[Talk-de] PostGIS vs. MySQL

Bernd Wurst bernd at bwurst.org
Mo Jan 18 08:27:49 UTC 2010


Hallo.

Am Sonntag 17 Januar 2010 13:23:51 schrieb Sven Geggus:
> Dass man geospacial indexes hat. Damit kann man ganz schnell alle
> Objekte innerhalb einer bounding Box selektieren.

Ja, hat man. Aber bringt einem das was?

Ich meine, bei den Projekten von denen wir hier reden ist eine Abfrage
 WHERE lat BETWEEN 50.1 AND 50.2 AND lon BETWEEN 10.1 AND 10.2
völlig gleichwertig zu deiner Bounding-Box-Geometrie. Ob das jetzt Fehler im 
Meter- oder je nach Größe im niedrigen Kilometer-Bereich hat, ist doch Jacke 
wie Hose bei den Dingen hier.

Wie gesagt, ich würde aus Performance-Gründen noch z.B. zwei zusätzliche, 
indizierte Spalten mit int(lat*100) und int(lon*100) anlegen um nur noch 
Ganzzahlen zum Vergleich zu benutzen.

Interessant werden die Geo-Krams-Sachen doch wirklich erst bei richtigen 
Objekten (Schnitt von Flächen, ...).


> > Und da Postgres halt nicht Shared-Hosting-geeignet ist [1] und man für
> > solche Projekte sicherlich keinen eigenen Server braucht, ist MySQL hier
> > IMHO die viel bessere Wahl weil immer schon vorhanden.
> Sorry also das Shared hosting Problem existiert so spätenstens seit wir
> den dev-server haben überhaupt nicht mehr. Dort können wir alle
> Software installieren die es unter Linux gibt.

Ja. Die Frage muss halt erlaubt sein, ob ich mit Halbwissen zu einer 
Spezialsoftware, die ich mir jetzt extra für ein Projekt anlerne wirklich 
besser bedient bin als mit einer Standardsoftware, die ich für zig andere 
Projekte auch nutze.
Und genau darauf will ich mit dem Hosting-Argument hinaus: MySQL hast du 
überall.


> > [1]: Klingt nach Flame, ist es aber nicht.
> > Ich habe mehrfach auf dem Linuxtag mit Postgres-Entwiklern darüber
> > gesprochen: Es gibt keine Möglichkeit, einem Benutzer nur die Datenbanken
> > zu zeigen, auf die er auch Zugriff hat. Ich finde es nicht tragbar, wenn
> > man immer alle Datenbanken des ganzen Systems sehen kann (auch wenn man
> > dann nicht in die Datenbank schauen kann). Da sind die
> > Postgres-Entwickler anderer Meinung, die empfinden das als völlig egal
> > und es wird nicht geändert werden.
> Wo ist bitte das Problem wenn jeder Benutzer die Namen aller Datenbanken
> anzeigen kann? Das ändert doch nichts daran, dass er keinen Zugriff
> auf diese hat. Security by obscurity, wenn Du mich fragst.

Zwei Dinge:
1. Übersicht. Es ist einfach Kacke, wenn ich die 186. und die 219. von 583 
Datenbanken nutzen möchte weil ich auf alle anderen keinen Zugriff habe.
2. Normalerweise gibt es keinen Grund, warum jemand sehen sollte welche 
Projekte ich alle betreibe. Zudem möchte ich aber sprechende Namen der 
Datenbanken haben. Von jedem Projekt sollte man den Betreiber ermitteln können 
aber nicht anders herum. Privacy, wenn du mich fragst.


> > Und wenn man dann doch etwas mehr braucht, nimmt man halt die MySQL
> > Spatial Extensions. Kann nicht alles was PostGIS kann aber doch irgendwie
> > einiges.
> Da hab ich schon mehrfach gehört dass die nichts taugen, aber das ist
> höhrensagen.

"Kenne ich nicht, taugt aber sicherlich nichts" höre ich irgendwie recht oft 
von Postgres-Usern wenn sie nicht bereit sind, sich auf irgend etwas anderes 
als Postgres einzulassen. Auch ne Einstellung.


> Wo wir grade beim Datenbank advocacy sind. Ich habe auf dem devserver
> mit Postgres folgende Lösung implementiert:
> Shelluser erhalten bei Bedarf einen Datenbankaccount der ihrem
> Loginnamen entspricht. Autentifiziert wird über ident passwörter sind
> dadurch nicht notwendig. Für Zugriffe aus Webscripten gibt es einen
> weiteren User mit eingeschränkten Rechten.
> Für mysql konnte ich bisher keine vergleichbar elegante Lösung
> implementieren, einfach weil das Autentifizierungssystem unflexibel
> ist.

Das Postgres-Userauthentication-Konzept ist maßgeblich auf die Nicht-Web-
Nutzung optimiert und da sicherlich ne nette Sache (Wenn man automagische 
Authentifizierung gut findet). Ich würde Ident-Auth jedoch immer und überall 
ausschalten, weil ich das Konzept nicht mag. Aber hey, man hat die Wahl, ist 
das nicht toll?

Für Web-Nutzung brauchst du dann allerdings wieder nen Username/Passwort-
Account und hast irgendwie genau gar nichts gewonnen. Also werd bitte nicht 
albern, das spielt hier nämlich überhaupt keine Rolle.

Gruß, Bernd

-- 
Ruhm und Reichtum verändern einen Menschen nicht.
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