[Talk-de] Piratenpartei wirbt im Abgeordnetenhaus Berlin für OpenStreetMap

Tirkon tirkon33 at yahoo.de
So Jan 15 17:34:32 UTC 2012


André Reichelt <andre-r at online.de> wrote:

>der Fraktionsvorsitzende der Piratenpartei, Andreas Baum, hat heute im
>Berliner Abgeordnetenhaus in einer Rede OpenStreetMap beworben und
>kenntlich gemacht, dass er sich in Zukunft dafür einsetzen wird, dass
>die Website der Stadt Berlin zukünftig mit OSM-Karten arbeiten wird.
>
><http://www.youtube.com/watch?v=z48S0rh2COk>

Ich hatte ja gehofft, dass die freien Projekte durch die Piratenpartei
in der Regierungsverantwortung von Berlin einen Aufschwung nehmen
konnten. Dass das aber so schnell mit namentlicher Nennung von
OpenStreetMap vonstatten gehen würde, hatte ich nicht gedacht. 

Allerdings hat ihnen der scheidende Senator Michael Braun, der sich
seine Amtszeit von neun Tagen mit 50.000 Euro Abfindung versüßen
lässt, eine Steilvorlage geliefert. Denn eben jener soll sich in die
Reihe der Massenabmahner eingereiht haben - und zwar mit dem OSM
"Konkurrent" Stadtplandienst, der zudem auf der Homepage der Stadt
Berlin verwendet wird.

http://www.taz.de/!83406/
 
In Zukunft hilft es also, auf dieses Fallbeispiel zu verlinken, wenn
man den für manche schwierig zu fassenden Unterschied zwischen OSM und
proprietären Diensten klarmachen möchte. Suggestiver geht es nicht
mehr:

Aus dem Manuskript der Rede von Andreas Baum:
 
"Herr Braun war zudem nicht nur in die Verkäufe wertloser Immobilien
involviert. Zusammen mit dem Kollegen Lehmann-Brauns hatte er
massenhaft Abmahnungen im Auftrag der Euro-Cities AG verschickt. Die
Euro-Cities AG ist Betreiberin von stadtplandienst.de. Deren
Geschäftsmodell scheint sich unter anderem darauf zu konzentrieren,
gegen Webseitebetreiber vorzugehen, die ohne Lizenz deren
Kartenmaterial verwenden.

Zwar handelt es sich dabei juristisch gesehen um legitimes Vorgehen
gegen Urheberrechtsverletzungen; leider werden bei solchen Praktiken
meist Gesetze aus einem anderen Jahrhundert missbraucht, um veraltete
Geschäftsmodelle nicht an die heutige Zeit anpassen zu müssen und
trotzdem Kasse mit den alltäglichen Nutzungsgewohnheiten der digitalen
Generation machen zu können. Bestätigt wird das fragwürdige Vorgehen
durch die Urteile des Landgerichts Berlin sowie des Amtsgerichts
München, welche die Beträge der Abmahnungen als deutlich zu hoch
werteten."

https://redmine.piratenfraktion-berlin.de/projects/plenar6sitzung/wiki/Andreas_Baum_zur_Regierungserkl%C3%A4rung





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