[Talk-de] OpenStreetMap "gender-biased"

Martin Koppenhoefer dieterdreist at gmail.com
Do Okt 4 16:19:34 UTC 2012


Am 4. Oktober 2012 16:35 schrieb Frederik Ramm <frederik at remote.org>:
> Hallo,
>
>    das ist schon 2 Monate alt, aber ich hab es jetzt erst gesehen: Ein
> englischsprachiger Vortrag darueber, dass OpenStreetMap ja "gender-biased"
> sei (genauer genommen Frauen benachteiligend). Als wesentliche Beweisstuecke
> werden die Anzahl von getaggten Bordellen ins Feld gefuehrt und die
> Tatsache, dass eine Wiki-Abstimmung zu "amenity=childcare" mit 15
> Abstimmenden nicht die erforderliche Beteiligung erreichte.


Das Proposal wurde mit 9 zu 5 Stimmen abgelehnt (also nicht wegen
Verfehlens des Quorums, was sie im Vortrag aber auch nicht behauptet),
weil es in Details nicht gut war und der oder die Vorschlagende sich
aber nicht davon überzeugen ließ, die Kritikpunkte noch vor dem Voting
anzugehen. Normalerweise werden bei uns die allermeisten Proposals
angenommen, und wenn es beim ersten Mal nicht klappt muss man eben
nochmal was ändern. Oder einfach mit einem "schlechten" Schema taggen
und sich nicht drum scheren.

So ganz Unrecht hat sie mit einem ja nicht: wir sind wirklich
(zumindest auf den SotMs und der Liste hier) mehr Männer als Frauen,
und wie gut unsere Features ausdefiniert sind hängt vor allem davon
ab, wieviele Leute jeweils ein Interesse daran haben. D.h. zum einen
sind wir in Bereichen die eher Frauen interessieren weniger
detailliert und facettiert, zum anderen sind wir auch bei der Auswahl
der Features in der Hauptkarte eher "männlich" tendierend. Ich sage
nur pubs in Zoom 16 ;-). Schaut Euch mal an, welche POIs im Fokus
stehen: http://www.openstreetmap.org/?lat=51.51231&lon=-0.13113&zoom=16&layers=M

Mehr Mapperinnen wären für unsere Karten sicherlich ein Gewinn. Dass
nur 13% der Wikipedia-Editoren Frauen sind, kann man aber doch kaum
den Männern vorwerfen?

Was die social_facility angeht, so finde ich das schon ein bisschen so
einen Ansatz, für "den Rest", also Frauen, Alte, Kinder, Gebrechliche,
Invaliden und andere Randgruppen eine Kategorie zu bilden. Wenn man so
vorginge wie OSM bisher vor allem funktioniert (mit aussagekräftigen
Werten im amenity-Bereich) dann hätte man stattdessen vermutlich eher
passende Werte füŕ die jeweiligen Einrichtungen. Naja, hat beides Vor-
und Nachteile (jetziges System ist vielfältiger, der Mapper braucht
nur ein Schema zu lernen und kann dann auch tags für seltenere Objekte
zusammenkombinieren, aber andererseits kann z.B. das mapnik-Stil-team
so wie das jetzt getaggt wird nur noch sehen, dass da irgendeine
soziale Einrichtung ist, weil sie keinen Zugriff auf die Schlüssel
haben, was dort gemacht wird, und wer die "Kunden" sind, also ob das
eine Beratungsstelle für Drogenabhängige oder ein Seniorenheim oder
betreutes Wohnen, oder ein Schülerhort oder so ist).

Gruß Martin




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