[Talk-de] Lizenzwechsel ohne Datenverlust + bessere Versionskontrolle + Qualität durch Sichtung

Heiko Jacobs heiko.jacobs at gmx.de
So Dez 19 00:18:05 UTC 2010


Am 18.12.2010 19:23, schrieb Robert S.:
> Erstmal Danke. Danke, dafür, dass du mir das Schreiben abgenommen hast. ;-)
> Denn ich hatte auch schon sehr ähnliche Gedanken, ich bin nur nicht dazu
> gekommen, sie niederzuschreiben.

Schön, dass ich wenigstens bei ein paar wenigen offene Türen einrenne ;-)

> Ja, ein schneller Lizenzwechsel wäre alles in allem eigentlich auf jedem
> Fall begrüßenswert - aber es muss alles getan werden, dass der Datenverlust
> so gering wie möglich gehalten wird!

Genau

> Die Daten sind einfach wesentlich wichtiger als die Lizenz!!

Eben!
Wir sind ein Community-Projekt und die Daten sind das Kernprodukt,
dass die Community eingebracht hat! Und damit sollte man sehr pfleglich
umgehen! Wegen formaler Lizenzfragen auch nur einen Teil des Kernprodukts
in Frage zu stellen ist für mich schlicht undenkbar!

> Wenn man will, auf jeden Fall. Nur leider erwecken einige Akteure den
> Eindruck, dass sie garnicht gewillt sind, diese Nebenwirkungen so weit wie
> es irgend geht zu vermeiden...

Der Eindruck beschleicht mich auch ...

> Ich verstehe nicht ganz, wie das mit den 90% etc. funktionieren soll. Ich
> würde eher sagen, der kleinste gemeinsame Nenner zählt.
> - Nur PD-Edits ->  PD
> - PD + OdBL-Edits ->  OdBL
> - PD + OdBL + CC-Edits ->  CC

Es wird ja gelegentlich über Relevanzschwellen diskutiert.
Wenn jemand eine Banalität oder Nebensächlichkeit als Tag dranhängt:
ist dann das ganze Objekt mit der falschen Lizenz infiziert?
Oder was ist, wenn von 100 nodes 1 die falsche Lizenz hat?
Statt da eine binäre ja/nein-Entscheidung zu treffen, könnte man
vielleicht auch mit Prozenten arbeiten, weil vielleicht einzelne
Nutzer, die auf ODBL statt CC angewiesen sind, je nach Land und
Projekt unterschiedliche Anforderungen an die ODBL-Reinheit haben
könnten. Der eine kann 1% flashcer node-Lizenzen tolerieren, der
ander 10%, noch ein anderer dagegen braucht wirklich 0%.
Das ist aber eine Detailfrage, die sich erst im Laufe einer
genaueren Betrachtung der Lizenzfragen und Umsetzbarkeit klären wird ...
Es sei erstmal nur als Idee in den Raum gestellt.

> Genau!
> Bei meinen Überlegungen hatte ich dieses Lizenz-Sichten als Bürgen
> bezeichnet. Denn dieses Sichten mit der Übernahme des Weges in die OdBL
> würde eigentlich folgender Aussage entsprechen:
> "Ich bürge, dass dieses Objekt mit all seinen Eigenschaften genau so
> existiert. Ich bestätige hiermit, dass ich alle Möglichkeiten hätte, dieses
> Objekt in seiner Lage und mit all seinen Eigenschaften genau so wieder zu
> erfassen. Dieser Vorgang [des Lizenz-Sichtens] stellt in diesem Sinne nur
> eine Abkürzung des erneuten Mappens dar."

Exakt.
Bürgen ist fast der bessere Begriff.
Sichten habe ich der Wikipedia entlehnt, weil es da ein ähnliches
Procedere gibt, um den unbedarften leser vor Quatsch-Änderungen
zu schützen, die den Artikel verschlechtern. Es schaut jemand kurz
drüber, ob's plausibel ist. Genau übertragen auf OSM wäre das aber
zu schwach. WObei ich ja eignetlich ausführte, wie ich das *hier*
verstanden haben will. Bürgen trifft es da besser.

Wobei man da vermutlich besser zwischen Geometrie und Eigenschaften
untershceiden sollte, weil einer kann vielleicht die Geometrie (Bing, tracks),
ein anderer Eigenschaften bestätigen (Ortskenntnis), müssen ja nicht
unbedingt dieselben sein.

