[Talk-de] Weg mit den Map Features (war: was ist ein footway?)

Sven Sommerkamp s_sommerkamp at gmx.de
Do Jun 25 10:20:32 UTC 2009


> Hallo,
>
> Michael Kugelmann wrote:
> > Vielleicht mu? man es doch wie bei den Kommerziellen machen und eunen
> > festen Katalog haben. Oder ein "Gremium" das die Map-Features pflegt (so
> > da? nicht "jeder" darin "rumfuschen" darf), oder ....
>
> Ich sehe das komplett anders; den Konflikt, dass jeder gern an der
> zentralen und fuer alle gueltigen Masterliste herumpfuschen will, wuerde
> ich gern dadurch aufloesen, dass ich diese Masterliste abschaffe, und
> nicht dadurch, dass ich den Schreibzugriff auf sie reglementiere.
Da würde ich eher dem Michael zustimmen.
Über die Art und Weise wird man sich sicher unterhalten müssen..
>
> Das mag abenteuerlich klingen, aber ich denke, es waere in grossen
> Stuecken praktikabel.
Das klaingt sogar sehr abenteuerlich, chaotisch.
Und so ist OSM bisher auch, du hattest ja selber mal geäußert.. ;-) 
> Ueberlegt einmal, wie Mapper oft vorgehen: Man 
> weiss irgendwas nicht, dann schaut man sich einfach ein aehnliches
> Objekt an, wie das getaggt ist, und macht es ebenso, oder man fragt auf
> dem Stammtisch oder fragt einen Kollegen und macht es dann so wie der.
Das stimmt. ich mache das auch und der Grund ist das ich einfach keine Lust 
hab stundenlang das Wiki zu durchsuchen.
Aber ich weiß auch das mit dieser Methode nicht immer zum Besten handele.
Klare Strukturen und schnelles finden der gewünschten Information würde 
vermeiden diesen Weg zu gehen.
Der jetzige ist nur ein "Workaround".
Ansätze wie die Presets helfen das zu vermeiden.
Das man von diesen direkten Zugriff auf Erklärungen zu den Eigenschaften hat 
ist ebenso sehr hilfreich, sogar für jemanden der schon lange dabei ist.
>
> Dadurch gibt es durchaus leichte regionale Unterschiede, Mapper einer
> bestimmten Gegend haben vielleicht eine aehnliche "Handschrift" und so,
> aber das schadet nicht.
>
> Wenn jetzt jeder Benutzer seine eigenen, ganz persoenlichen Map Features
> haette ("Tags I use" oder so), wo eventuell automatisch alle Tags
> zusammengetragen werden, die dieser Benutzer je verwendet hat, und wo er
> jedes Tag auf Wunsch selbst dokumentieren kann - gerade so, wie wir das
> hier auf der Liste sehen: "Ich verwende track ueberall dort, wo ..." -
> dann koennte sich jeder entscheiden, wem er "traut".
Ich bin nun schon ein paar Jahre dabei, aber wem ich in dieser Hinsicht trauen 
soll weiß ich nach wie vor nicht.
Wie sollte das dadurch besser werden das ich mehrere Gurus habe denen ich 
folgen kann, oder nicht?
Außerdem würde das auch wieder einer Art Gremium entsprechen, einer 
Hierarchie.
Mit der ich schon leben könnte, aber das ist eigentlich nicht deine 
Vorstellung, oder?
> Ich koennte dann 
> z.B. einstellen, dass ich die Tag-Definitionen von Michael Kugelmann und
> Martin Koppenhoefer in meinen Presets im Editor haben will, und
> eventuell noch die vom User "Mapnik-Renderer", weil ich weiss, dass das,
> was diese Leute machen, Hand und Fuss hat und dass die sich halbwegs
> untereinander absprechen.
Jeder sucht sich seinen Guru und wieder macht jeder es anders und wieder 
tauchen dadurch tausend Fragen auf dieser Liste von tausend Leuten auf.
