[Talk-de] Lizenzwechsel-Bauchscmerzen

Heiko Jacobs heiko.jacobs at gmx.de
Mi Jul 14 23:03:10 UTC 2010


Tobias Knerr schrieb:
>> Apropos klagen:
>> Wenn nun C-E gelöscht werden, wird auch mein Urhebenrrecht, wenn ich
>> D oder E bin, auf's Gröbste durch Höchststrafe für ein Werk
>> (Vernichtung des Werkes) verletzt.
>>
>> Ich frage mich, ob das überhaupt so zulässig ist, über die
>> Urheberrechte der Nachfolgenden hinweg zu gehen ...
> 
> Das Urheberrecht garantiert dir keine Veröffentlichung deines Werks.
> 
> Wenn ein Kino deinen Film nicht zeigen will, ist das keine Verletzung
> deines Urheberrechts. Wenn OSM deine Straßen nicht mehr in seiner
> aktiven Datenbank veröffentlichen will, ist das genausowenig eine
> Verletzung deines Urheberrechts.

Deswegen das Beispiel mit dem Bonatz-Bahnhof. Die Klage von Dübbers
ist zwar noch nicht abschließend entschieden, aber auf die Idee kam er
ja erst, wiel es schon Gerichtsurteile gab, nach denen Schöpfungen
von Künstlern und Architekten nicht einfach so zerstört oder
entstellend verändert werden dürfen bzw. nur unter bestimmten
Bedingungen bis 70 Jahre nach den Tod des Schöpfers.
... wenn Schöpfungshöhe gegeben ist. Eigentümer von Einfamilienhäuschen
von der Stange, die dem vom Nachbarn zum Verwechseln ähnlich sehen,
müssen jetzt keine Angst haben ;-)

Natürlich habe ich keinen Anspruch auf Veröffentlichung meiner Daten
auf genau dieser Plattform.
Anderswo zu veröffentlichen ist aber unsinnig.
Aber das meine Daten wegen der Einzelentscheidung eines anderen aus dem
Projekt gekegelt werden, die mit der Qualität der Daten nix zu tun hat,
warum sollte ich da einfach zuschauen und das akzeptieren?
Wenn wir dabei bleiben, dass jeder einzelne kleine Datensatz unters
Urheberrrecht fallen kann und so jeder Einzelne das Recht hat, dem
Projekt bei der Umlizenzierung seine Daten und damit auch fremder
Leute Daten zu entziehen, dann habe ich automatisch auch das Recht
zu versuchen, genau das zu verhindern. Wenn keine Klage gegen die
Nichtveröffentlichung meiner Daten möglich ist, dann halt der andere
Weg durch Ablehnung der Umlizenzierung ...

>> Übertragen auf Software etc., die unter CC (und vermutlich auch GPL
>> und anderen ähnlichen Lizenzen steht, vermutlich tun die sich da nix ...)
>> steht hieße das übertragen: wenn ich ein Werk daraus ableite und
>> brav unter CC/GPL/... veröffentliche, der Lizenz also brav folge,
>> hätte der Vorurheber nach der obigen Denkweise weiterhin Macht über
>> seine Zeilen im Code und könnte deren Löschung verlangen oder so ...
> 
> Er könnte sie in seiner Kopie des Programms löschen, klar doch!
> Verlangen, dass du sie in deiner Kopie löschst, kann er nicht.

Genau!

> Wenn du jetzt aber plötzlich beschließt, die Software nicht mehr unter
> GPL, sondern unter MyNewLicense verwenden zu wollen, dann darfst du
> seine Teile des Codes nicht einfach unter eine andere Lizenz stellen.
> Wenn er mit der Veröffentlichung unter MyNewLicense nicht einverstanden
> ist, müsstest du in der MyNewLicense-Programmversion eben auf die Teile
> des Codes verzichten, an denen er mitgewirkt hat.
> 
> Genau wie bei uns eben.

Richtig, dann muss ich ( / wir ) eben bei der alten Lizenz bleiben.

... wenn wir weiter auf dem Standpunkt stehen bleiben, die
Einzeldaten hätten Schöpfungshöhe, die ja erst das Urheberrecht
erzeugt und somit erst das Fragen aller Urheber nötig macht.

Gruß Mueck





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