[Talk-de] Relationen "Landmasse"
Peter Wendorff
wendorff at uni-paderborn.de
Fr Mär 25 08:25:05 UTC 2011
Hallo Markus.
Sicher: Wünschenswert wäre vieles; und natürlich kann man sich auch für
OSM wünschen, dass alle möglichen Verwendbarkeiten von Daten
vorberechnet werden.
Aber das ist meiner Meinung nach weder das Ziel des Projekts OSM selbst,
noch ist es machbar.
Ziel von OSM ist der erste Schritt: die Geo-Datenbank zusammenzusammeln.
Selbst die OSM-Standardkarten (Mapnik, Osmarender) sind eigentlich nur
Mittel zum Zweck.
Etliche Unternehmen, Privatpersonen und Projekte berechnen daraus eigene
Karten, Statistiken, 3D-Modelle und was auch immer.
Wenn man alle möglichen Zwischenprodukte vorberechnen wollte, könnte man
die Cloud-Infrastruktur von Google vermutlich komplett auslasten - und
hinterher würde es doch niemand verwenden.
Du forderst die Berechnung der Landmasse durch OSM. Der nächste fordert
die Berechnung des Routing-Graphen, und der dritte will aber den
Routing-Graphen noch etwas anders haben.
Ich kann das beliebig weit fortsetzen - aber vielleicht reicht dir das
hier schon, um zu verstehen, dass das nicht funktioniert.
Alles, was bereitgestellt wird, muss irgendwo und irgendwie auch
berechnet werden - und Server kosten Geld.
Für die Basisdienste scheint das Geld da zu sein momentan - und ich muss
zugeben: ich habe mir bisher kaum Gedanken darüber gemacht, woher es
kommt. Zahlst Du dafür?
Die Software-Infrastruktur rund um OSM ist fast komplett frei; es gibt
nur wenig grundlegende Programme zum Verarbeiten der Daten, die du nicht
einfach selbst installieren und losrechnen lassen kannst.
Niemand hindert dich, die Daten dann auch anderen zur Verfügung zu
stellen, zum Beispiel in Form einer anderen "DB-Schicht", wie du sie
nennst - und wenn Du eine universelle Schnittstelle haben willst,
hindert dich nichtmal jemand daran, die Standard-API zu duplizieren und
auf deinem Server selbst anzubieten (jedenfalls, was den Read-Only-Part
angeht).
Mein Vorschlag, ein Skript für die Landmasse (oder eben auch andere
wiederkehrende Aufgaben) zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen,
schont die Server des Projekts, erlaubt dir auch, das als Dienst für
andere anzubieten, erlaubt aber vor allem auch einem Konsumenten, diese
Features einfach zu berechnen.
Gruß
Peter
Am 25.03.2011 08:35, schrieb Markus:
> Hallo Bernd,
>
>> Wichtig ist, das Ergebnis der Berechnung weder direkt in den Daten zu
>> haben noch "live" im Rahmen der OSM-API anzubieten.
>
> Für den Benutzer ist es unerheblich, woher er die Daten bekommt:
>
>> Geofabrik mit den OSM-Datenauszügen
>> direkt auf der Kern-Infrastruktur (API)
>
> Ich stelle mir vor, dass es mehrere DB-Schichten gibt, mit
> unterschidlichen Funktionalitäten.
> Basis sind die Rohdaten.
> Darum herum gibt es Indexe, Relationen, berechnete Daten und Views.
> Für häufige wiederkehrende Anfragen werden die Ergebnisse periodisch
> vorberechnet. Für sehr häufig wiederkehrende Anfragen könnten auch die
> Kacheln periodisch vorberechnet werden.
> Der Benutzer wird dann entsprechend seiner Anfrage automatisch zur
> richtigen Schicht (View) geleitet.
>
> Das kann zentral rund um den "Core" organisiert sein,
> oder dezentral per "Cloud Computing",
> oder wie bisher durch die Geofabrik und andere engagierte Unterstützer.
> Aber alles sollte m.E. über eine möglichst universelle Schnittstelle
> zugänglich sein.
>
> Gruss, Markus
>
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