>
> Obwohl grundsaetzlich jeder Mapper in diesem System das gleiche Recht
> auf seine eigenen "Map Featues" haette, wuerde sich vermutlich mit der
> Zeit eine Gruppe von Leuten herausbilden, die "Tag-Multiplikatoren"
> sind, weil sie gute Tagdefinitionen pflegen, die von vielen verwendet
> werden. 
Das hat wieder keine Struktur die es den Anwendern und Mappern erlaubt ihre
Programme oder die Art des Mappings anzupassen. 
> Die ganze sklavische Uebersetzerei wuerde wegfallen; wer 
> deutsche Tagdefinitionen will, der sucht sich eben ein paar
> deutschsprachige User, deren Listen er benutzt. Wer ein neues Tag
> einfuehren will, der muesste kuenftig nicht einfach 10 Pro-Stimmen in
> einer albernen Abstimmung einsammeln, sondern (evtl. auf einer
> speziellen Tagging-Diskussions-Liste) seine Sache so ueberzeugend
> darstellen, dass genuegend von diesen "Multiplikatoren" sein Tag bei
> sich aufnehmen, dann wuerde es automatisch weiter verbreitet.
Dieses Vorgehen würde zu einem so gewaltigen hin und wieder zurück editieren 
führen das man das weder den Renderern noch den Routern noch Garmin und 
sonstigen Navikarten beibringen könnte.
Weil inerhalb kürzester Zeit der ganze Umstellungsaufwand wieder für die Katz 
ist.
> Oder, wenn 
> er der Ansicht ist, dass alle diese existierenden Tag-Multipliktoren
> bornierte Idioten sind, die ihn nicht verstehen, dann macht er halt
> seine eigene Liste und wirbt dafuer, dass Leute die mitverwenden.
>
> Was mich daran reizt, ist das fehlen einer zentralen Autoritaet; es hat
> sowas von einem "Web of trust", jeder kann sich selbst aussuchen, wem er
> Gehoer schenkt. Mittelfristig koennte sogar das Rendering nach
> aehnlichen Prinzipien funktionieren.
>
> Klar, damit koennen Leute, die sich gern an starren Regeln festhalten
> wollen, weil sie glauben, dass Computersysteme sonst nicht
> funktionieren, vermutlich wenig anfangen.
Starre Regeln gibt es nirgends, nichtmal bei Gesetzen!
Aber einigermaßen vernünftig strukturierte Regeln die dann erst gekippt 
werden, wenn es von vielen.
> Aber ich bin ueberzeugt davon, 
> dass der Versuch, starre Regeln aufrechtzuerhalten, mehr und mehr zu
> Konflikten fuehrt - dieses staendige Geschiss um die Radwege, kuerzlich
> die "Motorroad"-Sache, das ist alles nur ein kleiner Vorgeschmack von
> dem, was zu erwarten ist.
Dieses ständige Geschiss entsteht daraus, das die Leute nicht wissen, wie es 
richtig ist.
Weil nicht präzise genug definiert ist, was richtig ist.
Oder diese Information schwierig zu finden ist.
Weil ein Einzelner der meint es ist doch nicht so richtig die Arbeit von 
Vielen in paar Sekunden relativieren kann.
Und das muß noch nicht mal böswillig sein.
Die Zahl der User vergrößert sich, damit wird das Geschiss irgendwann 
dramatische Ausmaße annehmen..
Die Daten werden inzwischen auch praktisch genutzt, also steigt auch an vielen 
Stellen der Wunsch nach Struktur und Einheitlichkeit.
> Und wenn man eine Person oder ein Gremium 
> installiert, das "Machtworte" sprechen kann, ist dem Projekt auch nicht
> gedient, diese Konflikte schwelen trotzdem weiter.
Mit Chaos ist dem Projekt noch viel weniger gedient.
>
> Bye
> Frederik


Gruß Sven S.




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