[Talk-de] waterway=riverbank aufspalten

Norbert Kück osm at nk-bre.net
Mi Jan 14 21:24:03 UTC 2009


Hallo,
Torsten Leistikow schrieb:
> Ich vermute mal, du stuetzt dich auf
> http://wiki.openstreetmap.org/wiki/Tidal_Rivers
Die Vermutung ist falsch bzw. unvollständig. Das Thema ist an mehreren 
Stellen angesprochen.

> So richtig durchsetzen konnte sich das bei der Abstimmung ja nicht, und
Na und? Bei der "unglaublich starken" Beteiligung ist das 
Absimmungsergebnis unerheblich - da schau ich mir die Argumente an und 
mach mir selbst eine Meinung. (Übrigens heißt es ja auch: 50 Millionen 
Fliegen können sich nicht irren... ;-)

> ich muss sagen, dass mich das auch noch nicht wirklich ueberzeugt.
> Entweder habe ich eine Kuestenlinie oder aber ein Flussufer. Beides
> uebereinander scheint mir einfach widersinnig.
Ja, das ist ja genau der Irrtum. Riverbank ist Area und Coastline Way. 
Geh noch mal zurück zum Anfang dieses Threads. Das Problem war, wie man 
eine Fläche (Riverbank) gemeinsam mit Linien (Kreisgrenzen) in eine 
Relation packen kann, um damit die Landfläche eines Kreises 
auszuschneiden. da habe ich dem Sven geschrieben, dass er an dem 
konkreten Ort kein Problem hat, weil er die Coastline nehmen kann. 
Soviel zum Nutzen von Coastline. Sie beschreibt an der See und in den 
Mündungsgebieten der großen Flüsse die Grenze von Land und Wasser. Und 
sofort kommt die etwas akademische Frage "wo ist die Grenze von 
Mündungsgebiet?" Man kann sich Linien ausdenken oder aus 
Wasserstraßengesetzen entnehmen, oder aber auch die Frage stellen, wie 
weit der Einfluss der See geht. Das kann man am Salzgehalt festmachen. 
Da wünsche ich wegen des tidebedingt "pendelnden Wasserkörpers" und der 
sich durch Nipp- und Springdide ändernden Strömungsverhältnisse viel 
Vergnügen. Stoff für mehrere Doktorarbeiten ohne eindeutige handfeste 
Ergebnisse. Und das für jeden einzelnen Fluss. Irgendwann muss man 
willkürlich Grenzen festsetzen. Man kann das aber auch am Tidehub 
festmachen.

> Ob das Sinn macht, die Kuestenlinie bis kurz vor Geesthacht zu zeichnen?
Ja.
> Kein Mensch wuerde auf die Idee kommen, das ufer dort als Kueste zu
> bezeichnen, nur weil man bis dahin noch die Gezeiten merken kann.
Gut. Die Leute die dort Küstenschutz betreiben, sind also keine Menschen?

> Ok, der Kuestenschutz in Niedersachsen nimmt das als Grenze. 
Nein, nicht der Küstenschutz in Niedersachsen. Da sind sich die 
Fachleute insgesamt einig. Und das hat einen einfachen Grund: Hochwasser 
aus oberen Flussabschnitten hat ein anderes Verhalten als Sturmfluten.

> Aber ist das wirklich praktikabel fuer eine (Land-)Karte?
Praktikabel ist es allemal - wie du siehst. Übrigens ist OSM zunächst 
mal eine Sammlung georeferenzierter Daten. Auf den Karten ist die 
Coastline selbst bisher nicht eingezeichnet worden sondern sorgt dafür, 
dass das Meeresblau an der richtigen Stelle aufhört.

> Und wie sieht dieser Ansatz aus, an Stellen wo die Gezeiten sowieso kaum
> zu merken sind?
Nebenkriegsschauplatz! Ich habe deutlich gesagt, dass das ein Thema ist, 
dass ich (noch) nicht anfasse - wegen der problematischen Grenzfindung. 
Das kann doch kein Argument gegen die Coastline-Auszeichnung von Flüssen 
mit deutlichem Tideeinfluss sein. Der Tidehub ist am Weserwehr in Bremen 
HÖHER als in der Nordsee. Die Daten für Hamburg oder Geesthacht habe ich 
nicht präsent.

> Bekommen Binnenseen mit Gezeiten dann auch eine Kuestenlinie?
Wenn du möchtest. ;-)
Allerdings stammt Coastline aus der Notwendigkeit, das Festland vom 
großen Ozean abzugrenzen, der (im Gegensatz zu Binnenseen) nicht 
wirklich gut als Fläche in den OSM-Daten abzulegen ist. Damit entstand 
das Problem, dass man irgendwie mit den einmündenden großen Flüssen 
umgehen muss. (Siehe oben.) Ich würde bevorzugen, DIESES Problem einer 
handhabbaren Lösung zuzuführen und es nicht durch "Probleme", die bisher 
keine sind, zu verkomplizieren.
Meiner Ansicht nach ist das Konzept handhabbar. Bei den für den 
Küstenschutz zuständigen Landesbehörden kann man erfahren, wo sie 
"Küstenschutz" betreiben. Damit hat man die Gewässerstrecken, die sicher 
für Coastline als Merkmal für Seebeeinflussung in Frage kommen. Damit 
hat man aber auch zugleich die flächenreichen Ströme mit einer Linie 
versehen, die zum Ausschneiden der reinen Landfläche (siehe 
Threadanlass) geeignet ist.
Um die anderen möglicherweise tidebeeinflussten Flüsse kann man sich 
kümmern, wenn man Zeit und Lust zu akademischen Grenzfindungsversuchen hat.

Übrigens ist Coastline bei den großen norddeutschen Flüssen Fakt. Gute 
Gründe, warum das falsch sein soll, habe ich bisher nicht gelesen und 
der Vergleich mit den anderen Nordseeanliegern gibt auch keinen Anlass 
dafür.

Gruß
nk




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