[Talk-de] Umweltzone Köln

fly lowflight66 at googlemail.com
So Sep 7 15:22:25 UTC 2014


Hey Roland und alle anderen

Ich kenne durchaus Straßen die nur von einer Seite nicht aus der
Umweltzone erreichbar sind und ja es muss gewendet werden ohne wirkliche
Möglichkeit.

Probleme mit den Schildern hatte ich bisher noch nicht habe aber auch
noch nicht systematisch gesucht. Da die offiziellen Daten (Amtsblatt)
nur sehr grob sind, ist auch das Abbild an etlichen Stellen noch sehr wage.

Und zuletzt der problematischste Punkt:
Auch bei mir gibt es keine Möglichkeit die Zone richtig darzustellen, da
eine Straße in der Mitte komplett ausgelassen ist, jedoch die Brücken
darüber eben nicht bzw verläuft ein Teil der oben genannten Straße im
Tunnel.

In meinem Fall bleibt also nur die Möglichkeit, es doch an alle Linien
zu taggen oder einen eigenen Type von Relation zu definieren, welcher
Multipolygon erweitert und bestimmte Objekte ausnimmt.

Grüße fly

Am 07.09.2014 12:31, schrieb Roland Olbricht:
> Liebe Mitmapper,
> 
> Im Rahmen der Wochenaufgabe
> http://blog.openstreetmap.de/blog/2014/08/wochenaufgabe-umweltzonen-kw-3536-25-08-7-09-2014/
> habe ich mir die Umweltzone Köln vorgenommen. Schließlich bringt man
> OpenStreetMap am besten voran und lernt auch am meisten über die
> Werkzeuge, wenn man mappt. Ein paar Beobachtungen dabei will ich daher
> festhalten.
> 
> Für Köln habe ich mich entschieden, weil die Stadt mit OpenStreetMap
> durchaus wohlwollend umgeht (und bei mir um die Ecke liegt). Zum einen
> basiert der touristische Stadtplan http://stadtplan.koeln.de/ auf
> OSM-Daten, zum anderen haben wir von der Stadt Köln ein
> Adressverzeichnis bekommen, so dass zumindest theoretisch sogar alle
> Kölner Adressen in OSM verzeichnet werden könnten.
> 
> In der Praxis würde ich dafür allerdings eher die amtliche
> Liegenschaftskarte von NRW nutzen. In NRW haben wir die Erlaubnis,
> Adressen aus dem ALK abzuschreiben, daher steht es als Hintergrundlayer
> in JOSM zur verfügung.
> 
> Generell ist das gegenüber der Situation vorher eine deutliche
> Erleichtung. Zahlreiche Adressen hätte ich sonst nicht finden können.
> Denn nicht alle Hauseigentümer bringen ihre Hausnummern so an, dass man
> sie als Fußgänger oder vom Fahrrad aus sehen könnte. Vom Auto aus wird
> sogar noch schwieriger. Natürlich kann man die Frage stellen, welchen
> Nutzen eine Hausnummer hat, wenn ein Benutzer der Karte sie nicht finden
> kann. Einer ist eben, dass man die Angabe "Die Umweltzone endet bei
> Hausnummer 1377" in eine zumindest auf 20 Meter genaue Geokoordinate
> umsetzen kann.
> 
> In dieser Form hat die Stadt Köln nämlich ihre Umweltzone vorgelegt
> http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf57/strassen_und_adressen_in_der_umweltzone.pdf
> 
> 
> Wie hilfreich ist das?
> 
> Generell würde ich zu einer Umweltzone wünschen, dass sie zumindest
> Kreuzungen auflöst, so dass man zu jeder einzelnen Straße entscheiden
> kann, ob sie drinnen oder draußen ist. Überraschenderweise reichen
> Hausnummern dafür nicht: Hier
> http://www.openstreetmap.org/#map=18/50.96584/7.02683 ist für die
> "Bergisch Gladbacher Straße" die Hausnummer 267 als Grenze angegeben, so
> dass man nicht weiß, ob man noch in die "Gronauer Straße" hineindarf
> oder nicht; die "Gronauer Straße" gehört überraschenderweise nicht nur
