[Talk-de] Lizenzwechsel-Bauchscmerzen

Thomas Ineichen ineichen.osm at gmail.com
Mi Jul 14 21:12:31 UTC 2010


Am 14. Juli 2010 21:09 schrieb Falk Zscheile <falk.zscheile at googlemail.com>:

> Ich finde bei der Interpretation ist zwei Aspekte bisher nicht
> hinreichend berücksichtigt worden:
>
> 1. Sehr oft hat man es (meiner Meinung nach) bei der oben
> dargestellten A-B-C-D-E Bearbeitung nicht mit einem "echten"
> Gemeinschaftswerk, sondern eher mit einer Parallelurheberschaft zu
> tun. Zu dieser Sicht bringt mich folgende Überlegung: Wenn ich eine
> Straße entlang fahre, und Fotomapping betreibe, dann nehme ich auch
> die Informationen wieder auf, die schon in der Datenbank enthalten
> sind. Ich trage sie nicht ein, weil sie schon drin stehen, wäre aber
> dazu grundsätzlich in der Lage. Der Einfachheit halber lösche ich den
> Weg nicht und trage ihn neu ein sondern ergänze allenfalls noch
> fehlende Tags.
>
> 2. Ist bisher völlig ungeklärt, wie es aus rechtlicher Sicht zu werten
> ist, dass ich für einen von mir eingetragenen Weg keinen
> "Bestandsschutz" genieße. Jeder kann kommen und den Weg löschen und
> anschließend (beruhend auf eigenen Daten) erneut eintragen. Außerdem
> kann jeder die Wege nach belieben zerstückeln, ohne dass jemand dann
> noch sehen kann wer der tatsächliche Urheber ist. In gewisser weise
> verzichte ich also möglicherweise auf die Ausübung meines
> Urheberrechts, sobald ein Dritter den Weg anfasst und Daten ergänzt.
> Dafür spricht auch, dass über die history-funktion nicht zuverlässig
> auf einen Urheber geschlossen werden kann und ich mich auch damit
> abfinde wenn ich bei OSM-Mitmache. Ich sehe also gute Gründe eher auf
> die Zustimmung des letzten Bearbeiters abzustellen und dann eine
> bestehende Kette rückwärts zu gehen, wenn der letzte Bearbeiter nicht
> zustimmt.

Hier ist es ähnlich: In meinem Dorf (ca. 2'000 Einwohner) hat 2007
jemand viele Strassen eingezeichnet (wahrscheinlich vom Yahoo
Luftbild); ohne weitere Details wie Name etc.. Seit ich vor ziemlich
genau zwei Jahren bei OpenStreetMap angefangen habe, habe ich jede
Strasse bearbeitet und kompletiert und bin im Dorf mehr oder weniger
der einzige, der etwas macht. (Laut ITOworld bin ich letzer Bearbeiter
von 70% der Daten.) Der andere User hat im August 2008 sein letztes
Changeset hochgeladen und ich fürchte, dass er der neuen Lizenz nicht
zustimmen wird, da ihn OSM gar nicht mehr interessiert und er daher
vom Wechsel gar nichts mitkriegt.

Will man nun zur Version vor dem ersten Nicht-Zustimmer zurückkehren,
müsste man hier fast alle Strassen löschen. Das wäre sehr unschön,
aber rein rechtlich gesehen wahrscheinlich sicherste Vorgehensweise.

> All das bringt mich im Augenblick eher zu der Auffassung, dass die
> möglichen Löschorgien beim Wegfall eines Bearbeiters in der
> A-B-C-D-E-Kette, wie sie hier im Raum stehen, die Rechtslage viel zu
> eng interpretiert.

Ich hoffe natürlich, dass sich Deine Sichtweise durchsetzt. Denn ich
fürchte, dass diese beiden Varianten die einzigen sind, die sich (mehr
oder weniger) automatisch durchführen lassen. Sobald man zusätzliche
Sachen berücksichtigen möchte (z.B. "Schöpfungshöhe", z.B.
"created_by" entfernt, nur einen Punkt hinzugefügt, Schreibweise
korrigiert) wird der Prozess bei unserer Datenmenge unübersichtlich
bis unmöglich..


Gruss,
Thomas




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