerksam machen, der sich zwar vordergründig
> mit der Wikipedia Diskussion befasst, aber viele Dinge in
> Communityprojekten und deren Probleme beleuchtet. Auch solche, die
> OSM im Gegensatz zum Relvanzproblem hat.

An der Wikipedia rummaekeln ist ja gerade in Mode. Ich mag mich daran 
eigentlich nicht beteiligen - solang sie mir mehr nuetzt als schadet, 
ist es doch recht. Und was Koehntopp in seinem Blog schreibt, naja, mal 
ganz ehrlich, das gibt es doch ueberall - wenn ich mich zum Beispiel 
noch erinnere, wie die dana-"Elite" im Usenet mit Newcomern umgegangen 
ist, das war auch nicht anders.

Ich glaube auch nicht, dass sich die Erfahrung vom comp.lang.php-FAQ so 
einfach auf ein so grosses Projekt uebertragen laesst.

Eine Sache, die ich mit etwas Sorge sehe bei der Wikipedia, konkreter, 
dem deutschen Wikimedia-Vereion, ist, dass sie zu viel Geld hat. Hoert 
sich jetzt etwas undankbar an, schliesslich hat OSM davon auch 
profitiert. Aber ich sehe bei solchen Organisationen so einen sich 
selbst fuetternden Wachstumskreislauf:

0. Man hat ein Projekt.
1. Man gruendet einen Verein mit Ehrenamtlichen. Die haben praktisch 
keine Macht und dienen nur dazu, das Projekt nach aussen zu vertreten 
und ein Konto zu haben, nach innen sollen sie nur "foerdern".
2. Die Ehrenamtlichen klagen ueber zu viel Arbeit und stellen einen 
Admin, oder einen Geschaeftsfuehrer, oder einen Hiwi ein.
3. Mehr Geld muss ran, daher stellt man einen Fundraiser ein.
4. Mehr Geld kommt rein, also faengt man coole neue Projekte an (zum 
Beispiel druckt man eine papierne Zeitung und verteilt die in der Welt).
5. Man kann mehr Leute einstellen, die sich coole Projekte ausdenken.
6. Man braucht mehr Geld; goto 3.

Dabei entsteht eine Organisation, die mit der Zeit immer groessere 
Geldmengen umwaelzt, und es entsteht unweigerlich eine Hierarchie, denn 
die Angestellten muessen ja einen Vorgesetzten haben. Das ganze 
entfremdet sich dann vom eigentlichen Projekt. Ich weiss nicht, ob das 
gut ist; ich habe zumindest kein gutes Gefuehl dabei und stehe daher 
entsprechenden Bestrebungen in der OSM-Foundation, den Schritt "2" zu 
vollziehen, kritisch gegenueber.

Bye
Frederik

-- 
Frederik Ramm  ##  eMail frederik at remote.org  ##  N49°00'09" E008°23'33"




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