[Talk-de] Vollkommen sinnlose, zerstörerrische Richtungsfunktion in OSM?

Tirkon tirkon33 at yahoo.de
So Jul 18 00:21:58 UTC 2010


Moin,

welchen Sinn hat die Richtungsumkehrfunktion in OSM?

Mit forward und backward im Gepäck kann jeder für jedes Element in OSM
eine Richtung beschreiben - sei es durch Tagging oder Relationen. Ich
frage mich aber, wieso es sinnvoll sein kann, alle sorgfältig
zusammengetragenen richtungsabhängigen Dinge mit einem Schlag
umzukehren?

Zudem erkennen Anfänger die Richtungsfunktion anfänglich häufig nur
als Fahrtrichtungsangabe, so dass sie diese nur für Einbahnstraßen und
Kreisverkehre als relevant erkennen. Nun macht er seine ersten
Gehversuche im OSM Editor durch Ändern der "Fahrtrichtung". Die lässt
sich so schön mit einem Klick auf das präsente Icon umkehren. 

"Ahja, die "Fahrtrichtung" braucht man für Einbahnstra0en und für
Kreisverkehre. Hmmm, bei Straßen mit Fahrbahnen für zwei Richtungen
braucht man keine Fahrtrichtung. Also kann ich ich hier beliebig
rumprobieren. Auch beim Vereinigen erklärt JOSM, dass er einige
Richtungen umdreht. Hmmm, ist ja keine Einbahnstraße involviert, also
soll er meinetwegen umdrehen."

Erst im Stadium des fortgeschrittenen Taggings bemerkt der Anfänger
bestürzt, dass der Richtungspfeil nicht nur zum Darstellen der
Fahrtrichtung dient. Bis dahin hat er aber schon einige Straßen
versehentlich umgedreht. 

Wenn eine Funktion so zerstörerisch sein kann und sämtlichen
sorgfältig erstellten Richtungstaggings und -Relationen quasi den
Arsch unter den Füßen wegzieht und zudem Anfänger dazu einlädt, es als
erstes dankbares und meintlich harmloses Probierobjekt zu benutzen:
Welchen Sinn kann so ein Instrument haben?

Zudem fallen solche Richtungsänderungen erst nach eingehender Prüfung
auf. Bei bloßen Drüberschauen nimmt man keinen Fehler wahr.

Schlimmer noch: Was ist, wenn nach einer versehentlichen Änderung
jemand Anderes richtungsabhängige Dinge taggt. Dann sind die einen
richtig herum und die anderen falsch. Selbst der Ortskundige hat das
Alles nicht im Kopf und kann in solch einem Falle die ganze Stra0e
noch einmal in beiden richtungen abfahren und auf die Richtigkeit
sämtlicher (nun beschädigter) Relationen und Tags überprüfen, wenn er
den Fehler überhaupt wahrgenommen hat - und das wegen eines
versehentlichen Klicks. 

Nein, momentan sehe ich für die Umkehrfunktion keine einzige sinnvolle
Anwendung, die nicht mit forward oder backward zu erschlagen wäre -
außer Vandalismus. Wenn der dann auch noch - insbesondere für Anfänger
- so leicht versehentlich begangen werden kann, dann hat die Funktion
jede Daseinsberechtigung verloren - und zwar für jeden User. Daher
brauchen wir in diesem Zusammenhang nicht über Userlevel und
Schreibrechte nachzudenken.

Zwei Lösungsvorschläge: 

Vorschlag 1: Bei jeder Umkehr der Straßenrichtung, sei es von Hand
oder bei Vereinigungen gegenläufiger Straßen dreht der Editor
automatisch auf allen richtungsgeänderten ways auch alle forwards und
backwards in betroffenen Tags und Relationsabschnitten um.

Vorschlag 2: Die Richtung der Straße könnte bei neuen way-Objekten -
zweckmässigerweise zwischen zwei Knotenpunkten ohne Richtungsänderung
- entweder vom Editor oder der Datenbank automatisch festgelegt werden
und wäre dann für niemanden mehr umkehrbar. Bei einer Vereinigung von
zwei gegenläufigen Straßen durch Auflösung einmes Knotenpunktes drehen
Editor oder Datenbank (je nachdem, wer oben für diese Aufgabe
zuständig war) auf allen richtungsgeänderten ways auch alle forwards
und backwards in betroffenen Tags und Relationsabschnitten um.

Sieht jemand Fälle, in denen diese Lösungsmöglichkeiten versagen
würden?

Welcher von beiden wäre zu bevorzugen?





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