[Talk-de] Abstraktionsgrad, Erfassen von Spuren etc.

Sven Rautenberg sven at rtbg.de
Mo Jan 19 12:10:31 UTC 2009


Karl Eichwalder schrieb:
> Hatto von Hatzfeld <hatto at salesianer.de> writes:
> 
>> Da sollte man sich immer fragen, wer denn diese Information nutzen
>> kann: Kein Radfahrer wird doch je auf einer Karte nachschauen, wann
>> denn ein solcher Bordstein kommt. Und für die Routenplaner genügt es,
>> wenn an den Kreuzungen erfasst ist, wie man in welche Richtung
>> weiterfahren kann.
> 
> Das denken die verkehrsplaner auch, aber du auf einem radweg bist und
> erst kurz vor der kreuzung erfährst, "bei der nächsten kreuzung links
> abbiegen", dann ist das meist zu spät.  Du wirst nicht mehr vom radweg
> kommen und links abbiegen können; dann wird dir nur noch indirektes
> abbiegen möglich sein.

Wenn man auf einem benutzungspflichtigen Radweg fährt, hat man sowieso
keine legale Chance, auf die Straße zu wechseln und links abzubiegen.
Das wird einem vermutlich aber auch durch den Straßenverkehr unangenehm
gemacht, denn Radwege sind nicht zum Spaß da, dazu sind sie viel zu teuer.

Insofern sehe ich nicht, was dagegen spricht, den Linksabbiegevorgang
einfach durch das Überqueren zweier Fußgängerfurten "rechtsaußen" an der
Kreuzung zu vollziehen - insbesondere, weil Ampeln nicht
unwahrscheinlich sein dürften.

Davon unberührt bleibt natürlich die eher generelle Maßgabe von
Radfahrern für Radfahrer, die Radwege aus Gefährdungsgründen eher zu
meiden. Wer sich für diesen Weg entscheidet, wird nie Probleme haben,
vom Radweg auf die Fahrbahn zu wechseln, weil er keinen Radweg nutzt.

> Der router muss dich mindestens 250m vor der kreuzung auf die straße
> schicken, damit du dich sicher zum linksabbiegen einordnen kannst.

Sowas kann man einem Radrouter ja einprogrammieren. Bei Autoroutern
klappt das ja auch, sogar noch deutlich frühzeitiger: Auf Autobahnen
üblicherweise sogar schon drei Kilometer im Voraus. Woher die Router
bloß so weit vorausgucken können? ...

> Wenn
> das nicht geht, weil diese angaben in der datenbank fehlen und du schon
> deutlich früher auf die fahrbahn wechselst, riskierst du diskussion mit
> der polizei.

Die müsste ja aber erstmal da sein.

> Es kann auch sein, dass du schon früher, zwischen den kreuzungen, auf
> die linke seite willst; dafür brauchst du entsprechend frühere
> bordstein-absenkungen.  Diese ganzen details müssen also eingetragen
> werden.

Als Radfahrer hat mal zweifelsfrei eine deutlich variantenreichere
Wegfindungsmöglichkeit, als der Autofahrer. Ich hielte es allerdings für
übertrieben, diesen Detailreichtum ungefiltert nach OSM zu übertragen.

Viele Grüße
Sven




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