[Talk-de] openstreetmap startseite verbesserungswürdig

André Reichelt andre-r at online.de
Mo Jun 15 15:22:29 UTC 2009


Frederik Ramm schrieb:
> Ich wiederhole mich: OpenStreetMap hat niemals das Ziel gehabt, Google 
> Maps zu ersetzen. OpenStreetMap will nicht primaer die Benutzergruppe 
> ansprechen, die Google Maps anspricht.

Das kann man so pauschal nicht sagen, denn wer ist OpenStreetMap
überhaupt? Wollen wir uns die nächsten fünfzig Jahre auf die
ursprüngliche Idee einschränken? Denn letztenendes sind wir doch alle
OSM und sollten daher auch gemeinsam in der Lage sein, vergangene
Entscheidungen in der Zukunft zu überdenken und ggf. davon abweichende
Entscheidungen zu treffen.

Man muss diesen Leitgedanken im historischen Kontext sehen, um zu
begreifen, warum es so ist, wie er ist. Dieser Satz stammt aus einer
Zeit, als ein paar Fleckem um London gemappt waren. Damals hatte man
wohl den Traum aber keinesfalls die Vorstellung, dass in fünf Jahren aus
der kleinen Idee, aus Frust geboren, ein rießiges, internationales
Projekt wird. Damals ging es primär darum, die Datenbasis zu erweitern.

Nun werden aber immer mehr Teile der Karte vor allem in Europa faktisch
"fertig" und wir haben Material, das konkurrenzfähig mit z.B. Google
ist. Zu der Zeit, aus der dieser Satz stammt, war dies völlig undekbar.

Ich denke, wir sollten genau diesen Umbruch der Grundidee jetzt oder in
den kommenden Monaten begehen. Es gilt, alle "Werbekanäle", die uns zur
Verfügung stehen, zu nutzen um so OSM noch weiter bekannt zu machen. Wir
*haben* jetzt das Material, um einen Mitbewerber für Google zu kreieren
- uns fehlt nur noch die Funktionalität. OSM kann im Punkto
Einsteigerfreundlichkeit nach oben hin noch weit wachsen. Die Walking
Papers sind hoffentlich nur der Anfang einer Entwicklung, die ich sehr
begrüße.

Wir können nicht von jedem verlangen, dass er sich intensiv mit OSM
auseinandersetzt. Allerdings sind viele Menschen bereit, uns zu
unterstützen, wenn wir die Schwelle etwas niedriger setzen und den
Menschen zeigen, zu was wir in der Lage sind. Wir haben das Potential,
den Leuten zu beweisen, dass man für gute Karten keine Wagenflotte und
zehntausend Mitarbeiter braucht sondern dass solch ein Projekt von der
Bürgergemeinschaft getragen werden kann. Wenn jeder seinen kleinen Stein
auf den Haufen wirft, kann ein rießiger Berg entstehen, auch wenn mein
eigener Aufwand daran minimal ist.

Ich bin in jedem Fall dafür, unsere Paradigmein zu überdenken und einen
Weg hin zu mehr Nutzerfreundlichkeit gehen. Wir haben es nicht mehr
länger nötig, uns hinter Google und anderen Anbietern von Onlinekarten
zu verstecken. Es muss nicht alles zentralisiert ablaufen, aber ein
Portal, dass mit Google vergleichbar ist oder dessen Funktionalität
sogar übersteigt ist in meinen Augen die logische Konsequenz aus der
bisherigen Richtung, die OSM geht.

OSM darf kein Nerdprojekt bleiben. Es muss auch der 70-jährigen Oma der
Weg zu OSM geöffnet werden, so dass sie es auf ihre Weise unterstützen kann.

In diesem Sinne,
André Reichelt

-------------- nächster Teil --------------
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