[Talk-de] Problem mit Bahnhofsmapping von MentzDV

Roland Olbricht olbricht at mentzdv.de
Mi Sep 2 07:27:28 UTC 2015


Hallo zusammen,

> Ja. Ein Revert wäre sicherlich übertrieben. Mein eigentlicher Punkt ist
> und bleibt aber, dass ich bei bezahlten Mappern (auch wenn "nur" Hiwis)
> doch etwas höhere Ansprüche anlegen will, da man bei beruflichem
> Mapping einfach auch schneller mehr kaputt machen kann. Imho verhält
> sich das ählich zu Imports und mechanischen Edits.

Ja, das Anliegen verstehe ich sehr gut. Allerdings würde ich aus den
"Ansprüche" lieber gerne konkrete und messbare Qualitätskriterien
machen. Wenn man weiß, was genau man einhalten sollte, kann man es
auch einhalten. Insofern habe ich jetzt "kleinere Changesets" mit auf
die Liste genommen und unten ein paar Details dazu unten aufgeführt.

>> - Erinnerung an richtige Quellen: Daten allein aus "bahnhof.de"
>> gehören nicht nach OSM.
>
> Gut. Aber wie handhaben wir das, falls er/sie wirklich aus dieser Quelle
> nach OSM übertragen hat? Es wurden zudem mehrere Quellen angegeben, was
> es nochmal komplizierter macht. Bei source=Google wäre es wohl ein
> klarer Revert.

Ich denke, dass es darauf hinausläuft, generell keine Daten
systematisch ohne weitere Kontrolle aus schematischen Plänen zu
übernehmen. Das betrifft hier nur die Bushaltestellen, und die hat
Lars mittlerweile gelöscht, so dass diese Quelle wegfällt.

Im Allgemeinen haben solche Skizzen-Quellen nur einen geringen Nutzen;
ausreichend genaue Positionen wird man üblicherweise nicht erreichen
können. Wenn ein Mapper (bezahlt oder unbezahlt) eine ausreichend
exakte Position für ein skizziertes Objekt aus anderen Bezügen
ermittelt, ist das ein eigenständiges Faktum unabhängig von der
Skizze.

> Was mir persönlich geholfen hätte: Etwas kleinere Changesets. Thematisch
> noch zusammenhängender und auch quellenabhängig. Dann kann man auch
> schneller und vor allem einfacher prüfen, ob ein Changeset ok ist oder
> nicht.

Danke für den Hinweis. Ich würde das im konkreten Fall lesen als:
- ein Changeset für die Bahngleise und Bahnsteige
- ein Changeset für die Bushaltestellen
- ein Changeset für den sonstigen Bahnhofsvorplatz
- ein Changeset für die Brücke "Bahnsteg" samt Aufzug
Reicht das oder ließe sich das noch sinnvoll feiner teilen?

> Deinem Punkt "Kontakt mit der Community suchen" kann ich mich nur
> anschließen, würde das aber gerne argumentativ mit dem beruflichen Mappen
> verknüpfen. Ich fände es in solchen Fällen nämlich nicht akzeptabel, wenn
> man/ihr durch häufiges Verwenden und viel Mappen Fakten schaffen würdet.

Im Hinblick auf ein "Fakten schaffen" ist das durchaus schwierig. Wenn
ein Verkehrsverbund mit einer Datenbank um die Ecke käme, welche
Bushaltestellen ein Wartehäuschen haben und welche nicht, hätten
danach fast alle Haltestellen in der Region ein "shelter"-Tag. Das
verändert unvermeidlich Tagging-Proportionen.

Einen ähnlichen Effekt hat die Wochenaufgabe, ganz ohne bezahlte
Mapper. Auch da ist es ja gewollt, dass ein bestimmtes Phänomen
möglichst flächendeckend auf eine einheitliche Weise erfasst wird -
und dann anschließend die vorherrschende Modellierung ist.

Auf der anderen Seite steht eine durchaus lange Liste an
Wiki-Proposals, die dann schlussendlich nie umgesetzt worden sind,
weil man sich in eigentlich irrelevanten Details festdiskutiert und
gleichzeitig real auftretende Probleme übersehen hat, statt eine
Lösung umzusetzen, die gut genug ist. Von daher würde ich persönlich
sehr stark dazu tendieren, etwas erst in signifikantem Umfang
zerstörungsfrei zu taggen, dabei und danach drüber zu diskutieren, und
dann gegebenenfalls umzutaggen - viele Konzepte lassen sich erst an
konkreten Beispielen gut erläutern. Das gilt für bezahltes Mapping wie
für unbezahltes Mapping.

