[Talk-de] highway = steps auch für eine Fläche?

Martin Koppenhoefer dieterdreist at gmail.com
Fr Mai 18 09:16:53 UTC 2012


Am 17. Mai 2012 19:52 schrieb Manuel Reimer <Manuel.Spam at nurfuerspam.de>:
> Bleibt die Frage, wie detailliert man werden *muss*. Wenn ich detailliert
> sehen will, wie ein Gebiet aussieht, dann brauche ich keine von jemandem
> abgemalte Variante, sondern kann ein Luftbild verwenden.


solange Du das so siehst brauchen wir im Prinzip nicht
weiterzudiskutieren, ich mache mir aber trotzdem mal die Mühe und
versuche, Dich vom Gegenteil zu überzeugen. Ein Luftbild ist keine
Alternative zu einer Karte sondern eine Ergänzung. Sehr viele Dinge
kann man darauf aber nicht erkennen oder nur, wenn man weiss, dass sie
da sind. Das geht los mit Wegen durch Gebäude (wo ich diese Woche
kartiere ist das die halbe (Alt-)-Stadt), mit Dingen die entscheidend
sind für die Navigation aber zu klein, um aufzutauchen (z.B. Poller),
vor allem aber auch Informationen wie Namen, Objektklassen
(Beschreibungen, was etwas ist) und Zusatzattribute, Zusammenhänge,
etc.

Es gab schon immer detaillierte Karten und ihre Berechtigung haben sie
durch Luftbilder nicht verloren. Geodatenbanken gehen da noch einen
Schritt weiter und erlauben eine Strukturierung und Attributierung der
Daten auch jenseits dessen, was man räumlich auf einer Karte
darstellen kann.


> Welcher Einsteiger soll sich in dem Linienverhau, der da für einen einzigen
> Straßenverlauf eingezeichnet wird, noch zurechtfinden?


mit der Area-Relation werden die Linien auf ein Mindestmaß reduziert,
weil Querlinien zum Schließen der Flächen wegfallen. Da hat man dann
lediglich die beiden äusseren Kanten als Begrenzung. Evtl. könnte man
diese als Gehwege benutzten zum Routing, dann wären es gleich viele
Linien wie es jetzt schon da gibt, wo die Gehwege explizit gezeichnet
werden.

Es geht bei den Highway-Flächen aber auch um Ästhetik. Manchen Leuten
ist das wichtiger, andere finden das vernachlässigbar. M.E. sind
Ästhetik und Karten aber seit jeher eng verbunden. Abseits von Straßen
sind Verkehrsflächen eben oft nur unzureichend oder gar nicht linear
repräsentierbar.


> Was muss ich als Mapper tun, wenn ich via GPS diesen Straßenverlauf anders
> erfasst habe, bzw. wenn etwas neues gebaut wurde, und ich das einzeichnen
> will?


Was meinst Du mit "via GPS"? In diesen Maßstäben kannst Du es mit
Consumer-GPS vergessen, Du machst Dir am besten Fotos zur
Unterstützung und zeichnest Freihand, sofern es keine hochaufgelösten
Luftbilder gibt.


> Ist ab dann der von $LUFTBILD abgepinselte Verlauf als einzig richte Lösung
> felsenfest zementiert oder darf ich meine Beobachtungen noch einzeichnen?


Man braucht keine Luftbilder, man muss die Örtlichkeit gut kennen. Es
reichen gute OSM-Karten aus, um weitere Details einzuzeichnen, man
muss nur wissen, was man wo unterbringen will.


> Wenn ich meine Beobachtungen und Änderungen einbringe: Muss ich das rein
> optische "Gepinsel" dann auch nachziehen oder darf man das genau so (falsch)
> stehen lassen, wie es steht?


polemische Frage, weil ich davon ausgehe, dass jeder so gut er kann
kartiert. Ist aber natürlich immer ein iterativer Prozess, wo man
hofft, dass es im Laufe der Zeit immer besser wird.


> Und vor allem: Was tun, wenn jemand ein Gebiet mit dieser Überdetaillierung
> "verschlimmbessert" hat, die zugrundeliegenden Wege aber mittlerweile
> mehrfach geändert und verbessert wurden? Darf man die falschen
> "highway-Flächen" nach einer angemessenen Zeit auch raushauen?


Überdetaillierung? Über was? Über dem, was für Routing nötig ist? Oder
für eine Weltkarte?
Raushauen? Klingt schon wieder abwertend. Die meisten Mapper finden es
sicher nicht besondes toll, wenn Du ihre Details "raushaust".
Konstruktiver wäre es, das zu verbessern oder falls Du keine Lust dazu
hast wenigstens zu warten, dass jemand anderes es verbessert.

Gruß Martin




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