[Talk-de] Fragen zur OSM-Lizenzvererbung

Tirkon tirkon33 at yahoo.de
Di Jul 20 22:48:37 UTC 2010


Frederik Ramm <frederik at remote.org> wrote:

>Tirkon hat uebrigens recht damit, dass es sein kann, dass ein und 
>dasselbe Resultat je nach Herstellungsverfahren eine 
>Share-Alike-Datenbank nach sich ziehen kann oder nicht. Das ist ein 
>bisschen kurios, aber auch mit der jetzigen Lizenz laesst sich sowas 
>konstruieren. Angenommen, ich male ein Bild, veroeffentliche es PD, und 
>appliziere darauf mit XOR ein OSM-Karten-Tile. Lizenz ist nun, 
>gezwungenermassen, CC-BY-SA. Jemand anders nimmt dieses Kunstwert, XORt 
>das gleiche Karten-Tile an die gleiche Stelle - Lizenz immer noch 
>CC-BY-SA, obwohl im Resultat nichts mehr von OSM drin ist, er haette 
>auch gleich mein PD veroeffentlichtes Bild nehmen koennen.

In diesem Beispiel findet eine tatsächliche Verquickung der Bilder
statt. Mir ging es eigentlich auch nicht so um das Technische. Worauf
ich eigentlich hinaus wollte, war die OSM Lizenzvererbung - und zwar
mit Augenmerk auf die !!freie!! Lizenzvererbung.  

Der "freie" Gedanke basiert darauf, dass unter Zuhilfenahme freier
Dinge (Geodaten/OSM, Texte/Wikipedia, Bilder und Dateien/Wikimedia
Commons, Software) keine unfreien/proprietären sondern nur freie Dinge
produziert werden dürfen. Hintergrund dabei ist, dass derjenige, der
freie Dinge nutzt, auch die Ergebnisse wieder frei anbieten soll. Ziel
ist es, durch freie Dinge andere freie Dinge zu generieren und dass
freie Dinge letztendlich nicht in eine proprietäre Sackgasse laufen
können. Kurzformel: frei + irgendetwas = frei. 

Das ist das von Richard Stallmann ursprünglich für Software begründete
Prinzip, das auf andere freie Dinge ausgeweitet wurde und hierfür bis
heute bestens funktioniert. Die Lizenzen haben sich sich als
wasserdicht erwiesen. Platt gesagt: Es ist noch niemand bisher
gelungen, freie Dinge zu nehmen ohne zu geben. Nur bei OSM scheint das
problematisch zu sein.

http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Stallman

Wenn es unter der ODBL möglich ist (z.B. über den Umweg von Layern)
proprietäres Material (z.B. POIs) unter Zuhilfename von OSM verortbar
darzustellen, dann ist hier die Kette "frei + irgendetwas = frei"
unterbrochen. Denn die proprietären POIs sahnen den Nutzen von OSM ab,
ohne in dieser Form nachher frei zur Verfügung zu stehen und somit
nicht in OSM aufgenommen werden können.

Hier wird ein Riesenaufwand betrieben, um den Lizenzwechsel
durchzuführen und große Datenverluste hierfür in Kauf genommen. Daher
noch einmal die explizite Frage: Ist die obige Szenario unter ODBL
möglich oder nicht. Wenn ja, dann würde die neue Lizenz das freie
Prinzip nicht garantieren. Dann aber sollte man schleunigst darüber
nachdenken, ob sie den Speicherplatz wert ist, in den sie geschrieben
wurde.

Ich bin mir dabei im Klaren, dass vermutlich auch die jetzige Lizenz
dies nicht sicherstellt. Aber wenn eine Umstellung derart aufwendig
ist, dann bitte auch wirksam. 


Ich weiß nicht, was XOR sagen will. Ich nehme einmal an, dass es eine
Erweiterung der XOR Funktion (, die ursprunglich nur für die zwei
binären Werte 1 und 0 definiert wurde), auf diskrete digitalisierte
Analogwerte erweitert und somit eine Form der Bildüberlagerung
darstellt, die ebenso wie das binäre Pendant durch zweimalige
Anwendung das ursprüngliche Bild wieder herstellt.

http://de.wikipedia.org/wiki/XOR-Gatter





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