[Talk-de] Lizenzwechsel ohne Datenverlust + bessere Versionskontrolle + Qualität durch Sichtung

Heiko Jacobs heiko.jacobs at gmx.de
Sa Dez 18 00:42:41 UTC 2010


Moin

Am 17.12.2010 10:52, schrieb Georg Feddern:
>> Dann hat der Spezialanwender, der eine besondere Lizenz braucht,
 >> auch die erforderliche Motivation, diese zu fördern, bei den Mappern
 >> zu bewerben, und die erforderlichen Tools
>> bereitzustellen.
>
> Nix für ungut - aber die hat er doch sowieso ...

Schön wär's ...
Gewisse Vertreter dieser Gruppe haben anscheinend eher die Motivation,
einfach alles unklare zu löschen und zu hoffen, dass irgendwer Spaß
dran findet, weiße Flecken neu mappen zu können.

> Da stellt sich mir allerdings doch eine Frage:
>
> Man muss bei der Markierung der Daten dann zwischen echten ODbL-Gegnern
> und Karteileichen (wie erkennt man die eigentlich eineindeutig?)

Nur wenn man neben "accept" auch noch einen "not accept" Button anbietet,
denn dann sind die, die nix davon klicken und eh schon ewig nix
mehr gemappt ahaben, als Karteileichen anzunehmen

> unterscheiden können, denn:
> Wie kommt der ODbL-Verwender zu für ihn geeignete Daten -
 > die jedoch schon als CC-only in der Datenbank sind und bleiben sollen
 > ('echter' ODbL-Gegner)?
> a) Durch einfaches Sichten und markieren?
 >   => Das stellt sich für die ODbL-Gegner wie eine feindliche Übernahme
>   a la 'Die Daten sind ja eh nicht geschützt' dar.
> b) Durch 'Ein Mapper löscht und erfasst neu'
 >   => Das stellt sich für die ODbL-Gegner wie ein "Vandale!" dar.
> c) Diese Daten werden von der OSMF gelöscht und müssen neu erfasst werden
 >   => Das ist genau der Status, der jetzt auch existiert.

Für mich ist auch c) Vandalismus an mühsam gesammelten Daten und,
sofern es Daten von schon verstorbener Mapper wären, was sicher
bei den vielen Jahren Laufzeit von OSM schon vorgekommen sein wird,
auch ein merkwürdiger Umgang mit einem Teil des Lebenswerks Verstorbener ...
Da dachte man mal, wenigstens das für die Community gesammelte würde
von einem überleben, wenn's einen mal beim Sammeln von GPS-Tracks
auf enem grade5-track beim Radeln über die Baumwurzel vom Rad reißt
und man mit den Kopf auf den Stein und exitus ...
Aber nix dergleichen ...

a) und b) unterscheiden sich eigentlich nur durch die eventuell
erfolgreiche Verschleierung ...

b) geht relativ einfach, da man ja bei potlatch auch OSM-Karten
als Bildhintergrund einstellen kann. Man muss sich nur mal kurz
Name der Straße und tags merken ... Oder mit "r" übernehmen ...

Eine Sichtung nach a) sollte in meinen Augen nur dann gemacht werden,
wenn man damit wirklich bestätigt, dass man das bestätigte auch
tatsächlich selbst mappen könnte, weil man für dessen Geometrie
einen GPS-track hat oder das Objekt bspw. in Bing-Luftbildern
gut erkennbar ist und/oder man für die Eigenschaften entsprechende
lokale Kenntnisse hat.

Da verlässt man sich in der Tat auf die Ehrlichkeit der Mapper,
das nur in diesen Fällen zu sichten (wenn es um den Lizenzstatus
geht, wenn es um die erweiterte Idee der Sichtung der Aktualität
geht, macht ein Schwindeln ja eh keinen Sinn ...).

Aber man verlässt sich ja auch bisher auf die Ehrlichkeit der
Mapper, dass sie nur CC-kompatible Quellen nutzen.

Man kann schlecht im einen Fall auf die Ehrlichkeit vertrauen
und im anderen Fall von vorneherein Unehrlichkeit unterstellen.

Bing macht die Geometrie-Sichtung ja mittlerweile sehr einfach,
zumindestens dort, wo die vernünftige Bilddaten haben.
Mit der weltweiten Abdeckung von Bing habe ich mich noch nicht
so auseinander gesetzt ...
Von daher wäre es bei der Geometrie-Sichtung seit kurzem dank Bing
völlig verwegen Unehrlichkeit zu unterstellen.

Und da sich die meisten Hintertupfinger Mapper vorrangig um die Lizenz
der Hintertupfinger Daten kümmern dürften und die Kleinkleckersdorfer
Mapper um die der Kleinkleckersdorfer Daten, wäre es auch bei den
Eigenschaften verwegen, da wegen Unkenntnis der Lokalität
Unehrlichkeit anzunehmen.