> Eine eventuelle Verletzung der CC-Lizenz muss dann übrigens auch gegen den
> sichtenden Mapper vorgebracht werden. Und dann muss ihn auch erstmal
> nachgewiesen werden, dass er eben nicht alle genannten Möglichkeiten
> hatte...

Eben. Ich habe hier noch alle Notizzettel der beiden Waldgebiete, die
ich bei Karlsruhe abgeklappert habe.
Wenn ich der Lizenz zustimmen täte, fehlen vielen der Wege dann
vielleicht doch die tags highway=track tracktype=gradeX, weil die
schon vorher von einem Nichtzustimmer am Waldweg angebracht wurden,
Selbst wenn ich gewollt hätte: ich hätte ja gar keine Möglichkeit
gehabt, zu markieren, dass das gradeX auch nach meiner Erfassung so
stimmt.
Oder dem Weg fehlen paar nodes, nur weil ich die nicht bewegt habe,
da sie mit meinen GPS-tracks zusammen passen ...
Ein Irrsinn sondersgleichen ...
Und an diesem durhc fehlende nodes schiefen und krummen Weg hängt
fann mein Name als letzter Bearbeiter dran, tolle Werbung für mich
als Mapper ...

> Und noch eine Frage an unsere (Hobby-)Lizenzrechtler: Wer darf eigentlich
> sein Lizenzrecht geltend machen, wenn ein Objekt mehrere Bearbeiter hat?

Für meine Meinung, dass laut deutschem Urheberrecht Änderungen an
gemeinsamen Werken nur gemeinsam gemacht werden können und somit
ein Löschen von Objekten, bei denen mindestens einer der Mapper
dem Wechsel zugestimmt hat, ein anderer aber nicht, eignetlich gar
nicht möglich sei, dafür wurde ich hier auch schon zerrupft ...

> Bei einem alleinigem Bestätigen der Geometrie müsste man dann alle Tags
> entfernen und nur den Weg in OdBL übernehmen (eventuell kann man ja bei
> Straßen/Wegen wenigstens ein highway=road mit übernehmen)
> Bei den Eigenschaften müsste man das dann so machen, dass man einfach die
> Eigenschaften abhacken kann, die man bestätigen kann und nur diese werden
> dann in das OdBL-Objekt übernommen.
> Eigentlich kann man doch die Eigenschaften nur bestätigen, wenn man auch die
> Geometrie bestätigen kann, oder?

Wenn nur eins (Geometrie ODER Eigenschaften) bestätigt wird, bleibt
das andere halt solange unbestätigt, bis sich jemand findet, der das
bestätigen kann.
Sollte eines Tages doch noch der Schritt nach ODBL-only gegangen werden,
müsste in der Tat was wegfallen. Wenn man mit Doppellizenz leben kann,
braucht man das vielleicht gar nicht.

Wenn ich die Existenz der Goethestraße in Bremerhaven bestätigen will, reicht
es völlig, dass ich weiß, dass die vom Leher Tor bis ein Stück jenseits
der Rickmersstraße geht. Die genauen Geo-Koordinaten muss ich dafür
nicht kennen. Die bestätigt jemand anderes anhand der bing-Bilder,
da erkennt man die gut genug, wie ich die Tage feststellen durfte ;-)

> Die Idee mit der Sichtung finde ich eine wunderbare Erweiterung dieser
> Lizenz-Sichtungs-Idee.
> Man muss dan natürlich auch, anders als bei Wikipedia,
> Sichtungsaktualisierungen möglich machen. Also eine erneute Sichtung nach
> einiger Zeit ohne das es eine neue Objektversion gibt.
> Und schön wäre dann noch eine Karte die farblich das Alter der letzten
> Sichtung darstellt.

Eben!

> Also die Erfassung des Splits/Joins sollte idealerweise in den Editoren
> geschehen, das dürfte der geringste Aufwand sein, denen das beizubringen.

Vermutlich. Da ich aber nicht weiß, wer alles aus welcher Quelle hochladen
darf, habe ich das zweigleisig formuliert. Vielleicht muss man es auch
zweigleisig machen. Wenn der Changeset ein "joinsplithints=yes" enthält,
übernimtm die API die, bei no kommt es in die Nachbearbeitungsschlange,
die das dann anhand der nodes rausfieselt oder so, so wie man es für
die Relizenzierung ja auch nachträglich für alle bisherigen Edits braucht.
Oder so ... Bei letzterem hätten auch exotische Hochlademöglichkeiten
außer den großen Editoren eine Chance, falls das nötig ist, keine Ahnung.

Gruß Mueck





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