[Talk-de] Querung über Spielstraße

Peter Wendorff wendorff at uni-paderborn.de
Do Sep 2 07:46:29 UTC 2010


  On 02.09.2010 04:21, Matthias Versen wrote:
> Peter Wendorff wrote:
>
>> Wie sollte man dann an einer Kreuzung die 4 (möglicherweise
>> unterschiedlich ausgestatteten Fußgängerampeln taggen?
>
>
> Eine normale Straßenkreuzung sind 2 kreuzende ways mit einem 
> Verbindungsnode in der Mitte. Dieser Node bekommt dann ein 
> highway=traffic_signals Tag.
> siehe auch http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Traffic_lights
Das modelliert den Spezialfall, dass
1) an jeder Seite der Kreuzung eine Ampel existiert
2) dass diese Ampeln alle gleich ausgestattet sind - und nur mit 
highway=traffic_signals wird auch diese Ausstattung als standardisiert 
vorausgesetzt.

Der Normalfall ist aber, dass kaum zwei Kreuzungen sich gleichen:
Eigenschaften, die nämlich nicht auf die Kreuzung, sondern auf einzelne 
Querungen zutreffen (also z.B. 4x pro einfacher Straßenkreuzung) 
zutreffen, sind:
- Ampel?
- Mittelinsel?
- Ausstattung der Ampel mit Auffindeakustik, akustischem Grünsignal, 
Vibration, Bodenvibration, Blindenanforderungspfeil, taktiler 
Mini-Karte, ...?

Sogar auf jede Seite jeder Querung zutreffend:
- taktile Bodenindikatoren (diese weißen riffelpflastersteine)?
- Bordsteinkante (normal, keine, abgesenkt, besonders hoch, *cm)

Das ist alles nicht auf einem highway=traffic_signals-Knoten 
beschreibbar, aber durchaus relevant für verschiedene Anwendungen.

> Die Ansage für
>
> Gerade Dein Beispiel mit der Spielstraße zeigt das der Ansatz der 
> Fußgängernavigation die anscheinend metergenau erfolgen soll mit 
> Vektoren nicht vernünftig umsetzbar ist.Als Fußgänger kann man quasi 
> fast überall langlaufen.Dir ist auch hoffentlich bewusst das in 
> Straßenschluchten die normale GPS genauigkeit von "nur" 7m+ noch 
> wesentlich schlechter werden kann durch Reflektionen ?
Falsch.
Mir ist durchaus bewusst, dass die Navigation nicht die erforderliche 
Genauigkeit bieten kann.
Um so wichtiger ist aber die Modellierung korrekter Topologie.
Auch einem Blinden Fußgänger kann ich die Anweisung geben, den Fußweg 
entlangzugehen. Solange keine Rückfrage kommt "ich hab mist gebaut" kann 
das System davon ausgehen, dass der Fußgänger auf dem Fußweg geblieben 
ist, und entsprechend auch ungenaue GPS-Signale korrigieren. Nichts 
anderes machen Kfz-GPS, wenn sie das GPS-Signal auf der Straße 
einfangen, obwohl es teilweise danebenliegt.

Ungenaue GPS-Signale sind aber kein Argument für ungenaue Karten - im 
Gegenteil: Bei grob modellierten Kartendaten UND ungenauem GPS-Signal 
steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Fehler sich aufsummieren - und das 
Endergebnis noch schlechter ist.
> Selbst der Ansatz der Erfassung der Straße als Fläche würde hier nicht 
> helfen wenn ich das richtig sehe.
>
> Du darfst nicht vergessen das solche Daten auch immer gewartet werden 
> müssen und das von Mappern die das erst 3 Monate machen und Potlatch 
> benutzen denn der typische OSM Mapper ist AFAIK nur 3 Monate dabei.
Wieder ein Argument, die OSM aufzugeben? Bringt ja sowieso nichts? 
Bleiben wir bei Standarddaten, die notfalls auch von NavTec geliefert 
werden können?
> Die Wartung der Daten wird in naher Zukunft auch immer wichtiger 
> werden und das ergibt dann irgendwann ein Motivationsproblem denn neue 
> Straßen erfassen macht immer mehr Spaß als an alten herumzubasteln.
Das heißt, nach einmal vollständig erfassten Straßen ist die OSM tot und 
alle Mapper hören auf? Ich erfasse momentan neue Fußwege - und das ist 
durchaus nicht uninteressant.
> Deswegen mag ich es nicht das irgendjemand für sein tolles 
> Studienprojekt, Diplomarbeit oder sonstwas einfach Daten in die DB 
> kippen will um die sich dann später keiner mehr kümmert.
Wie gesagt - du schränkst die OSM stark ein, weil du Angst hast, es 
pflegt keiner mehr.

Sollen Häuserkonturen dann auch nicht mehr erfasst werden? Hausnummern 
reichen für die meisten Zwecke schließlich aus.
> Ob das bei Dir der Fall ist weiß ich nicht ganz genau aber es hört 
> sich danach an. 
Ich hoffe nicht, aber ich hoffe auch, dass die OpenStreetMap Potential 
nach oben hat - und nicht einfach durch Relevanzdiskussionen gestoppt 
wird, die künstliche Beschränkungen auferlegen.
> Dabei habe ich immer eine breite Fußgängerzone im Hinterkopf wo x 
> virtuelle Fußgängerways eingetragen werden.
Erstens, wie gesagt: ein Weg als Linie einzutragen ist immer in 
irgendeiner Art virtuell.
Zweitens: Zugänge zu Gebäudeeingängen sind natürlich ebenso (virtuelle) 
Wege - die aber existieren und ihre Berechtigung haben.
Drittens: Eine Fußgängerzone besteht nicht aus mehreren 
nebeneinanderliegenden Wegen, sondern aus einem breiten Weg.

Gruß
Peter




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