[Talk-de] Mal aus Sicht eines Mappers

Christoph Eckert ce at christeck.de
Mo Jun 29 05:44:49 UTC 2009


Moin,

> warum solche Bescheidenheit. Aus meiner Sicht ist die Bedienung in den
> letzten Monaten sehr viel einfacher und intuitiver geworden. Habe
> allerdings noch Probleme mit Relationen. Dauerte schon etwas bis
> verstanden hatte, worum es dabei eigentlich geht (naja, Maschinenbauer).
> Also ich bin da guter Hoffnung für die weitere Entwicklung.
> Weiter so.

schön, dass das auch mal jemand sagt. Ich bin der erste, der zustimmt, dass 
die Usability an vielen Ecken weiter verbessert werden kann. Aber man muss 
auch den enormen Fortschritt der vergangenen Jahre sehen.

Dass ja alles viel zu schwierig sei und das Projekt deshalb zugrunde gehen 
werde höre ich seit ich dabei bin. Manchmal wünsche ich die Leute, die so 
argumentieren, zurück in die Steinzeit (bei mir war das im Sommer 2006), als 
es neben Nodes und Ways noch Segmente gab, die man in JOSM einzeln zeichnen 
und hinterher zu einem Weg zusammenfassen musste, jeder Tag manuell eingetippt 
werden durfte (während man nebenan die Map Features offenhatte), es keine 
Slippy Map gab, man Karten selbst rendern musste und von unseren Daten auf dem 
Garmin weit und breit noch nichts zu sehen war. Überspitzt gesagt: Wir mappten 
in dem Wissen, dass die Daten *irgendwann* mal zu irgendwas nutze sein werden. 
Aber all die schönen Anwendungen, die es heute so gibt, hatten wir nicht.

Wenn man sich JOSM anschaut, dann ist das sicher nicht die allereinfachst zu 
bedienende Software. Aber es gibt auch keinen Grund, ihn schlechtzureden. 
Zumal man die Wahl hat, es gibt ja nicht nur JOSM.

Und an dieser Stelle auch einen kurzen Einwurf zum Thema Evolution vs. 
Intelligent Design: In den letzten drei Jahren habe ich auch gesehen, dass im 
richtigen Moment genau das aufgetaucht ist, was man haben wollte (SlippyMap, 
mkgmap, Router und so weiter).

Wenn also jemand das nächste Mal mit der Glocke in der Hand über die 
Mailingliste wandelt, den Weltuntergang vorhersagt und dabei am besten noch 
Survivalpakete verkauft, beame ich ihn einfach vier Jahre zurück, damit er 
dort weitermachen kann, wo er aufgehört hat. Denn Beamer, um ihn 
zurückzubeamen, hatten wir damals glücklicherweise auch noch nicht ;-) .

Beste Grüße,

ce







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