[Talk-de] GPS-Genauigkeit prüfen - Referenzpunkt

Wolfgang wolfgang at ivkasogis.de
So Dez 19 15:45:19 UTC 2010


Hallo,
Am Sonntag 19 Dezember 2010 09:04:08 schrieb Thomas Blumrich:
> Hallo Mapper,
> 
> so wie ich es sehe ist es sehr zeitaufwendig einen "echten" super
> genauen Referenzpunkt selber zu bestimmen. Bei einem größeren Gebiet
> bräuchte man dann noch einige von diesen Punkten. Das scheint mir nicht
> praktikabel.
so schlimm ist das gar nicht. Bei meinem GPS kennzeichne ich einfach ein paar 
Punkte und nehme sie nochmal auf, wenn ich daran vorbeikomme. Externer GPS-
Empfänger auf 3-m-Stange für besseren Empfang.

Das Gerät muss nur den Namen des entsprechenden Punktes bekommen und mittelt 
dann. Die Anzahl der Messungen ist ebenfalls abrufbar.
> 
> Ich versuche die Genauigkeit der OSM-Daten ebenfalls durch mehrere
> Messungen zu verbessern. Dabei hebe ich aber nicht auf einzelne Punkte
> ab sondern auf viele Tracks.
> Wenn jeder seine gesäuberten Tracks hochläd ergibt sich aus deren
> Normalverteilung nach Gauß ein schöner Mittelwert der auch optisch gut
> abzuschätzen ist.

Das Problem dabei ist die unterschiedliche Qualität der einzelnen Tracks. 
Prinzipiell kann man eine Lage oder Entfernung auf einfache schätzen. Wenn man 
genug Leute fragt, bekommt man nach Gauß einen schönen Mittelwert, der optisch 
gut aussieht - nur ob das ganze irgendetwas mit der Realität zu tun hat, weiß 
man nicht. Das ist der Nachteil an der Mathematik.

> Ausserdem versuche ich möglichst wenig unnötige Kurven zu laufen sondern
> eher immer geradeaus über die Kreuzung rüber und die Querwege dann
> später erfassen. So sind die Schnittpunkte immer sauber.
> 
> Wer mal sehen will, ob so ein Ansatz etwas taugt kann sich mal die
> Gegend um Bönnigheim anschauen.

In den Großstädten gibt es bereits Tracks ohne Ende.  Wenn die eingeblendet 
werden, sieht man die Straßen nicht mehr. Hinzu kommt, das man nicht weiß, wo 
der Mapper bei Erstellung des Tracks war. Er kann zu Fuß auf dem rechten oder 
linken Fußweg gewesen sein, auf einem Fahrrad oder im Auto. Beim Auto weiß man 
nicht, welche Spur er nahm. Außerdem ist die Qualität des Empfängers unbekannt 
und die meisten Empfänger empfangen ungestört nur Signale in 
Geh/Fahrtrichtung, weil der Rest des Horizontes durch das Autodach oder den 
Mapper abgedeckt wird.

Ich habe in HH mit der Methode, aber nur eigenen Tracks, aufgenommen mit dem 
Auto mit Dachempfänger und möglichster Nutzung der Straßenmitte bzw. der dem 
am nächsten kommenden Spur ein paar Straßen mehrfach abgefahren und dann nur 
auf Plausibilität mit vorhanden Tracks verglichen. Man kommt damit auf um und 
bei 2-4 Meter. Es ist sehr interessant, diese Straßen jetzt im Bing zu 
vergleichen. Das passt schon ganz gut zusammen. Aber an die Genauigkeit von 
Referenzpunkten kommt diese Methode nicht heran. Da kann man einen Meter 
erreichen.

Gruß, Wolfgang




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