[Talk-de] Werkzeuge fuer Kartographen

Michael Buege michael at buegehome.de
Fr Nov 27 08:12:20 UTC 2009


Zitat Tirkon:

> Sven Anders <sven at anders-hamburg.de> wrote:
> 
>>Auf Shapefiles und Datenbanken waren die beim letzten Stammtisch nicht
>>so scharf. Ilustrator und SVG waren da deutlich populärer.
>>Mapnik kannten die Kartographen gar nicht.
> 
> Ich bin ja bass erstaunt, dass OSM selbst unter den Profis so wenig
> bekannt ist. Ich war davon ausgegangen, dass Kartenprofis die Ersten
> wären, die es kennen würden.

OSM ist unter den Profis sehr wohl und schon laenger bekannt. 
Aber wie das so ist, wenn Laien anfangen, "Profiarbeit" zu machen... ;-)

> Was bezeichnet man überhaupt als Profis? Sind das Leute, die bei
> Kartenherstellern, wie beispielsweise bei Falk oder bei Geobehörden
> z.B. Katasterämtern arbeiten?

Das ist unterschiedlich. Im konkreten Fall ist es die Hamburger Sektion der
Deutschen Gesellschaft fuer Kartographie, deren Mitglieder sich
regelmaessig treffen. Das sind unter anderem viele Leute, die eigene kleine
Kartenverlage betreiben. 
Hauptgrund dafuer, dass OSM bereits zum zweiten Mal Hauptthema dieses
Treffens war, ist die Befuerchtung einiger Sektionsmitglieder, dass dieser
Berufsstand mal wieder eine Entwicklung verschlaeft, statt sie mit zu
gestalten und zu nutzen. Es gab viele teils sehr kontroverse Wortmeldungen
gestern Abend, einig aber ist man sich, dass hier etwas entsteht, dass man
nicht einfach ignorieren und an sich vorbei ziehen lassen kann, wie man das
in der Vergangenheit genauso gerne wie erfolglos gemacht hat. Gerade die
juengeren Mitglieder betonten immer wieder, dass im Zeitalter von
Onlinekarten und Navis die Produktion von Printkarten nicht mehr den
Hauptteil der Kartenangebote ausmacht und man sich nur durch andere,
erweiterte Arbeitsweisen und die Entwicklung neuer Ideen den Broterwerb auf
Dauer sichern koennte. 
Doch auch alte, gestandene Kartographen, die laut eigener Aussage kein
Internet haben und jetzt auch nicht mehr anfangen, mit Computern zu
arbeiten, zeigten sich mir gegenueber ausgesprochen interessiert an dem,
was wir machen und vor allem wie wir es machen. Dabei hatte ich nie das
Gefuehl, dass man das geringschaetzt, was wir da produzieren. Im Gegenteil,
eine solche Masse an Daten in so kurzer Zeit in vergleichsweise guter
Qualitaet zu produzieren, ringt selbst den durchaus vorhandenen Skeptikern
Respekt und Anerkennung ab und warf immer wieder die Frage nach der
Motivation auf.
Alles in allem sind die Gespraeche mit den Kartographen hochinteressant. Man
erfaehrt sehr viel und bekommt Einblicke in die Arbeitsweisen der Leute.
Anfangs beiderseitig vorhandene Beruerungsaengste sind sehr zuegig abgebaut
worden und es gab bereits Anfragen, ob man selber auch bei OSM mitmachen
koenne. Das gipfelte in den Vorschlag einer gemeinsamen
Wochenend-Mappingparty in einem noch zu findenden Gebiet. Ich glaube, das
koennte sehr interessant werden. ;-)

-- 
Michael





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