[Talk-de] Programmiersprachenvorliebendiskussion

dgdg osm at fronhausen.com
Do Jan 8 18:30:11 UTC 2009


 > Ich versuche auch die typischen JOSM
 > Bedienungsprobleme, die immer wieder im direkten Kontakt mit anderen
 > Usern und in Foren auftauchen einzubeziehen. Mal schaun was dabei
 > rauskommt. Eine Grafik will ich auch noch anfertigen.

Ich möchte dazu nochmal anmerken, dass ich, als ich im November mit OSM
angefangen haben, völlig unbedarf einfach Potlatch aufgerufen und direkt mit
dem mappen bekommen habe. Dazu habe ich keine einzige Zeile Anleitung
gelesen. Den Wiki-Link auf die Belegung der Tasten habe ich erst Tage später
auf der Wiki-Seite eines Users gefunden.

Potlatch bietet meiner Meinung nach folgende Vorteile:

1. Wysiwyg

Potlatch enthält gleichzeitig einen Renderer. Man sieht also beim Editieren
sehr anschaulich, wie das Ergebnis gerendert aussehen könnte. Aktivierte
Tracks oder Nodes werden sehr deutlich angezeigt.

2. keine expliziten Bearbeitungsmodi

Potlatch kennt keine unterschiedlichen Bearbeitungsmodi, die man explizit
umschalten muss. Das Wechseln der Modi geht ganz implizit, in dem man einen
Track oder einen Node anklickt. Die Reihenfolge: erst Track aktivieren, dann
Node aktivieren folgt dabei einer Logik, wie ich sie schon seit 15 Jahren
unter Windows von diversen Vektorgrafikprogrammen kenne.

3. Einfache Mausbedienung

Potlatch kennt nur zwei Mausbedienungen: Karte verschieben oder Elemente
markieren. Die Nutzung der rechten Maustaste für wichtige Funktionen wie in
JOSM ist für Anfänger sehr gewöhnungsbedürftig.

4. Wenige wichtige Tasten

Ich bin in Potlatch die ersten Tage lediglich mit den Tasten Delete,
Backspace, "-", "X" und ESC ausgekommen. Damit kann man eigentlich alles
machen, auch wenn es zusätzliche Tasten gibt, die einige Arbeitsvorgänge
vereinfachen. Selbst das Verbinden von Tracks geschieht ohne dass man dafür
eine Taste braucht. Es ist kein Problem, wenn man zusätzlich viele Shortcuts
hat. Wichtig ist aber, dass die Grundfunktionen ohne das Erlernen vieler
Tasten erreichbar sind.

5. Die Tasten sind logisch

Ein großes Problem sind unlogische Tastenfunktionen. Beispiel ESC-Taste. Das
ist die Abbruchtaste. Deswegen wird völlig logisch in Potlatch das Zeichnen
eines Tracks bzw. des letzten Segmentes eines Tracks mit ESC abgebrochen und
nicht wie in JOSM abgeschlossen. Für das Abschliessen bzw. das Bestätigen
verwendet man die Enter-Taste. Deswegen wird in Potlatch absolut logisch das
Zeichenen eines Tracks mit Enter abgeschlossen.


Zusammengefasst ist es die Kombination aus Wysiwyg sowie logischer und
einfacher Bedienung, die es Anfängern so einfach macht, mit Potlatch zu
arbeiten. Ich habe wenig Hoffnung, dass man JOSM dahin trimmen kann. Dafür
müsste man das Programm komplett umkrempeln und von der Drahtmodell auf eine
gerenderte Wysiwyg-Darstellen wechseln.

Merkaartor ist in Bezug auf die Bedienung übrigens nicht einfacher oder
intuitiver als JOSM. Es sieht nur auf den ersten Blick einfacher aus.

Detlef





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