[Talk-de] Weiterer Nutzen von OpenStreetMap?

Holger Dietze hdietze42 at web.de
Di Aug 28 22:01:52 UTC 2007


Hallo,

On Tue, Aug 28, 2007 at 10:14:46PM +0200, Günter Heini wrote:
> 2. Ich habe zwar keine Ahnung (und davon ganz viel:-))) aber die Erzeugung
> von Segmenten aus GPS traces müsste doch auch einfacher gehen als ihr das
> macht.
> Wieso kann man nicht mehrere traces der gleichen Strecke mitteln und mit
> Hilfe geeigneter Verfahren wie Bezier o.ä. "automatisch" zu Vektoren /
> Segmenten umwandeln? Die Güte (Genauigkeit) dieser automatischen Umwandlung
> lässt sich dann ebenfalls bestimmen (z.B. als Abweichung der Kurve zu den
> nodes der traces).

Es gibt da so ein paar unschoene Effekte, die die Traces verfaelschen.
Manchmal systematisch, manchmal zufaellig. Hier eine Liste von Sachen,
die mir bei meinen Tracks schon aufgefallen sind:
- In engen Taelern (schliesst dicht bebaute Stadtteile ein) hat ein
  GPS-Empfaenger eine geringere Genauigkeit, die Abweichung ist
  abhaengig von der Fahrtrichtung: selbe (schmale) Strasse innerhalb kurzer
  Zeit hin und wieder zurueck -> es gibt zwischen den Spuren deutliche
  Abweichungen. Der Effekt ist per Automatik nicht so einfach von dem
  Fall zu unterscheiden, dass zwei Wege einige Meter auseinanderliegen,
  wie z.B. bei der Autobahn oder anderen Strassen mit getrennten
  Fahrstreifen.
- Bei der Einfahrt in den Tunnel liefert der Empfaenger noch ein paar
  Sekunden lang Werte, die er aus der letzten Fahrtrichtung und
  Geschwindigkeit extrapoliert. Wenn die Strasse am Anfang des Tunnels
  eine Kurve macht, hat man also imaginaere Daten. Um die zu bereinigen,
  braucht man noch Zusatzinformationen, wie eine einzelne Messung am
  Eingang oder die Ausfahrt aus der Gegenrichtung (bei getrennten
  Richtungsfahrbahnen ist die ein paar Meter entfernt).
- bleibt man stehen, produziert der Empfaenger eine Punktewolke von
  einigen Metern Durchmesser, wobei es auch deutliche Ausreisser gibt.
  Wenn dann noch der Empfang schlecht ist (z.B. im Tal) kommt dazu noch
  eine Extrapolation und beim Losfahren bewegt sich die vom Empfaenger
  gemeldete Position mehr oder weniger schnell auf die reale zu.

Solche Effekte sind uebrigens vom verwendeten Empfaenger und dessen
Umgebung (Fahrzeug!) abhaengig.

Fazit: Um die GPS-Tracks zu korrekt zu interpretieren, braucht man noch
ein Gehirn mit angeschlossenen Sinnesorganen, die Computertechnik ist
dazu noch nicht ausgereift genug :-) Und die visuelle Verarbeitung von
Punktewolken im menschlichen Gehirn klappt besser, als viele Leute
denken...


Gruss

Holger

-------------- nächster Teil --------------
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