[Talk-de] Tag zum Schutz vor Lizenz-Datenverlust

Tirkon tirkon33 at yahoo.de
Mo Dez 20 03:40:31 UTC 2010


M?rtin Koppenhoefer <dieterdreist at gmail.com> wrote:

>Wieso sollte ein einzelner Mapper mal eben in
>einem Durchgang eine gleich gute Arbeit machen können, wie zig Mapper
>in einem längeren iterativen Prozess?

Ich wäre froh, wenn man sich auf "zig andere Mapper" verlassen könnte
und nicht Alles auf den Schultern Weniger lasten würde. Was man
vorfand, war ein Haufen zusammengewurschteltes und stark lückenhaftes
Zeugs. Erfassungsumfang laut Straßenlistenvergleich: 20 bis 30%. 

Hier kommen auf einen langfristig mitarbeitetenden Mapper mehrere
Gemeinden bzw Städte. Und da wir von einem ländlichen Bereich reden,
sind diese auch noch schön langgezogen. Und von solchen Mappern haben
wir derzeit nicht genug, um Alles abzudecken. Und ohne diese kannst Du
"im iterativen Prozess" wahrscheinlich noch zehn Jahre oder länger
warten, bis eine Grunderfassung näherungsweise stattgefunden hat. Wenn
diese einmal erfolgt ist, kann man anschließend auf den iterativen
Prozess hoffen. 

Aber auch die Einwerbung von neuen Mappern, insbesondere von solchen,
die für ein Gebiet Verantwortung übernehmen, wird durch den
Lizenzwechsel erschwert, wenn schon jetzt feststeht, dass auch
zukünftige Edits in den Fällen schon existenter Straßen später
gelöscht werden.

>Gut, wenn man sich auf die Straßen beschränkt, ist das schon eher
>möglich, aber auch da füge ich selbst an Straßen die ich eigenhändig
>aufgenommen habe, und die in meinem direkten Umfeld sind, immer wieder
>neue Details hinzu, die mir bis dato entgangen waren.

Yep, genauso geht es mir auch. Aber die Grunderfassung hat Dir erst
die Basis hierfür verschafft. Und genau um diese Basis geht es mir
hier. Um es einmal so drastisch auszudrücken, wie es sich bisher
ausnimmt: Viele ländliche Bereiche werden beim Lizenzwechsel nahezu
ausradiert werden. Das bißchen, was überbleibt, wird fehlerhaft sein
und vollkommen in der Luft hängen. Das kann man einfach nicht
wegdiskutieren.

Denn was nutzten Tags und Verlaufskorrekturen, wenn das Grundobjekt
unter dem A.... weggezogen wird. Den Lizenzwechsel zu reparieren,
kommt einer Neuerfassung ziemlich nahe.  Und das wird gerade in vielen
ländlichen Regionen so sein - gerade dort also, wo die schlechte
Abdeckung bei OSM so beklagt wird. Denn zur Grunderfassung gehören
auch die wichtigsten Basistags, wie Maxspeed. Bei einer Straße hast Du
sie zugefügt, bei einer anderen Straße war sie zu diesem Zeitpunkt
schon erfasst.

Die wenigen ständigen Mapper, die wir dort haben, werden so etwas von
demotiviert werden. Und wenn das gerade diejenigen Verrückten waren,
die schon immer auf auf etwas, wie OSM gewartet haben und wir das
Potential der möglichen Pioniere ausgeschöpft haben, dann "Gute Nacht"
für diese Neuerfassung.

Schlimmer noch: All das trifft auch auf dasjenige zu, was wir bis zum
Wechsel noch zurechtzippeln und ordentlich taggen. Also kann ich
besser mit den Vervollständigungsbemühungen bei den Straßen und
Einwerbung von Mappern abwarten, bis das vollzogen ist. 

Man mag gar nicht an den Gesichtsverlust des Projektes denken, wenn
die Werbung bei den Gebietskörperschaften bis herauf zum Innenminister
und den Geofirmen sich jetzt als Bumerang entpuppt und jeder dieses
Desaster mitverfolgen wird. Und in der Presse wird das sicherlich an
einer ähnlich großen Glocke hängen, wie die Bing Luftbilder. Wir
echauffieren uns über die Löschungen bei Wikipedia und wollen es bei
OSM besser machen. Aber bei uns ist ja noch viel schlimmer. Denn im
Gegensatz zu Wikipedia wird hier unstreitbar die Grundsubstanz
zerstört. 

>"Alles neu machen" halte ich daher für einen extrem unerwünschten
>Nebeneffekt der neuen Lizenz und würde es nur für die wirklich
>notwendigen Fälle reservieren.

Sehe ich auch so.

>Diese können wir erst kennen, wenn die
>Foundation alle Mapper informiert und ultimativ um Zustimmung bittet
>(und einige dann die Zustimmung verweigern).

Und genau hier muss man nach einer Lösung suchen, die vorbaut.
Anfänglich stand ich der neuen Lizenz recht gleichgültig gegenüber.
Ich kann deren Sinnhaftigkeit nicht beurteilen und überlasse das
Anderen. Nun wurde dies so beschlossen und was kam danach? - nichts.
So langsam wächst mein Unverständnis über die ausbleibenden
flankierenden Maßnahmen - wie die Möglichkeit des hier thematisierten
präventiven Nachmappens - dann doch. Denn hier liegt der Hund momentan
und IMHO begraben. 

So langsam kann man sich nicht mehr hinter einer Licence Working Group
ohne Kompetenzen verschanzen. Es müsste jetzt so langsam eine Art
Konzertierte Aktion starten, in der sich die besten Köpfe inclusive
der Entscheidungsbefugten des Projektes zusammensetzen - mit dem
festen Willen, Mittel gegen die drohende Grundsubstanzzerstörung von
OSM zu finden. Ich denke, das Koordinierungstreffen war ein gutes
Beispiel dafür, dass auch die Lösung komplexer Probleme auf den Weg
gebracht werden kann, wenn zielgerichtet daran gearbeitet wird.





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