[Talk-de] Querung über Spielstraße

Torsten Leistikow de_muur at gmx.de
Do Sep 2 14:40:38 UTC 2010


Peter Wendorff schrieb am 02.09.2010 09:46:
> Mir ist durchaus bewusst, dass die Navigation nicht die erforderliche
> Genauigkeit bieten kann.
> Um so wichtiger ist aber die Modellierung korrekter Topologie.
> Auch einem Blinden Fußgänger kann ich die Anweisung geben, den Fußweg
> entlangzugehen. Solange keine Rückfrage kommt "ich hab mist gebaut" kann
> das System davon ausgehen, dass der Fußgänger auf dem Fußweg geblieben
> ist, und entsprechend auch ungenaue GPS-Signale korrigieren. Nichts
> anderes machen Kfz-GPS, wenn sie das GPS-Signal auf der Straße
> einfangen, obwohl es teilweise danebenliegt.

Um so schaedlicher ist aber ein uebermaessiger Detailreichtum der Daten. Was du
hier zu bauen versucht ist ein klassischer Verstoss gegen das
http://de.wikipedia.org/wiki/Nyquist-Shannon-Abtasttheorem.

Wenn du mit zu ungenauen Position auf zu detaillierten Wegnetzen navigieren
willst, dann wird das fuerchterlich daneben gehen, weil du immer wieder zu
falschen Entscheidungen kommst, wo du gerade bist. praktisch ausgedrueckt
bedeutet das, dass deine Navigation nicht wird erkennen koennen, auf welcher
Strassenseite du dich befindest. Deshalb wird sie zwangslaeufig immer wieder
falsche Komandos geben, um die Strasse zu wechseln.

> Ungenaue GPS-Signale sind aber kein Argument für ungenaue Karten - im
> Gegenteil: Bei grob modellierten Kartendaten UND ungenauem GPS-Signal
> steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Fehler sich aufsummieren - und das
> Endergebnis noch schlechter ist.

So eine Folgerung gilt nur fuer kontinuierliche Systeme. Bei diskreten Systemen,
womit wir es hier ja zu tun haben, koennen und werden zu viele Details durchaus
zu einer Verschlechterung fuehren.

> Ich hoffe nicht, aber ich hoffe auch, dass die OpenStreetMap Potential
> nach oben hat - und nicht einfach durch Relevanzdiskussionen gestoppt
> wird, die künstliche Beschränkungen auferlegen.

Ich hoffe, bei deiner Bachelorarbeit versuchst du nicht die naturgegebenen
Beschraenkungen der Mathematik zu verletzen. Da kannst du sicher sein, dass die
Mathematik gewinnen wird.

Gruss
Torsten




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