Von daher gehe ich nicht davon aus, dass man einfach nur Sichten
anklicken täte um Daten zu kapern ...
Im Gegensatz zu b) und c) bleibt ja die Objekthistorie erhalten
und man erkennt, dass es "nur" eine Sichtung ist und könnte somit
Massen-Sichtungen, nur um eine "grüne" Lizenzstatuskarte zu bekommen,
erkennen und ggfs. die Sichtung zurücknehmen.

Dank Bing gehe ich aber davon aus, dass die meisten Sichter auch
gleich die gröbsten Ungenauigkeiten beseitigen. Das wäre dann
eine hochwertige Sichtung.

> Wer nur aufgrund des zu erwartenden Datenverlustes gegen eine
> Lizenzumstellung ist, und nicht aus anderen Gründen -
> die ihm völlig frei und ohne Beeinträchtigung zugestanden
> werden -, der muss evtl. auch mal über seinen Schatten springen,
 > und darauf vertrauen, das die OSMF selbst nicht von ganz vorne
> anfangen möchte.

Ein solches Grundvertrauen besteht nicht, so lange alle Vorschläge
zur Vermeidung des Datenverlustes abprallen ...
Mir springen in solchen Diskussionen zu viele rum, die nix verwerfliches
dran finden, das Werk anderer einfach wegzuwerfen, oder gar Spaß
am Neuerfassen entstehender weißer Flecken bekundeten.

Aber die Motivation der ODBL-Gegnergruppen zu hinterfragen und wie
für diese ein solcher anderer Prozess wäre, wäre eine Idee.

Diejenigen, die gegen die Relizenzierung sind wegen des damit
verbundenen zwangsläufigen (nicht erreichbare!) Datenverlustes
(oder auch Datenverfälschungen, wenn unreine nodes und tags
rausgelöst werden), deren Bedenken wären durch diesen neuen Prozess
in der Tat völlig zerstreut und könnten sofort zustimmen.
Ein großer Schwung nicht mehr wegen Lizenz zu sichtender Daten.
Meine gesammelten Daten würden zu dieser Gruppe gehören ...

Dann gibt es noch eine durchaus relevante Gruppe, die nicht
zustimmen KÖNNEN, weil ihre verwendete CC-kompatible Datengrundlage
nicht ODBL-kompatibel zu kriegen ist o.ä.
Da habe ich Probleme in Australien (Luftbilder) und Polen (Übernahme
aus anderem Projekt) in Erinnerung, keine Ahnung wie da der aktuelle
Stand ist. In Australein war's wohl eher die CT, die eine Migration
in andere freie Lizenzen zugelassen hätte, die Mindestanforderungen
des Luftbildanbieters verletzt hätte.

Diese Gruppe könnte eigentlich nichts gegen das Sichten der Daten
haben, wenn man von der Grundannahme ausgeht, dass man wirklich
auf Grundlage ODBL-kompatibler Daten sichtet, siehe Ehrlichkeit oben.
Denn es wäre ja vermutlich sehr in deren Interesse, die Daten von
diesem "CC-Makel" zu befreien.

Dann gibt es noch einige, die befürchten, dass man mit ihren Daten
unter ODBL "schlimme Dinge" anstellen könnte, die es so unter CC
nicht geben würde. Das ist nicht mein Thema, daher habe ich mich
nicht so intensiv damit befasst, ob diese wirklich Recht hatten.
Mein oberflächlicher Eindruck war aber, dass da noch viele
Fehlinformationen mitschwingen und sich etliche auflösen könnten.
Aber prinzipielle Zweifel an Inhalten der ODBL sind wohl die
"gefährlichsten" Motivationen und es wäre die Gruppe, die am
ehesten auf Sichtungen allergisch reagieren könnte.
Der Personenkreis dürfte aber, im Vergleich zu den anderen,
sehr klein sein, somit dürften diese alleine den Umstellungsprozess
nicht mehr aufhalten können, während eine kritische Masse aus
der Vereinigung aller anderen Gruppen durchaus noch die Umstellung
völlig vereiteln könnte.
Wie man damit umgeht, wenn solche Leute erklären, mit a)/b)
Probleme zu haben, müsste man entscheiden, sobald man weiß,
wie es genau lizenzrechtlich mit der Sichterei, Doppellizenz etc.
aussieht.

Eine größere Gruppe wäre dann noch die, die nicht wirklich
ODBL-Gegner ist, aber einfach nicht reagiert, weil verschollen,
mittlerweile interesselos, tot, ...
Da muss man ja auch sehen, dass jeder Angemeldete ja kein Recht hat,
dass seine Daten auf ewig unverändert bleiben. Sie sind ja explizit zur
laufenden Verbesserung vorgesehen und das würde ja auch bei der
Sichtung passieren, zumal wenn sie dank Bing vermutlich oft mit
Verbesserung an der Geometrie verbunden sein wird.

Insofern dürfte die Zahl derer, die mit dem Sichten Probleme
haben könnte, sehr überschaubar sein. Ob das relevant werden
kann, dazu muss ein Experte alles erst genauer anschauen.

Ich vermute, dass diese eventuellen Probleme deutlich kleiner
sind als die durch den Ärger, der bei Datenverlusten entstehen wird.

Gruß Mueck





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