[Talk-de] Konzept für die Gruppierung von ways (ähnlich Linienbündel; Problem von drehenden ways bei forward/backward)

steffterra steffterra at me.com
Di Jul 27 15:56:26 UTC 2010


Am 27.07.2010 um 15:09 schrieb Tobias Knerr:

> Du sprichst in deinem Vorschlag mehrfach sowohl von Fahrtrichtungen als
> auch von Fahrspuren. Das sind aber zwei verschiedene Dinge.

richtig. Über welche Stellen stolperst Du denn, wo die Verwendung der beiden Begriffe nicht ganz klar ist?

> Daher eine prinzipielle Frage: Repräsentiert ein Way in deinem Modell
> * eine Fahrtrichtung
> oder
> * eine Fahrspur bzw. Gruppe von Fahrspuren

Das Modell kann beides. Wie man es jeweils einsetzt ist eine Frage dessen, wie man am effektivsten die Wirklichkeit abbilden kann und gleichzeitig bietet es die nötige Flexibilität, falls mehr Detailtiefe nötig ist.

Derzeit repräsentiert ein way in JOSM eine ganze Straße, mit Gehweg, Radweg, parking:lanes und allem, was dazu gehört und es wird alles auf diesem einen way getaggt.

In meinem Modell repräsentiert ein gezeichneter way nicht mehr unbedingt die gesamte Straße.

Welche "Zustände" ein JOSM-way in meinem Modell bekommen kann, hängt vom Tagging ab, das an dieser Straße nötig wäre.

Beispiel 1: in der "Wirklichkeit" sieht unsere Beispielstraße so aus: ganz normale Straße mit zwei Fahrspuren (pro Richtung eine Fahrspur) ohne Unterschiede, egal aus welcher Richtung man kommt. Geschwindigkeitsbegrenzung: 50km/h.

-> bisheriges Tagging auf einem way mit:
highway=secondary
name=Beispielstraße
maxspeed=50
 
-> in meinem Modell: wie bisher auch, da keine richtungsabhängigen Tags vorhanden sind.

--------

Beispiel 2: die gleiche Straße bekommt eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 60 km/hverpasst, die nur in einer Richtung  (z.B. in Richtung Süden) gilt. Eingezeichnet ist der way in JOSM von Nord nach Süd. Ausserdem werden Schilder für die Fahrrichtung aufgestellt, da es eine neuralgische Verbindugnsstraße wird.  Die Süd->Nord-Richtung führt nach Hamburg, die Nord-Süd-Richtung nach München und ist auch so ausgeschildert (Es ist ein Beispiel ;-)

Also würde man den maxspeed-Tag ändern müssen: 
-> bisher: 
highway=secondary
name=Beispielstraße
maxspeed:forward=60
maxspeed:backward=50
destination:forward=München
destination:backward=Hamburg

(bekanntes Problem bei way-Richtungsänderung, wurde ausführlich diskutiert, deshalb mein neues Modell)

-> in meinem Modell: zeichnen zwei zusätzlicher ways parallel zum bisherigen. Der mittlere way wird zum daten-way, der den highway- und name-Tag bekommt, wird aber als reiner daten-way nicht mehr gerendert. Die beiden anderen ways repräsentieren die Fahrtrichtungen. Für jede Fahrtrichtung ein way. Der way, der von Nord nach Süd geht bekommt maxspeed=60, der von Süd nach Nord geht bekommt maxspeed=50.
(Beide ways werden gerendert. (Probleme, die sich daraus ergeben könnten habe ich bereits angesprochen) In JOSM werden alle drei ways zu einer Gruppe zusammengefasst und mit einer Farbe hinterlegt, dass dies auch optisch für die Wahrnehmung eine Straße bleibt. Wie das im Einzelnen gehen könnte, habe ich im Startposting beschrieben.)
Es würde also so getaggt werden:

-way (Nord->Süd): maxspeed=60, destination=München
-daten-way: highway=secondary, name=Beispielstraße
-way (Süd-Nord): maxspeed=50, destination=Hamburg

---------

Beispiel 3: die gleiche Straße wird um eine Fahrspur in Richtung Norden->Süden erweitert, auf der anderen Seite jedoch nicht

-> bisher: zusätzlicher tag: lanes=3 (bezieht sich auf alle drei Fahrspuren der Straße, egal welche Richtung), zusätzlich erinnern wir uns, dass maxspeed:forward:60 und maxspeed:backward:50 getagt ist.

highway=secondary
name=Beispielstraße
maxspeed:forward=60
maxspeed:backward=50
destination:forward=München
destination:backward=Hamburg
lanes=3 (oder auch lanes:forward=2, lanes:backward=1)

-> in meinem Modell: way, der von Nord nach Süd geht bekommt den tag: lanes=2
ERGO: es sind immernoch 3 ways (zwei richtungs-ways und ein daten-way) in der Gruppe. Da lanes=2 ausreichend beschreibt, dass dieser way zwei Fahrspuren breit ist. Der Renderer _kann_ das also nutzen um diese Straßenseite doppelt so breit zu zeichnen, ohne dass ich dazu einen weiteren way einzeichnen müsste in meinem Modell. Es würde also getaggt werden:

-way (Nord->Süd): maxspeed=60, lanes=2, destination=München
-daten-way: highway=secondary, name=Beispielstraße
-way (Süd->Nord): maxspeed=50, destination=Hamburg

--------

Beispiel 4: die gleiche Straße bekommt auf der äußersten Fahrspur der Richtung Nord->Süd zusätzlich zur Fahrspur aus Beispiel 3 noch einen Radweg verpasst, weil diese Straßenseite so gefährlich wurde.

