[Talk-de] Verbesserung von OSM-Kartendarstellung/Rendering

Matthias Meißer digi_c at arcor.de
Di Jan 31 16:12:35 UTC 2012


Das mit dem Geld sehe ich ähnlich wie Frederik. Wir sind noch zu wenig 
Mainstream und aufgeräumt, dass da jemand ohne Erfahrung mal ebend 
einstreigen kann und Code beiträgt. Hinzu kommt sicherlich auch noch der 
Reputations-Aspekt bei freien Projekten, daher das Core Team tut sich 
wohl eher schwer damit Code von ganz frischen Leuten mal ebend einzubauen.

Das was du zu den POIs schreibst ist aber durchaus richtig. Damit die 
Leute mit weniger Wissen/Arbeit schöne Karten anbieten können, wäre es 
super vorbereitete Packete anzubieten (POIs einer Kategorie, Adressen, 
Hausnummern, Links, ...) Das Problem war bisher, dass jedes kleine 
Projekt froh war, wenn es diesen Schritt hinter sich hatten. Aber 
vielleicht passiert da noch was.

Ich möcht dich aber ermutigen selber mit anzupacken, anstatt uns netter 
weise anzubieten Geld zu spenden :) Es gibt so viel zu tun. Das fängt 
bei der Dokumentation im  Wiki an, geht über die Moderation von Foren 
bis zur Durchführen von Veranstaltungen. Mit dem ersten Punkt habe ich 
damals angefangen und bin bis heute dabei geblieben. Auch wenn man 
sicherlich immer nur Krümel wegmachen kann, ergibt es doch durch die 
Arbeit von vielen einen wesentlichen Fortschritt :)

Gruß
Matthias



Am 30.01.2012 20:21, schrieb Frederik Ramm:
> Hallo Gerrit,
>
> On 01/30/2012 06:36 PM, Gerrit wrote:
>> Ich frage mich bei solchen Projekten immer, wieso da nicht ein wenig auf
>> Spendenbasis gearbeitet wird. Ich kann zwar nicht programmieren, aber
>> ich wäre bereit, Geld für solche „Unterprojekte“ zu spenden. Ich denke,
>> einige andere Leute wären auch dazu bereit. Man fühlt sich halt immer so
>> verloren („Hier, du musst es nur programmieren“ – „ja, aber ich kann ja
>> gerade nicht programmieren“). Mit ein bißchen Geldanreizen würde sich
>> dann vielleicht ein Programmierer dazu hinreißen lassen, sich da etwas
>> mehr hineinzuknien.
>
> Das ist leider eine weit verbreitete Fehleinschaetzung (zumindest nach
> meiner Erfahrung).
>
> Es gibt auch in den "Fuehrungsetagen" der OSMF durchaus Leute, die
> denken, man muesste nur genug Spenden einsammeln und schon koennte man
> sich in Peru ein viel schickeres User-Interface programmieren lassen
> oder sowas.
>
> Aber die Programmierleistung, die wir hier brauchen, die kann man nicht
> einfach mal eben fuer Geld kaufen, oder zumindest nicht so leicht. Das
> sieht man am besten am "Google Summer of Code". Falls das nicht bekannt
> ist: Da koennen sich freie Projekte bei Google bewerben, Google sagt
> dann "ok, ihr beommt 4 Stipendien" oder so, dann koennen sich
> Studierende bei dem Projekt mit ihrer Idee bewerben oder auf eine vom
> Projekt vorbereitete Idee, und wenn das Projekt den Bewerber annimmt,
> zahlt Google dem 5000 Dollar dafuer, dass er seine Sommerferien (so ca.
> 3 Monate) bei dem Projekt mitarbeitet.
>
> Wir haben da in den letzten drei Jahren mitgemacht; dieses Jahr bekommen
> wir glaub ich keine Stipendien, was vielleicht nicht weiter
> verwunderlich ist nach unserem derzeitigen oeffentlichen Auftreten ;)
>
> Ich kann mich an keinen Fall erinnern, wo wirklich etwas von bleibendem
> Nutzen fuer unser Projekt herausgekommen ist. Das ist hart, denn die
> Leute haengen sich da durchaus rein, aber es sind oft unerfahrene
> Programmierer, sie haben oft keine Erfahrung mit OSM, und vor allem:
> Sobald der Geldhahn versiegt, sind sie wieder weg. Das fuehrt dann zu
> irgendwelchem halbdokumentierten halbfunktionierenden Code, dessen
> Entwickler nicht mal auf der Mailingliste mitliest.
>
> Solche "Bounties", wie Du sie vorschlaegst, koennen durchaus auch den
> Effekt haben, dass andere, die kostenlos arbeiten, sich weniger
> wertgeschaetzt fuehlen - "ich habe hier 100 Manntage ins Mapping
> investiert, und der pickelgesichtige Hacker da kriegt noch Geld dafuer,
> dass er sich ein paar Tage hinsetzt und was zusammenzimmert".
>
> Die wenigen Leute, die hier langfristig mit Begeisterung dabei sind
> *und* die gut programmieren koennen, die haben alle Haende voll zu tun,
> und wenn die mal eine freie Minute haben, goennen sie sich ein bisschen
> Arbeit an ihrem eigenen Hobbyprojekt. Man kann versuchen, die in eine
> Richtung zu schubsen ("ich glaube, es wuerden echt wahnsinnig viele
> Leute cool finden, wenn es dieses Feature hier gaebe..."), aber man kann
> die nicht mit ein paar 100 Euro kaufen.
>
> (oft aus aermeren Laendern
>
>> Sowas ist auch immer gut, um vielleicht notwendige, aber „unbequeme“
>> Jobs machen zu lassen. Aber das jetzt nur als kleiner Gedanke.
>
> Ich koennte mir vorstellen, dass man sehr kleine, sauber trennbare Jobs
> fuer Geld erledigen lassen kann. Hier hast Du eine Aufgabe, es ist klar,
> was zu tun ist, erledige es und gib mir morgen das Resultat. Aber bei
> Programmierarbeiten wollen wir schon gern, dass derjenige, der das
> macht, auch weiter dabei ist, sich kuemmert. Und das koennen wir dann
> irgendwann nicht mehr bezahlen ;)
>
>> Und solche anklickbaren Objekte sind ja genau das passende, um die Karte
>> nicht zu überfrachten, aber trotzdem viele Infos zu bündeln. Ich denke,
>> niemand erwartet, dass die Telefonnummer eines Geschäftes schon direkt
>> auf der Karte erscheint.
>
> Fuer einfache POI-Informationen stimmt das. Aber wir sind ja auch sehr
> froh, dass Leute OePNV-Relationen, Radwege usw. erfassen, und die sind
> nur sehr schwer mit einer Popup-artigen Technologie anzeigbar, die
> brauchen einfach Spezialkarten mit eingefaerbten Linien oder so. Man
> sollte also gar nicht erst anfangen, die Leute auf die Idee zu bringen,
> dass sie alles, was bei OSM erfasst wird, auch auf osm.org finden -
> finde ich.
>
>> Ah, noch eine kleine Frage zu osm.de: ist das nur auf Europa beschränkt?
>> Das ist ja ein wenig schade...
>
> Ja. Dafuer gibt es zwei Gruende - erstens der schwache Server, aber da
> wird gerade Abhilfe geschaffen. Zweitens der einheitlich "deutsche" Stil
> mit den typischen Autobahnschildern usw., die in den USA einfach
> ueberhaupt nicht ankommen wuerden. Da muesste man dann einen
> eigenen/anderen Stil machen.
>
> Bye
> Frederik
>





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