[Talk-de] Vollkommen sinnlose, zerstörerrische Richtungsfunktion in OSM?

Frederik Ramm frederik at remote.org
So Jul 18 08:47:28 UTC 2010


Hallo,

Tirkon wrote:
> Wenn eine Funktion so zerstörerisch sein kann und sämtlichen
> sorgfältig erstellten Richtungstaggings und -Relationen quasi den
> Arsch unter den Füßen wegzieht 

Du meinst "den Boden unter den Fuessen wegzieht"?

JOSM ist ja mittlerweile so schlau und empfiehlt beim Aendern der 
Richtung eines Ways, auch die entsprechenden richtungsabhaengigen Tags 
umzudrehen.

Persoenlich finde ich, dass richtungsabhaengige Tags sowieso "asking for 
trouble" sind, insbesondere alles, was irgendwie "left" und "right" 
enthaelt.

Auch dem "backward" und "forward" als Rollen in Relationen stehe ich 
eher kritisch gegenueber, ich finde, dadurch wird eine unnoetig hohe 
Komlpexitaet eingefuehrt. Mir waere es lieber, *wenn* man eine solche 
Unterscheidung unbedingt modellieren will, dass man dann fuer jede 
Richtung eine Relation anlegt, aehnlich bei beim OePNV.

> Schlimmer noch: Was ist, wenn nach einer versehentlichen Änderung
> jemand Anderes richtungsabhängige Dinge taggt. Dann sind die einen
> richtig herum und die anderen falsch. 

Deswegen sollten richtungsabhaengige Tags auf ein absolutes Minimum 
reduziert werden. "oneway" ist ok, das ist auch in der Karte durch einen 
Pfeil sichtbar, da passieren nicht so viele versehentliche Fehler. Bei 
allem anderen sollte man mal gruendlich nachdenken, ob es nicht andere 
Moeglichkeiten gibt, als sich an der Richtung des Ways zu orientieren.

> Vorschlag 1: Bei jeder Umkehr der Straßenrichtung, sei es von Hand
> oder bei Vereinigungen gegenläufiger Straßen dreht der Editor
> automatisch auf allen richtungsgeänderten ways auch alle forwards und
> backwards in betroffenen Tags und Relationsabschnitten um.

Wie gesagt, mit Ausnahme der forwards und backwards (glaub ich) tut JOSM 
das ja bereits. Wobei nicht in allen Edit-Szenarien sichergestellt ist, 
dass JOSM ueberhaupt Kenntnis von einer Relation hat, in der der Way 
enthalten ist.

> Vorschlag 2: Die Richtung der Straße könnte bei neuen way-Objekten -
> zweckmässigerweise zwischen zwei Knotenpunkten ohne Richtungsänderung
> - entweder vom Editor oder der Datenbank automatisch festgelegt werden
> und wäre dann für niemanden mehr umkehrbar. Bei einer Vereinigung von
> zwei gegenläufigen Straßen durch Auflösung einmes Knotenpunktes drehen
> Editor oder Datenbank (je nachdem, wer oben für diese Aufgabe
> zuständig war) auf allen richtungsgeänderten ways auch alle forwards
> und backwards in betroffenen Tags und Relationsabschnitten um.

Die Datenbank waere das bestimmt nicht, denn sie kuemmert sich nicht um 
den Inhalt von Tags. Automatisch festgelegte Way-Richtungen finde ich 
nicht so gut, weil das dazu fuehren wuerde, dass wir deutlich mehr 
"oneway=-1" in der Datenbank haetten, und ich bin eigentlich ganz froh, 
dass das derzeit die absolute Ausnahme ist.

> Welcher von beiden wäre zu bevorzugen?

Keiner. Anstatt ein immer engeres Korsett zu bauen, innerhalb dessen die 
Editoren - von denen es viele gibt, und von denen nie alle sich einig 
sein werden - Benutzern Vorschriften machen, sollte man sich Methoden 
fuer das Tagging ueberlegen, die weniger fragil sind.

Worueber man allerdings fuer eine Uebergangszeit mal nachdenken koennte, 
ist, die Way-Umdreh-Funktion in JOSM etwas mehr zu verstecken. 
Vielleicht in einem Untermenue "Advanced..." oder sowas. Damit man nicht 
so leicht versehentlich draufklickt ;)

Bye
Frederik

-- 
Frederik Ramm  ##  eMail frederik at remote.org  ##  N49°00'09" E008°23'33"




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