> Umweltzone. Hier http://www.openstreetmap.org/#map=18/50.97472/6.97126
> gilt das gleiche für die Aral-Tankstelle (und die beiden
> Industriezufahrten) an der "Friedrich-Karl-Straße"; sie gehört bis zur
> nicht auffindbaren Hausnummer 270 zur Umweltzone.
> 
> Es gibt auch gleich Straßen ganz ohne Hausnummern, z.B. "Unterer
> Komarweg", "Mülheimer Brücke" und "Niehler Gürtel", bei denen man aus
> dem Kontext rekonstruieren muss, ob sie zur Umweltzone gehören: wenn man
> an der einen Seite sowieso nur in die Umweltzone kommt, darf man
> vermuten, dass die Straße selbst auch zur Umweltzone gehört.
> 
> Wobei eben auch Straßen ausgenommen sein können, selbst wenn sie nur
> Straßen innerhalb der Umweltzone miteinander verbinden. Das gilt z.B.
> für die "Militärringstraße" http://overpass-turbo.eu/s/4VS . Mit
> Ortskenntnis wäre es sehr überraschend gewesen, wenn die Straße zur
> Umweltzone gehörte.
> 
> Es zeigt auch auf, dass die Modellierung als Polygon nicht ausreichend
> aussagekräftig ist: Hier
> http://www.openstreetmap.org/#map=17/50.93770/6.88473 kreuzt die Straße
> "Aachener Straße" (innerhalb der Umweltzone) besagte "Militärringstraße"
> (außerhalb der Umweltzone). Das gleiche Problem dürfte für 30-Zonen
> existieren; auch diese dürfen ja auf Brücken über Straßen außerhalb von
> 30-Zonen verlaufen. Andererseits ist es zumindest für die Umweltzone
> keine Option, sie als Relation oder Tag an Wegen zu notieren: Als
> Relation wäre sie mit mehreren tausend Wegen drinnen kaum handhabbar.
> Als Tag gäbe es Schwierigkeiten, absehbare Änderungen an den Bedingungen
> der Umweltzone nachzuziehen. Beide Konzepte wäre anfällig für
> Abgrenzungen: muss eine Busspur oder ein Radweg noch getaggt werden? Wer
> kontrolliert, ob neue Wege oder umgestufte Wege korrekt mit der Zone
> getaggt werden? Insgesamt wird man wohl über Unterstützung durch Tools
> nachdenken müssen. Und dann wohl eher ein Polygon mit Ausnahmen oder
> ähnliches nehmen.
> 
> Noch zu erwähnen sind einige Anomalien: Hier
> http://www.openstreetmap.org/#map=19/50.89852/6.97864 gehört laut Liste
> die Leyboldstraße nur bis Hausnummer 68 zur Umweltzone, die Lindenallee
> aber komplett. Man dürfte an der Kreuzung dann wohl nicht abbiegen und
> müsste kurz dahinter wenden. Hier
> http://www.openstreetmap.org/#map=16/50.9226/6.9993 gehört laut Liste
> die Paul-Vingster-Straße nicht zur Umweltzone, die Rolshover Straße auf
> der Höhe zur Autobahnzufahrt aber schon. Man dürfte also im
> Industriegebiet fahren, aber käme von dort aus nicht mehr hinaus. Ich
> vermute mal, dass hier ein Fehler in der Liste der Stadt Köln ist, würde
> mir aber lieber eine Zweitmeinung wünschen. Falls jemand die
> eingezeichnet Umweltzone auf Plausibilität prüft, könnte man dann alle
> Anomalien en bloc bei der Stadt Köln nachfragen, was die Aufklärung
> vermutlich vereinfacht.
> 
> Wie sieht es in anderen Städten aus? Treten dort die Probleme auch auf?
> 
> Fazit: Insgesamt hat es zwar einige Stunden gedauert, die Umweltzone
> einzutragen. Aber die Daten anzufragen, unter Umständen nachzuhaken, sie
> in irgendeinem nicht direkt konvertierbaren Format zu bekommen, eine
> Konvertierung zu basteln und auf Plausibilität zu prüfen hätte länger
> gedauert.
> 
> Viele Grüße,
> 
> Roland (drolbr)
> 
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