Da es für das "level"-Tag zumindest nicht ohne Werkzeuge möglich ist,
es automatisch außerhalb von Gebäudekonturen zu unterdrücken, kann ich
gerne damit leben, es dort auch nicht zu taggen.

Gruß,
Roland

Am 31. August 2015 um 20:36 schrieb Peter Barth <osm-peda at won2.de>:
> Hallo Roland,
>
> vielen Dank für deine schnelle Reaktion.
>
> Roland Olbricht schrieb:
>> [...]
>> Es sind höchstwahrscheinlich weitere Spielräume für Verbesserungen,
>> die sich zu mappen lohnen. Allerdings würde ein Revert wie oben
>> aufgeführt einen deutlich schlechteren Zustand zurückholen. Daher
>> würde ich hier eher die Passauer Mapper bitten, den jetzigen Zustand
>> weiterzupflegen.
>> [...]
>> Insgesamt: Ich finde es gut, dass wir miteinander reden. Angesichts
>> des vorherigen Zustands würde ich stark vermuten, dass Weiterpflegen
>> zielführender als ein Komplett-Revert ist.
>
> Ja. Ein Revert wäre sicherlich übertrieben. Mein eigentlicher Punkt ist
> und bleibt aber, dass ich bei bezahlten Mappern (auch wenn "nur" Hiwis)
> doch etwas höhere Ansprüche anlegen will, da man bei beruflichem
> Mapping einfach auch schneller mehr kaputt machen kann. Imho verhält
> sich das ählich zu Imports und mechanischen Edits. Die Ansprüche sind
> oder sollten da einfach höher sein. Dass ich von Revertieren gesprochen
> habe, war aber sicherlich übertrieben.
>
>> Für die Betreuung unserer Hiwis nehme ich folgende Erkenntnisse mit:
>>
>> - Erinnerung an richtige Quellen: Daten allein aus "bahnhof.de"
>> gehören nicht nach OSM.
>
> Gut. Aber wie handhaben wir das, falls er/sie wirklich aus dieser Quelle
> nach OSM übertragen hat? Es wurden zudem mehrere Quellen angegeben, was
> es nochmal komplizierter macht. Bei source=Google wäre es wohl ein
> klarer Revert.
>
>> - Armchair-Mapping: Keine Bestandsdaten in OSM ohne triften Grund
>> überschreiben, Luftbilder können veralten.
>
> Auch gut. :)
>
>> - Den Kontakt zur Community suchen. Dazu brauchen wir allerdings noch
>> zielführende Tools.
>>
>> Bitte ergänzt die Liste, falls ich etwas vergessen habe.
>
> Was mir persönlich geholfen hätte: Etwas kleinere Changesets. Thematisch
> noch zusammenhängender und auch quellenabhängig. Dann kann man auch
> schneller und vor allem einfacher prüfen, ob ein Changeset ok ist oder
> nicht.
>
> Deinem Punkt "Kontakt mit der Community suchen" kann ich mich nur
> anschließen, würde das aber gerne argumentativ mit dem beruflichen Mappen
> verknüpfen. Ich fände es in solchen Fällen nämlich nicht akzeptabel, wenn
> man/ihr durch häufiges Verwenden und viel Mappen Fakten schaffen würdet.
>
> Das sähe ich z.B. bei der Verwendung vom Level-Tag, das mMn im Wiki klar
> als "in building" definiert ist. Die von mir bemängelten Wege sind aber
> outdoor und haben ein layer-Tag.
>
> Selbes gilt mMn auch für Sidewalks, auch wenn du das scheinbar anders
> siehst. Bauartliche Trennung => extra Weg, sonst über Attribute.
> Semantisch für mich zwei verschiedene Dinge (ganz unabhängig davon, dass
> das vorher scheinbar (auch) falsch getaggt war). Also vielleicht sehen das
> noch mehr Leute wie du, aber für mich stehen die beiden Konzepte nicht
> gleichberechtigt nebeneinander.
>
> Wie auch immer gehört sowas vorher besser diskutiert, und zwar imho nicht
> auf euren Wiki-Subseiten sondern z.B. auf Tagging.
>
> Gruß,
> Peda
>
>
> _______________________________________________
> Talk-de mailing list
> Talk-de at openstreetmap.org
> https://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de



-- 
Dr. Roland Olbricht
mdv - Mentz Datenverarbeitung GmbH
Westfalenstraße 224
48165 Münster
e-Mail: olbricht at mentzdv.de
Tel: +49 (0) 2501 969 232
Fax: +49 (0) 2501 969 300
http://www.mentzdv.de

Sitz der Gesellschaft:
Grillparzerstraße 18, 81675 München
Geschäftsführer Dr.-Ing. Hans-J. Mentz
Amtsgericht München, HRB 91898




Mehr Informationen über die Mailingliste Talk-de