-> bisher sieht das vollständige tagging des way so aus:

highway=secondary
name=Beispielstraße
maxspeed:forward=60
maxspeed:backward=50
destination:forward=München
destination:backward=Hamburg
lanes=3 (oder auch lanes:forward=2, lanes:backward=1)
cycleway:right=lane 
bicycle=designated (und jetzt geht es schon los - müsste es jetzt auch bicycle:right=destinated heissen? Bitte nicht beantworten, ist eine rhetorische Frage und soll nur der Verdeutlichung der Problematik mit diesen Tags dienen!)

-> in meinem Modell:

-way (außen eingezeichnet Nord->Süd): maxspeed=60, destination=München, cycleway=lane, bicycle=designated
-way (innen eingezeichnet Nord->Süd): maxspeed=60, destination=München
-daten-way: highway=secondary, name=Beispielstraße
-way (Süd->Nord): maxspeed=50

--------

Beispiel 5: die gleiche Straße bekommt in Süd->Nord-Richtung eine zweite Spur auf die gesamte Länge (Also _keine_ Abbiegespur, sondern eine normale Spur!) der Beispielstraße, die aber nach einer bestimmten Strecke in einem großen Bogen auf die Bahnhofstraße als neue Fahrspur dort einmündet. Ein Stück vor der baulichen Trennung beginnt bereits auf der Beispielstraße eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 40 km/h.

-> bisher würde ab dem node, wo der Bogen beginnt (als ab dem Punkt, wo sich die Spur von der Straße baulich trennt) eine neuer way gezeichnet werden, der Die Verbindung zu der anderen Straße herstellt. Doch man kann weder aus dem tagging, noch aus dem eingezeichneten way erkennen, 

-> Das tagging würde _derzeit_ wegen der zusätzlichen Fahrspur so aussehen:

highway=secondary
name=Beispielstraße
maxspeed:forward=60
maxspeed:backward=50
destination:forward=München
destination:backward=Hamburg
lanes=4 (oder auch lanes:forward=2, lanes:backward=2)
cycleway:right=lane 
bicycle=designated

-> ab dem node, wo die Geschwindigkeitsbegrenzung der äußeren Fahrspur beginnt würde _derzeit_ es so aussehen:

highway=secondary
name=Beispielstraße
maxspeed:forward=60;40 <-- da ist das Problem, für das es noch keine Lösung gibt ;-)
maxspeed:backward=50
destination:forward=München
destination:backward=Hamburg
lanes=4 (oder auch lanes:forward=2, lanes:backward=2)
cycleway:right=lane 
bicycle=designated

-> in meinem Modell könnte es so aussehen:

bis zu dem Punkt, wo die Fahrspur eine eigene Geschwindigkeitsbegrenzung bekommt:

-way (außen eingezeichnet Nord->Süd): maxspeed=60, destination=München, cycleway=lane, bicycle=designated
-way (innen eingezeichnet Nord->Süd): maxspeed=60, destination=München
-daten-way: highway=secondary, name=Beispielstraße
-way (innen eingezeichnet Süd->Nord): maxspeed=50, destination=Hamburg
-way (außen eingezeichnet Süd->Nord): maxspeed=50,destination=Bahnhof 
(man könnte auch überlegen bis hierher noch mit einem way in Süd->Nordrichtung zu arbeiten und mit tag lanes=2, verzichtet dann aber auf den u.U. sinnvollen frühen Hinweis der Bahnhofsrichtung)

ab dem Punkt der Geschwindigkeitsbegrenzung:

-way (außen eingezeichnet Nord->Süd): maxspeed=60, destination=München, cycleway=lane, bicycle=designated
-way (innen eingezeichnet Nord->Süd): maxspeed=60, destination=München
-daten-way: highway=secondary, name=Beispielstraße
-way (innen eingezeichnet Süd->Nord): maxspeed=50, destination=Hamburg
-way (außen eingezeichnet Süd->Nord): maxspeed=40, destination=Bahnhof

ab dem Punkt, wo die bauliche Trennung des äußeren way der Süd-Nord-Richtung beginnt (der äußere way wird weiter gezeichnet, aber ab diesem node aus der Gruppierung genommen:

-way (außen eingezeichnet Nord->Süd): maxspeed=60, destination=München, cycleway=lane, bicycle=designated
-way (innen eingezeichnet Nord->Süd): maxspeed=60, destination=München
-daten-way: highway=secondary, name=Beispielstraße
-way (Süd->Nord): maxspeed=50, destination=Hamburg

nach der baulichen Trennung, also außerhalb der Gruppe wird die ehemalige Fahrspur der Beispielstraße zu einer eigenständigen (Einbahn-)Straße als einzelner JOSM-way wie in Beispiel 1.:

highway=secondary
oneway=yes
destination_ref=Bahnhofstraße
maxspeed=40
destination=Bahnhof

---------


Puh ... Ich hoffe, ich habe keinen Zahlendreher oder sowas drin und glaube auch dass alle Standard-tags stimmen. Ich glaube dass diese Beispiele gut zeigen können, was das Modell leisten kann und dass nun auch klar wird, wann die ways einer Gruppe (also sprich einer Straße) nur die Fahrtrichtungen repräsentieren und ab wann sie als einzelne Fahrspuren genutzt werden dürfen, können und dann auch müssen.

Auch hier bitte ich Euch, das noch einmal in Ruhe auf Euch wirken zu lassen und dann nochmal in ruhe durchzulesen, und es auch evtl. auf einem Blatt Papier mal nachzeichnet. Ich arbeite bereits an den Graphiken, die auch andere Beispiel wie Kreuzungen enthalten, weiß aber nicht, ob ich es bis zur Wochenmitte schon fertig bekomme,

Danke vielmals für Eure Geduld mit meinen manchmal argen Tippfehlern. :-)

Grüße, steffterra






Mehr Informationen über die Mailingliste Talk-de