[Talk-de] Entscheidungen treffen / Proposal-Prozess

Dirk Stöcker openstreetmap at dstoecker.de
Do Jan 22 15:24:25 UTC 2009


On Thu, 22 Jan 2009, Sebastian Hohmann wrote:

> Leichter gesagt als getan, wenn man als "Nicht-Programmierer" etwas
> beitragen will. Dann kann man eben nur sagen "Ich tagge auf diese und
> jene Weise und damit habe ich gute Erfahrungen gemacht.". Ist ist man
> kein "Macher" wenn man gewissenhaft Vorschläge ausarbeitet, disktutiert
> und vorstellt? Man handelt doch, statt nur zu sagen "Ich fände es besser
> wenn das anders wäre, ändert da mal was.". Wenn man nur als
> Programmierer ein "Macher" sein kann, dann ist das natürlich schade.

Das stimmt zwar generell, funktioniert aber in allen OpenSource- oder 
OpenContent-Projekten die ich kenne nicht. Warum? Nun wenn Du z.B. 
OpenStreetMap Feature xxx einträgst und es kommt einer daher, der ein 
ganz tolles "FeatureX"-Proposol schreibt, dann wirst Du Dich eher nicht 
dran halten, weil er garantiert einige Kritikpunkte hat, die Dir nicht 
passen werden. Und mit jemanden, der sich nur theoretisch mit dem Thema 
auseinandergesetzt hat diskutiert man meist nicht (verlorene Liebesmüh :-).

Der andere Weg ist, dass Nummer zwei ein tolles FeatureX-Proposal schreibt 
und darin darlegt, wie er 100 Elemente eingetragen hat, dass außerdem Du 
und noch 10 andere jeweils 100 Elemente haben und das man das doch 
zusammenlegen kann. Dann werden die meisten der Betroffenen versuchen 
einige Einigung zu erzielen, welche ein Kompromiss ist.

Tolle Ideen haben leider immer das Problem, dass Sie in der Praxis doch 
irgendwo nicht ganz passen. Deswegen setzt auch die Industrie immer mehr 
auf Werkstandards (z.B. der Großteil der Internet-Technologie). Diese 
haben nämlich den Praxistest schon hinter sich. Dafür sind sie nicht immer 
perfekt. Aber was ist schon Perfektion?

Bei freien Projekten ist aufgrund der Art der Arbeitsverteilung diese 
Werkstandard-Bevorzugung schon fast absolut.

Das nur Programmierer Einfluß haben stimmt nicht. Die Programmierer eines 
Programms können sich noch so sehr sträuben, wenn Du in der Datenbank 
größere Mengen eines Elements einträgst, dass auch andere unterstützt 
haben wollen, dann müssen die Programmierer nachziehen.

Ich z.B. habe (zusammen mit anderen) angefangen die Ortsschilder 
einzutragen. Als so um die 200 Schilder als note eingetragen hatte, wurde 
es mir zu bunt und ich habe traffic_sign=city_limit genutzt. Dann noch 
alle Alternativ-Varianten darauf umgestellt. Es kamen so um die 400 
Einträge dabei heraus. Und weil ich auch JOSM-Entwickler bin das ganze in 
JOSM eingeführt.

Für viele andere Sachen läuft es so, dass Ulf und Christoph im Tagwatch 
nachschauen, wie oft Sachen eingetragen sind und diese dann in JOSM 
übernehmen. Bei den Karten läuft es ähnlich - Erst kommen die Daten, dann 
der Rest.

P.S. Es gibt mittlerweile knapp 6000 Ortsschilder, also war meine Idee 
wohl gut genug :-) In den Karten werden diese trotzdem noch nicht 
dargestellt (denke ich).

Ciao
-- 
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