[Talk-de] Aktualität-Tag

Frederik Ramm frederik at remote.org
Fr Sep 10 20:31:32 UTC 2010


Hallo,

Wolfgang wrote:
> Beispiel: Wird eine Straße umgebaut oder eine Tankstelle abgerissen, bekommen 
> das die Mapper recht schnell mit. Wechselt ein Restaurant von chinesisch auf 
> griechisch, ist das auch recht schnell den örtlichen Mappern bekannt.

Schon da irrst Du vermutlich; zumindest hier vor meiner Haustuer gibt es 
doch eine Menge Sachen dieses Kalibers, die sich unbemerkt aendern.

Das hat ein Stueck weit vermutlich mit Mapping-Tourismus zu tun. Wenn 
jeder nur seine unmittelbare Wohnumgebung mappt, dann stimmt das, das 
man Dinge einfach mitkriegt. Aber das Restaurant, das ich im letzten 
Urlaub erfasst habe, koennte laengst schon ein Friseursalon sein...

Das ganze ist auf jeden Fall ein wichtiges Thema, das uns immer mehr 
beschaeftigen wird. Gerade vor ein paar Tagen hat Tom Chance, ein Mapper 
in London, das hier geposted:

http://tom.acrewoods.net/2010/09/09/are-points-of-interest-poisonous/

Darin beschreibt er, dass er viele Laeden, die er mal getaggt hat, jetzt 
wieder loescht - weil er es fuer unrealistisch haelt, die Information 
auf dem neusten Stand zu halten, und weil er "keine POIs" fuer besser 
haelt als "falsche POIs". Die Idee hat natuerlich fuer einigen 
Widerspruch gesorgt (siehe Kommentare).

Ein einfaches "last checked"-Tag kann ein Anfang sein, aber ich sehe da 
ein paar Probleme. Ueber kurz oder lang haben wir hier bei einem 
Supermarkt getaggt, welche Karten er nimmt, wann er offen hat, wem er 
gehoert, von welchem Lieferanten er sein Fleisch bekommt und welche 
Pfandflaschen er annimmt. Telefonnummer sowieso. All das sind Dinge, die 
zu ueberpruefen selbst dem, der taeglich dort einkauft, Arbeit machen. 
Dass der Supermarkt, in dem ich immer einkaufe, ein Edeka ist und bis 
20h auf hat, das kann ich gerade noch so von meinem Sofa aus 
bestaetigen. Wenn ich aber die anderen Details bestaetigen soll, ist das 
echte Arbeit -> ich mache es nicht, zumindest nicht einfach mal so 
"nebenher".

Da muss sicher noch viel Gehirnschmalz reinfliessen. Ich koennte mir 
auch vorstellen, dass man unter einer Karte einen grossen Butten "hier 
stimmt was nicht" hat, gar nicht mal mit OpenStreetBugs dahinter, 
sondern ein Button, der nur speichert: dieser Ausschnitt wurde angesehen 
und fuer mangelhaft befunden. Ausserdem wuerde man alle Ausschnitte, die 
sonst so angesehen werden, mit einem kleinen Positiv-Score vermerken 
(Annahme: wer eine Karte anschaut und darauf einen Fehler sieht, wird 
mit 0.0x% Wahrscheinlichkeit auf den Fehlerbutton klicken). Auf die 
Weise koennte man spaeter auch Karten zeichnen, auf denen Gegenden, die 
oft angeschaut und wenig bemaengelt werden, dick gruen sind, und andere, 
die vielleicht schon alt sind und nie angeschaut werden, eher so in 
fragwuerdigem Gelb gezeichnet sind. - Damit erfasst man natuerlich nur 
das, was auf der Karte sichtbar ist.

Bye
Frederik

-- 
Frederik Ramm  ##  eMail frederik at remote.org  ##  N49°00'09" E008°23'33"




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