[Talk-de] n paar Fragen

Wolfgang wolfgang at ivkasogis.de
Mi Mär 30 22:30:49 UTC 2011


Hallo,
Am Mittwoch 30 März 2011 18:59:04 schrieb M∡rtin Koppenhoefer:
> Am 30. März 2011 18:29 schrieb Wolfgang <wolfgang at ivkasogis.de>:

> >
> > Die sites haben z.B. den Vorteil, dass das Gelände wie auch die gemeinsam
> > genutzten Gebäude (Turnhallen, Verwaltung, Pausenhalle ...) in beiden
> > sites unabhängig voneinander eingetragen werden können. Eine Auswertung
> > muss nur der jeweiligen site folgen, um richtig zuordnen zu können.

Mit "Auswertung" meine ich nicht nur Renderer, sondern auch andere 
Möglichkeiten,  z.B. Statistik-Programme, Router, Adress -was-weiß-ich-
Auswertungen
 
> das geht mit Multipolygonen genauso, man kann ways den relationen ja
> beliebig zuordnen. (Gut, beim Rendern gibt es evlt. Probleme durch
> doppelte Geometrien, aber das hast Du durch die Site genauso).

Eben nicht. Das Multipolygon wird in erster Linie vom Renderer ausgewertet, 
was im vorliegenden Fall nicht nötig ist. Trotzdem ist die Adresse und 
Zugehörigkeit allen Objekten zugewiesen. Das einzige, was den Renderer bei der 
site interessieren sollte, ist der Node mit der Rolle "label".

Die site sehe ich in erster Linie eben genau als organisatorische Zuordnung, 
nicht als zeichnerische Anweisung. Die site soll beim Renderer, wenn 
überhaupt, nur dafür sorgen, dass er erkennen kann, dass die Objekte 
zusammengehören, ansonsten aber nicht beachtet werden. Das kann in 
Spezialkarten interessant werden (Alle Objekte für Schule xx). Für andere 
Auswertungen aber ist die site genau das Zeichen, das diese Objekte 
zusammengehören. 

Der Klempner, der in der Werkhalle XIV der Firma XY einen Wasserrohrbruch 
schnell stoppen soll, muss nicht erst die 2km entfernte Verwaltung anfahren, 
sondern findet das Ziel sofort, weil der Router erkennt, das das ja hinter der 
Halle der Firma YX auf dem gleichen Gelände liegt.

Das geht, wenn jede Halle mit Adresse Fa. XY getaggt wird. Damit würde aber 
nicht mehr klar sein, wo jetzt die Adresse eigentlich ist, weil jedes Gebäude 
die Adresse haben müsste.

Das geht auch, wenn die Halle von einem Sammel-Multipolygon auf dem Gelände 
umschlossen ist, ohne mit "inner" ausgeschlossen zu sein. Dann fragt sich, wie 
die Software jetzt den geometrisch richtigen Punkt der Adresse erkennen soll.

Das geht aber auch mit einer site, die einen Node mit der Adresse am korrekten 
Ort und die weiteren Objekte enthält. D.h. die Adresse bleibt da, wo sie 
postalisch erreichbar ist, und die site ordnet die einzelnen Objekte zu, ohne 
dass sich der Renderer deshalb einen Wolf rechen muss.

Wenn du dir das site-Proposal ansiehst, ist es eben genau für Fälle gedacht, 
wo es nicht darauf ankommt, die Zeichnung zu verändern, sondern Objekte zu 
gruppieren. Die Zeichnung wird eigentlich nur durch die Beschriftung tangiert, 
die ja auch in der Zeichnung eine organisatorische Bedeutung hat.

Ich könnte es noch weiter komplizieren, auf dem Gelände gibt es auch 
Sportplätze. Wenn ich ein Multipolygon um das ganze Gelände ziehe, muss ich 
die Sportplätze ignorieren, sonst würde ich sie mit "inner" ausschließen. 
Eigentlich sollte es aber umgekehrt sein, für das Zeichnen sollte der Router 
wissen, dass hier ein Multipolygon ist, aus dem die Sportplätze ausgeschlossen 
werden, damit man sie in einer anderen Signatur malen kann.

Geometrisch korrekt und unabhängig von einer stillschweigend vorausgesetzten 
Layer-Logik des Renderers müsste ich ein Multipolygon um das Schulgelände 
ziehen und alle Polygone, die dort vorhanden sind, als "inner" bezeichnen, 
also Gebäude, Sportplätze etc. Zuordnungsmäßig korrekt müsste ich ein 
Multipolygon um das Gelände ziehen und hoffen, dass die anderen Flächen später 
gerendert werden, damit sie sichtbar sind, oder ihnen einen Layer explizit 
zuweisen. Mit der site kann ich beides trennen. Ich kann ein Multipolygon 
außen rum ziehen und alles ausnehmen, was sich an Polygonen innerhalb 
befindet, diese Objekte aber mit einer site trotzdem verbinden. (Das 
Multipolygon habe ich mir geschenkt, weil es hier ja auch so geht, aber ich 
könnte es erforderlichenfalls jederzeit anfügen, um eine korrekte Zeichnung 
_und_ trotzdem eine korrekte Zuordnung zu erreichen.)

Wir haben hier einen Fall, in dem durch die jetzige zeichnerische Reihenfolge 
des Mapnik beide Lösungen zum (fast) selben Ergebnis führen. Das ist aber 
nicht allgemeingültig, sonder gewissermaßen ein "häufig auftretender 
Sonderfall". Eine allgemeingültige Lösung, die sich nicht von einer 
zwangsläufigen Zeichnungshierarchie abhängig macht, muss Geometrie und 
organisatorische Zugehörigkeit trennen.

> 
> > Ich sehe die site eine Art organisatorischer Sammlung, in der
> > verschiedene Objekte unabhängig von ihrer Lage sich zugeordnet werden.
> > Sie hat keinen Einfluss auf die geometrische Form der Abbildung.
> 
> Verstehe ich nicht, in beiden Fällen weisst man doch Geometrien zu?

Nein, genau das nicht. Ich glaube, das ist der Punkt, an dem wir aneinander 
vorbeireden. Die site sagt nur, dass die aufgezählten Objekte, egal welchen 
Typs und welcher Geometrie, zusammengehören. Der Renderer kann es in 
Spezialfällen auswerten, muss es in der Regel aber nicht. (Abgesehen von 
"label", s.o.)

[...]
> 
> Man könnte den Gesamtumriss als outer taggen, und die Gebäude, die
> nicht Teil sind, ausschließen mit inner. Was übrigbleibt ist die
> Schule. Probleme bieten allerdings Nodes und Ways (Nichtpolygone), die
> man ausschließen möchte, das stimmt.

Außerdem muss jede Auswertung erst einmal prüfen, ob Objekt xx innerhalb des 
Polygons yy liegt. Bei der site ist von vornherein klar, was zusammengehört, 
ob es nun ineinander, nebeneinander oder sonst wo liegt.

Das heißt überhaupt nicht, dass das Multipolygon überflüssig wird. Im 
vorliegenden Fall ist die site IMO einfach besser geeignet. Es könnten sogar 
beide nebeneinander, aber mit verschiedener Zielsetzung, bestehen.

Gruß, Wolfgang




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