[Talk-de] Auswertung der ersten Reaktionen auf Lizenzwechsel Phase 3

Michael Kugelmann MichaelK_OSM at gmx.de
Do Apr 21 10:03:39 UTC 2011


Am 21.04.2011 04:23, schrieb Kai Krueger:
> Fuer meine persoenlichen Nutzung finde ich ist die CC-BY-SA
> deutlich einfacher.
Ist aber für Datenbanken (=> Planet File) nicht weltweit gültig => in 
einigen Ländern sind die Daten eigentlich vogelfrei => jemand könnte 
damit machen was er will und die jetzige CC ist damit praktisch 
ausgehebelt. Dass es bis jetzt noch nicht gemacht wurde ist relativer 
Zufall.

> "(c)OpenStreetMap and contributors CC-BY-SA" dran schreiben.
Ist eine "willkürliche Vereinfachung" und eigentlich nicht korrekt: Du 
müsstest streng genommen eigetlich ALLE Beteiligte namentlich nennen. 
Aber das ist absolut nicht praktikabel und wir im Projekt halten uns 
selbst nicht daran...   :-(

> Mit ODbL muss ich nun mir ueberlegen ist es ein "Produced Work" oder nicht?
Immerhin kann die OSMF das sagen. Bei der jetzigen Lizenz müsstest Du 
von allen beteiligten ein einzelnes OK holen. Das ist nicht praktikabel.

Ich habe vor einiger Zeit mit einem Verein über die Verwendung von 
OSM-Kartendaten statt kommerziellen Kartendaten (Teleatlas, Navteq) 
diskutiert, das Nachfolgende ist ein als ein reales Beispiel.
Dieser Verein würde eine mögliche Anwendung gerne "kommerzielle 
POI-Daten" (die Daten sind sicher nicht frei zu erhalten!) mit OSM-Daten 
"verschneiden" (wo diese POIs aber nur teilweise vorhanden sind und 
nicht alle der kommerzielle Daten beinhalten). Wenn der Verein die 
OSM-Daten auf seiner Website anzeigen würde und die OSM-Daten als Layer 
darüber legt, geht das Ganze noch. Aber sobald der Verein einen Ausdruck 
machen wollte geht das nicht. Mit der neuen Lizenz wäre auch der 
Ausdruck legal! Aus diesem Grund kann der Verein die OSM-Daten nicht 
verwenden (obwohl eigentlich ein Interesse daran besteht!).
BTW: das ist das selbe Problem mit den STRM Daten (nur non commercial) 
für das Hill-Shading.

> Aus meiner Sicht als hobbyist wird die Lizenz anscheinend also deutlich
> komplizierter.
Viele Anwendungen gehen mit der alten Lizenz gar nicht (siehe Beispiel 
vorher). Teilweise ist es jetzt nicht praktisch klärbar ob es legal ist.
Irgendwie muss man vorwärts kommen.
Aus dem Beruflichen Alltag dazu eine Erfahrung die ich in den letzten 
ca. 15 Jahren immer wieder antreffe: es ist schlimmer für ein Projekt 
NICHTS zu machen (nichts zu entscheiden) als eine klare Entscheidung zu 
treffen. Sollte sich die Entscheidung als fehlerhaft erweisen ist es 
immer schlecht und bedeutet Mehraufwand es wieder zu richten. Aber 
nichts zu machen lähmt alles und nichts geht mehr vorwärts. Das 
bedeutet: Entscheidet man etwas nach angemessener Überlegung und 
Diskussion hat man die Chance etwas richtig zu machen, wenn man nichts 
macht gibt es diese Chance nicht.

Ich kann nur erneut dafür plädieren sich den Vortrag von Frederik auf 
der FOSSGIS anzusehen. Die URLs ware hier schon mehrfach in der 
Diskussion genannt. Dort wird sehr klar auf sehr viele Punkte aus der 
jetzigen Diskussion eingegangen.


Grüße,
Michael.





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