[Talk-de] St.-ZickeZacke-Str.

Peter Wendorff wendorff at uni-paderborn.de
Di Feb 4 10:05:33 UTC 2014


Gerade am Beispiel von Kirchen gibt es aber häufig beide Schreibweisen
"on the ground":
St. Hedwig am Straßenschild, "Sankt Hedwig" im Schaukasten.

Dazu noch die "Abkürzungen" "katholische Kirche" (bzw. kath. Kirche) auf
Straßenschildern, wenn es nur eine gibt im Ort.

Bei Straßen wirds seltener, aber auch da kommen unterschiedliche
Schreibweisen vor (die Annette-von-Droste-Hülshoff-Straße in Warburg ist
oder war zumindest mal mit zwei Schildern ausgeschrieben - einmal
abgekürzt: "A. v. Droste-Hülshoff-Str.", einmal ausgeschrieben wie oben.
Wenn es einen Grund gab, dann vermutlich den, dass das lange Schild an
'ner Hauswand hing, das kurze aber auf 'nem Pfeiler, der bei der
Langform vermutlich umgekippt wäre.

Abgesehen davon, dass man keine Chance hat, aus A. v. Droste-Hülshoff
"Annette von" abzulesen (wenn man nicht im Deutschen und der deutschen
Lyrik vorgebildet ist), ist hier schon die on-the-ground-Regel zum
Scheitern verurteilt - oder willst Du jetzt diejenigen verteidigen, die
die Straße splitten und die beiden Hälften unterschiedlich benennen,
weil die ja unterschiedlich ausgeschildert sind?

Gruß
Peter

Am 04.02.2014 09:48, schrieb Falk Zscheile:
> Am 4. Februar 2014 09:05 schrieb Peter Wendorff <wendorff at uni-paderborn.de>:
>> Hi,
>> ich glaube, niemand will verbieten, die Kurzform in name zu erfassen,
>> die Frage ist aber doch, was ist das Ziel?
>>
> So ist es.
> 
>> Eine St.-Hedwig-Kirche ist besser als eine namenlose Kirche, aber eine
>> "Sankt-Hedwig-Kirche" wäre eben noch besser - Gründe sind bereits
>> mehrfach genannt in diesem Thread.
>>
>> Wenn jetzt jemand die St.-Hedwig-Kirche einträgt, kann das jemand
>> anderes verbessern, wenn er mehr weiß.
>> Wenn aber jemand die St.-Hedwig-Kirche einträgt, obwohl er den langen
>> Namen weiß, dann ist das schade.
> 
> Schade wäre es, wenn sich beide darüber in die Haar bekommen, weil der
> eine sagt "St.-Hedwig-Kirche" steht aber im Schaukasten. Andere der
> andere sagt: "Schon richtig, aber ausgeschrieben ist es einfach
> besser". Da ist es doch besser wenn ich name=St.-Hedwig-Kirche lese zu
> ergänzen long_name=Stankt-Hedwig-Kirche. Und wenn ich
> name=Stankt-Hedwig-Kirche lese zu ergänzen
> short_name=St.-Hedwig-Kirche. In beiden fällen sollte ich mir denken
> "Oh, das scheint vor Ort so zu stehen -- aber die Langform bzw. die
> Kurzform ist (mir) wichtig -- ich trage die mal noch ein. Schön, dass
> es dafür ein Tag gibt, dann ist für andere (einigermaßen) eindeutig,
> was mir wichtig ist."
> 
> Das Probelem was wir bei OSM haben ist das Folgende: Unsere Tags
> entwickeln sich und oft werden erst im Nachhinein Bedürfnisse
> sichtbar, an die man am Anfang nicht gedacht hat. Das ist bei OSM
> normal und gehört zum Prinzip. Eine andere (nicht ganz so schöne)
> Eigenschaft von OSM ist es den status quo möglichst aufrecht zu
> erhalten[1], wie es geht: "Ins name-Tag kommt nur was vor Ort steht."
> "Ins name-Tag kommt der ausgeschriebene name." Die meisten wehren sich
> dagegen das Datenschema weiter auszudifferenzieren und für bessere
> Eindeutigkeit zu sorgen, also Tags zu schaffen, die klarer machen, was
> gemeint ist: short_name, long_name, official_name etc. Mit anderen
> Worten wir treten auf der Stelle, weil "name=value" je nach User
> wahlweise die Bedeutung short_name, long_name, official_name oder name
> (im Sinne von on the ground) haben kann. Das macht auch die Auswertung
> für Anwendungen schwierig, wenn man etwas anderes oder mehr will als
> einen "irgendwie schon richtigen Namen".
> 
> Ich bin dafür name im Sinne von on the ground zu verstehen, weil dies
> die (fast) einzige Regel ist, die wir haben, die jeder kennt, die
> zudem auch schon sehr alt ist, wiedergibt, wie wir vorgehen, wenn es
> keine Listen und ähnliches gibt und schließlich wäre das Tag
> on_th_ground_name=value etwas sperrig :-)
> 
> Gruß
> Falk
> 
> [1] Das soll kein persönlicher Angriff gegen Personen sein, die hier
> entsprechende Argumente vortragen, sondern ist als allgemeine soziale
> Tatsache gemeint. Vgl. dazu meinen Vortrag im letzten Jahr auf der
> FOSSGIS 2013.
> 
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